AG Energiebilanzen: Energieverbrauch wird 2015 steigen

04.11.15  12:00 | Artikel: 963216 | News-Artikel (e)

AG Energiebilanzen: Energieverbrauch wird 2015 steigenDie Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen rechnet in diesem Jahr mit einem Anstieg des Energieverbrauchs in Deutschland um etwa 1,7 Prozent auf rund 13.360 Petajoule (PJ) oder 456 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t. SKE).

Wie die AG Energiebilanzen in ihrer traditionellen und meist sehr präzisen Herbstprognose ausführt, werden die erneuerbaren Energien mit einen Zuwachs von knapp 9 Prozent am stärksten zulegen. Es folgt aufgrund der gegenüber der im Vorjahr kühleren Witterung und dem damit höheren Wärmebedarf das Erdgas mit einem Plus von etwa 8,5 Prozent.

Der Mineralölverbrauch wird in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegen. Während der Verbrauch an Steinkohle um rund 2 Prozent zurückgeht, wird es bei der Braunkohle ein leichtes Plus von knapp einem Prozent geben. Der Beitrag der Kernenergie wird weiter sinken. „Die Höhe des Energieverbrauchs in Deutschland wurde 2015 im Wesentlichen von den Witterungsbedingungen geprägt“, erklärte Hans-Joachim Ziesing vom Vorstand der AG Energiebilanzen, „der Zuwachs bei den erneuerbaren Energien geht vor allem auf die höhere Stromproduktion der Windanlagen an Land und auf See zurück.“ Die Herbstprognose der AG Energiebilanzen beruht im Wesentlichen auf den Zahlen zum Energieverbrauch der ersten neun Monate des laufenden Jahres.

AGEB-Energieverbrauch-2015-III

In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag der Verbrauch nach ersten Berechnungen der AG Energiebilanzen um rund 2 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt erreichte der Energieverbrauch nach drei Quartalen eine Höhe von 9.759 Petajoule (PJ) beziehungsweise 333,0 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Um den Temperatureffekt bereinigt, hätte sich der Energieverbrauch im Jahresverlauf nur geringfügig erhöht.

Der Mineralölverbrauch lag nach neun Monaten um rund 1 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Der Verbrauch an Kraftstoffen stieg um knapp 1,5 Prozent und erreichte damit einen Anteil von rund 60 Prozent am gesamten Mineralölverbrauch. Der Absatz an leichtem Heizöl sank um etwa 7 Prozent. Damit haben die Verbraucher trotz niedriger Preise bisher keine Aufstockung ihrer Bestände vorgenommen. Der Verbrauch an schwerem Heizöl stieg infolge höherer Bezüge der Petrochemie deutlich an.

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft stieg um 9 Prozent. Außergewöhnlich gute Windverhältnisse sowie der weiterhin hohe Anlagenzubau sorgten für einen Zuwachs bei der Windstromerzeugung an Land und auf See um 52 Prozent. Der Beitrag der Solarenergie (Photovoltaik und Solarthermie) nahm um etwa 5 Prozent zu.

Bei den sonstigen Energieträgern kam es zu einem Plus von etwa 4 Prozent. Der Ausfuhrüberschuss beim Strom erreichte eine Höhe von 129 PJ (36 TWh) und damit bereits nach neun Monaten den Wert des gesamten Vorjahres.





(Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.)


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