Kluger Schachzug von RWE - Kommentar von Ulf Meinke zu RWE

02.12.15  08:30 | Artikel: 963304 | News-Artikel (e)

Kluger Schachzug von RWE - Kommentar von Ulf Meinke zu RWENun also doch: RWE wird zweigeteilt. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Vorstoß des Konkurrenten Eon zieht der Essener Energieversorger nach. Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht mehr.

Konzernchef Peter Terium hatte Mitarbeiter, Eigentümer und Öffentlichkeit Stück für Stück auf einen Neustart vorbereitet. Eine bloße Kopie der Eon-Strategie liefert RWE allerdings nicht.

In einem zentralen Punkt unterscheiden sich die Modelle. Während Eon das Kraftwerksgeschäft an die Börse bringen möchte, will RWE die Anleger mit erneuerbaren Energien locken. Das ist ein kluger Schachzug, denn das Geschäft mit Ökostrom wird wohl das Interesse von Investoren wecken.

Mit der Zweiteilung sind aber mitnichten alle Probleme gelöst. Die RWE-Kohlekraftwerke werden nicht rentabler, weil der Konzern eine neue Struktur erhält. Außerdem bleiben Zweifel, dass die Finanzierung des Atomausstiegs langfristig gesichert ist. Doch immerhin scheint der Konzern einen Weg gefunden zu haben, Kapital in die Kasse zu holen, das für Investitionen in die Zukunft dringend benötigt wird. Es wäre ein Befreiungsschlag.




(Quelle: WAZ | Ulf Meinke)


Themenbereiche:

Energiepolitik | Konzerne

Schlagworte:

Ulf Meinke (7) | RWE (55) | Dortmund (4) | Aufspaltung (5)