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Zählerdaten bei PV-Kraftwerken: MSCONS hilft weiter

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Zählerdaten bei PV-Kraftwerken: MSCONS hilft weiter

28.09.11  07:00 | Artikel: 953198 | Proteus Fach-Artikel

Zählerdaten bei PV-Kraftwerken: MSCONS hilft weiterDas wichtigste haben alle Solaranlagen gemeinsam: den Einspeisezähler vom Energieversorger. Dieser ist das Maß aller Dinge und auf Basis dieser Daten wird die Abrechnung erstellt. Um diesen Zählerstand kontinuierlich mit den Leistungsdaten der Anlage vergleichen zu können, gibt es allerdings bessere Möglichkeiten, als diese Daten manuell abzulesen und eine Excel-Liste zu führen: Die Datenübertragung im Format MSCONS.

MSCONS ist die Abkürzung für 'Metered Services Consumption report message'. Es ist ein elektronisches standardisiertes Nachrichtenformat zum Austausch von Lastgang- und Zählerdaten und basiert auf dem EDIFACT-System. Für MSCONS existieren nationale branchenspezifische Definitionen. In Deutschland werden diese vom Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zusammen mit anderen Verbänden und der Bundesnetzagentur (BNetzA) ausgearbeitet.

Ein Großteil der PV-Anlagen ist heute an irgendein Überwachungssystem angeschlossen. Hierbei werden zumeist die verfügbaren Daten - Ströme, Spannungen und Leistungswerte von Komponenten - an ein Portal übermittelt. Je nach verbauten Wechselrichtern werden dabei auch die erzeugten Energiemengen übertragen. Sind die Wechselrichter von Haus aus mit weniger Intelligenz ausgestattet, so muss die Energiemenge rechnerisch über Integration bestimmt werden. Allerdings ist diese Berechnung, durch Abhängigkeit der Messfrequenz, recht ungenau.

Selbst wenn entsprechende Komponenten die Leistungswerte richtig wiedergeben, wird es durch Verluste und Toleranzen immer Abweichungen zum tatsächlichen Zählerstand geben. Deswegen führen viele Betreiber die Zählerstände in einer Excel-Datei, um diese mit den Portaldaten vergleichen zu können. Die Monitoring-Portale, häufig von Wechselrichterherstellern angeboten, verfügen kaum über die Möglichkeit Zählerstände im System zu erfassen.

Vereinfachung bringt hier der Einsatz einer Datei im Format MSCONS. Seit Jahren ist dieses Format ein Datenaustauschformat zwischen verschiedenen Energieversorgern, das zu Abrechnungszwecken benutzt wird. Da jede Solaranlage auch ein Kraftwerk ist, kann, zumindest ab einer bestimmten Größe, die Übermittlung der Zählerdaten vom jeweiligen Energieversorger wie z.B. der EnBw beantragt werden.

Damit erhält man täglich oder monatlich die Energiemengenwerte der Anlage im 15-Minuten-Raster und ein manuelles Ablesen ist nicht mehr notwendig.
Eine Hürde dabei ist allerdings das Protokoll MSCONS selbst. Es ist nicht geeignet, die per eMail empfangenen Dateien kurzerhand in die Tabellenkalkulation zu importieren. Dafür ist der Aufbau solch einer Datei wesentlich zu komplex. Hierzu werden spezielle Importprogramme benötigt oder ein Portal, dass diese Daten automatisiert einlesen und verarbeiten kann.

Ein Beispiel für eine (verkürzte) MSCONS-Datei:

UNA:+,? 'UNB+UNOC:3+4041407000008:14+UNBEKANNT:ZZ+110615:0708+E_9591734-1-1
++LG'UNH+E_9591734-1-1+MSCONS:D:04B:UN:2.1b'BGM+7+E_9591734-1-1+9'DTM+137:
201106150708:203'NAD+MS+4041407000008::9'NAD+MR+UNBEKANNT::293'UNS+D'NAD+
DP'LOC+172+DE00721478549000ZE000001997330VS0::89'DTM+163:201106140000?+02
:303'DTM+672:15:806'LIN+1'PIA+5+1-1?:2.29.0:SRW'QTY+220:0,000'QTY+220:0,000'
QTY+220:400,000'QTY+220:220,000'QTY+220:410,000'QTY+220:580,000'QTY+220:740
,000'QTY+220:750,000'QTY+220:1000,000'QTY+220:1220,000'QTY+220:1350,000'
UNT+211+E_9591734-1-1'UNZ+1+E_9591734-1-1'



Da diese Daten vom Energieversorger als Abrechnungsgrundlage verwendet werden, entspricht die übertragene Datei de facto einem Lieferschein. Die Werte auf der Rechnung bzw. Gutschrift sind damit dann zu 100% identisch.

Ob das Energieversorgungsunternehmen die Daten elektronisch übermitteln kann muss jeder Kraftwerksbetreiber im Einzelfall prüfen. Ein Indiz darauf liefert ein Blick auf die Rechnung. Steht dort eine Zählpunktnummer z.B. 'DE00721478549000ZE000001997330VS0', so stehen die Chancen recht gut. Die Zählpunktnummer ist übrigens immer 33 Stellen lang und beinhaltet neben der eigentlichen Zählernummer auch Informationen über Standort und EVU.

Wer diese Daten kontinuierlich nutzen möchte, sollte sich einen entsprechend qualifizierten Monitoring-Anbieter suchen, Online-Dienste zur Konvertierung nutzen oder entsprechende Software erwerben.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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