Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Das große Geschrei der politischen Datenschützer

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Fachartikel
Proteus Direkt
Statements
Autorenliste
Messen & Termine
Vorträge, Seminare
& Workshops
Buch:
Jahrbuch
Energiewende 2014
Buch:
Netzpolitik &
Sicherheit
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Das große Geschrei der politischen Datenschützer

16.03.10  23:18 | Artikel: 952016 | Proteus Statement

[ein persönlicher Kommentar von Björn-Lars Kuhn]
Datenschutz muss sein, keine Frage. Jeder Einzelne von uns hat das Recht darauf.
Aber wo ist die Grenze? Und wo fangen Diskussionen an, die nur der Profilierung der Politiker dienen?

Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Google Analytics steht momentan in der Kritik.
Bei diesem kostenlosen Tool von Google werden die Daten eines Benutzers einer Website aufgezeichnet. Dabei werden diverse Informationen gespeichert wie beispielsweise die IP-Adresse oder die Adresse, von welcher der Benutzer verwiesen wurde.
So gibt es einige Kritikpunkte an Firmen wie Google, die unsere bundesdeutschen Politiker eher verwerflich finden und vehement dagegen halten. Meines Erachtens aus Gründen der Selbstdarstellung.

Persönliche Informationen werden eigentlich nicht gespeichert. Deswegen entbrennt gerade die Diskussion darüber, ob eine IP-Adresse persönlich ist oder nicht. Der "normale" Internetuser bekommt jedes Mal, wenn er ins Internet geht, eine neue IP-Adresse von seinem Anbieter zugewiesen. Somit ist es nicht über die IP-Adresse möglich Herrn Müller oder Frau Schmidt zu identifizieren.

Google Analytics ist heute das kritisierte Tool in der Öffentlichkeit. Dabei speichert JEDER Webserver, egal mit welchem Betriebssystem er betrieben wird, die ganze Palette der Informationen über die Zugriffe. Mit diverser Software, teils kommerziell, teils kostenlos erhältlich, lassen sich so recht einfach diese Informationen auswerten. Aus Sicht eines Web-Administrators auch durchaus notwendig. So bin ich aus Beweisgründen gezwungen als Shopanbieter diese Daten zu speichern, um ggf. bei Betrugsfällen entsprechende Fakten vorlegen zu können. Zudem benötigt jeder Seitenbetreiber diese Daten für ein richtiges Marketing.

Ist es nicht paradox, das aus Sicht mancher Politiker der Datenschutz erhöht werden muss, um die Bürger zu schützen, und gleichzeitig der Staat wegen der Vorratsdatenspeicherung eins auf die Mütze bekommen hat? Hier sind es meiner Meinung nach nur paranoide Vorstellungen, die uns glauben machen sollen, die Organisierte Kriminalität könne damit besser bekämpft werden.
Jeder halbwegs Kriminelle weiß heute, wie er solche Maßnahmen umgehen kann.
Natürlich sollte den Anbieter von illegalen Inhalten nicht Tür und Tor geöffnet werden, Kontrolle ist durchaus sinnvoll, aber alle unsere Daten aus dem täglichen Leben - inkl. dem Internet - speichern?

Bevor hier gesetzliche Bestimmungen geschaffen werden, die wieder mal an der Realität vorbei gehen und die Bürger durch die deutsche Politik wieder einmal bevormundet werden, sollte es vielleicht ein paar sinnvolle Aufklärungskampagnen geben.

Was nutzt denn der beste Datenschutz bei der Anzahl von Benutzern diverser Dienste wie Facebook, YouTube, Xing, Twitter und ähnlichen Anbietern. Kann der Hang zum geistigen Exhibitionismus per Datenschutzgesetz gebremst werden?
"Orwell hätte sich das nicht träumen lassen", so ein Zitat von Ilse Aigner, auf deren Internetseite übrigens auch diverse Links zu sozialen Netzwerken prangen. Aber vielleicht sollte man auch mal hinter die Kulissen schauen.
Warum regt sich eigentlich niemand über Loyalitätsprogramme auf, wie PayBack oder die DeutschlandCard? Diese Datensammlungen sind noch wesentlich gravierender, weil sogar Abrechnungsvorgänge mit registriert werden können. Und jeder Einzelne hat freiwillig zugestimmt.

Das, meine Damen und Herren Politiker, sollten Sie sich mal durch den Kopf gehen lassen und nicht immer an die nächste Schlagzeile denken oder die Wiederwahl.

Proteus-Artikel-Datenschutz-952016.pdf




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

Recht | Datenschutz | Politik

Schlagworte:

Datenschutz (190) | Internet (138) | Kommentar (56) | Recht (62)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@952016







© by Proteus Solutions GbR 2016


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
9.8.16 | Artikel: 970073
Peter Schaar: Soziale Netzwerke sind keine Hilfsorgane der Sicherheitsbehörden

Innenpolitiker verschiedener Parteien, Vertreter des Bundesinnenministeriums und der Chef des Bundesamts für Verfassungsschutz fordern dieser Tage einen verbesserten Zugriff auf Daten aus sozialen Netzwerken.

4.2.16 | Artikel: 970029
PIRATEN - Von der Bargeldgrenze in die Totalüberwachung?

Die Bundesregierung will eine Obergrenze von 5.000 € im Bargeldverkehr einführen. Das ist nur der Anfang von der generellen Abschaffung des Bargeldes, es gibt schon das Geldwäschegesetz.

18.12.15 | Artikel: 963365
Peter Schaar: EU-Datenschutz: Nach der Reform beginnt die Arbeit

Das von den Vertretern der EU-Institutionen am 15.12.15 erzielte Verhandlungsergebnis zum Datenschutz-Reformpaket ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg in die globale Informationsgesellschaft: Statt 28 unterschiedlicher Datenschutzgesetze der Mitgliedstaaten gibt es zukünftig ein gemeinsames Datenschutzgesetz, die «Datenschutzgrundverordnung» (DSGVO). …

17.12.15 | Artikel: 963359
Bundesgerichtshof zur Zulässigkeit sogenannter «No-Reply» Bestätigungsmails mit Werbezusätzen

Der unter anderem für das Recht der unerlaubten Handlungen zuständige VI. Zivilsenat hat am Mittwoch entschieden, dass gegen den erklärten Willen eines Verbrauchers übersandte E-Mail Schreiben mit werblichem Inhalt eine Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts darstellen.…

Werbung auf unserer Seite: 
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55
17.12.15 | Artikel: 963360
WAZ: Umzingelt von Reklame

Werbung umzingelt uns Verbraucher inzwischen von allen Seiten: Vom Hemdkragen des Fußball-Bundestrainers, über «Störer» auf Internetseiten bis hin zu Dauerwerbesendungen im Fernsehen gibt es kaum noch Plätze …

17.12.15 | Artikel: 963356
Bitkom zur EU-Datenschutzverordnung

Der Digitalverband Bitkom begrüßt, dass es mit der Datenschutzverordnung nun erstmals einheitliche Regelungen für alle in der Europäischen Union tätigen Unternehmen geben wird.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
5.12.15 | Artikel: 963316
Zeuge: Dialog über US-Drohnen

Die Bundesregierung hat nach den Worten des zuständigen Unterabteilungsleiters im Auswärtigen Amt erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Vorwurf einer deutschen Verstrickung in den Drohnenkrieg der USA aufzuklären.

17.12.15 | Artikel: 963354
Justizminister Heiko Maas zur neue Datenschutz-Grundverordnung

«Die neue Datenschutz-Grundverordnung wird das Recht endlich auf den Stand des digitalen Zeitalters bringen - und das in 28 Mitgliedstaaten der EU einheitlich.