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In eigener Sache: rechtliche Verfolgung unerwünschter Zugriffe

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In eigener Sache: rechtliche Verfolgung unerwünschter Zugriffe

17.01.11  07:15 | Artikel: 953118 | Proteus Statement

In eigener Sache: rechtliche Verfolgung unerwünschter ZugriffeMehr Zugriffe auf eine Internetseite sind von vielen Seitenbetreibern gewünscht und erhofft. Allerdings gibt es auch solche Zugriffe, die nicht nur hilfreich sind. Wir reagieren damit auf die jüngste Entwicklung von Abrufen unserer Seite.

Bei tausenden von Seitenaufrufen täglich ist es nicht immer leicht Freund und Feind auseinander zu halten. Zieht man von der Summe der Zugriffe die erkennbaren User ab, bleibt üblicherweise ein Rest von Zugriffen, den sich Suchmaschinen oder externe Dienstleister teilen. Google, Microsoft, Yahoo und viele andere Suchmaschinen können dabei recht einfach identifiziert werden. Diese Zugriffe sind ja auch durchaus erwünscht.

Mehren sich dann Zugriffe von bisher unbekannten Diensten, so hilft ein Blick in die RIPE-Datenbank in der alle IP-Adressen erfasst sind und man erhält Informationen über den Betreiber des Netzwerkes.

Im allgemeinen reicht dann eine kurze Mail an den Betreiber um zu klären, um was für eine Art von Dienst es sich bei den Zugriffen handelt. Die Daten des Kunden bleiben dadurch im Normalfall unberührt. Je nach Antwort bieten viele Provider dann schon an, die Zugriffe zu unterbinden. Es gibt jedoch auch eher hartnäckige Vertreter unter den Internet Service Providern.

So haben wir im aktuellen Fall seit Monaten hunderte von Zugriffen einer IP-Adresse, die im 75-Minuten-Intervall die Startseite unseres Internetauftrittes besucht. Ein Auskunftsersuchen beim entsprechenden Provider wurde mit Hinweis auf den Datenschutz abgewimmelt. Es würden keine Kundendaten herausgegeben werden.

In weiteren Mails stellten wir klar, dass wir keinerlei Kundendaten möchten, sondern lediglich gerne wissen wollten, welche Art von Dienst denn diese Zugriffe produziert und ggf. für welchen Zweck. Gleichzeitig haben wir den Zugang für diese IP-Adresse mit einer 403-Fehlermeldung (Zugriff verweigert) unterbunden.

In einer weiteren Antwort des Providers wurde uns mitgeteilt, dass solcherlei Auskünfte nur und ausschliesslich an eine Staatsanwaltschaft herausgegeben werden. Das unsereseits ausgesprochene Verbot des Zugriffs dieser IP-Adresse auf unsere Seite wurde weder beachtet noch erst genommen. Duch die 403-Fehlermeldung haben sich die Zugriffe nunmehr sogar verdoppelt. Als könne der Dienst nicht glauben, dass es bei uns nicht lesen darf, versucht er es dann gleich nochmal.

Auch im Hinblick auf die aktuelle Diskussion über Datenschutz und Auswertung von Zugriffsdaten, haben wir uns jetzt entschlossen, den Weg der rechtlichen Verfolgung zu beschreiten. In den nächsten Tagen werden wir eine entsprechende Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen.

Gerade weil es in diesem Falle noch keine Urteile gibt, sehen wir dem Verlauf mit Interesse entgegen.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

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