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Facebook für Firmen: Tsunamis nicht kontrollierbar

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Facebook für Firmen: Tsunamis nicht kontrollierbar

21.05.11  08:30 | Artikel: 953170 | News-Artikel (Red)

Facebook für Firmen: Tsunamis nicht kontrollierbarSo mancher Mittelständler denkt über eine eigene Seite bei Facebook nach. Industrieunternehmen praktizieren das schon seit längerem. Das allerdings solch eine Seite auch Verpflichtungen oder Ärger mit sich bringen kann, zeigt das Beispiel einer Produktseite des Unternehmens Henkel.

Um die eigene Seite bekannter zu machen bzw. die eigene Marke zu stärken, initiieren viele Unternehmen Preisausschreiben oder Gewinnspiele auf ihren Facebook-Seiten. So auch die Firma Henkel, als Hersteller des bekannten Spülmittels 'Pril'.

In einer gut geplanten Aktion sollten User Vorschläge für ein neues Design der bekannten Spülmittelflasche einreichen. Die Vorschläge sollten dann entsprechend bewertet und prämiert werden. Damit hoffte Henkel wohl zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Zum einen die Kundenbindung erhöhen - immerhin wurden über 50.000 Motive eingereicht - und zum anderen recht günstig an frische Ideen zu kommen.

Allerdings hatten die Kreativen aus dem Marketing nicht damit gerechnet, dass es die skurrilsten Designs auf die vorderen Plätze schaffen. Ein Hemd mit einer lila Krawatte oder ein ockerfarbener Hintergrund mit schwarzen Flecken waren ein paar der obersten Plätze.

So hatte sich Henkel den Wettbewerb wohl nicht vorgestellt. Kurzerhand wurden Regeln für die Einreichung geändert und die Vorschläge wurden in einem Vorauswahlverfahren erst einmal untersucht, sonst hätten es ein paar weitaus 'delikatere' Motive auf die ersten Plätze geschafft.

Von dieser Art Eingriff waren die User allerdings weniger angetan. Mit massenhaften Eintragungen auf der Pinnwand machten Fans ihrem Unmut Luft. Viele reagierten mit Enttäuschung, Spott und Wut und forderten das Unternehmen auf, auch die Vorschläge umzusetzen, die die meisten Stimmen erlangt haben.

Henkel versuchte gegenzusteuern und versprach, die entsprechenden Motive als Sonderauflage in den Handel zu bringen. Viele der Designs seien nicht für den Massenmarkt geeignet. Noch ist die angespannte Stimmung zu spüren. Fraglich, ob Henkel seine Besucher auf Dauer wieder beruhigen kann.


In diesem Beispiel wird deutlich, dass Usern bzw. Kunden durchaus ein Mitspracherecht eingeräumt wird, wenn solche Aktionen gestartet werden. Das Ganze ist für viele kaum mehr als ein Sturm im Wasserglas, aber es wäre nicht das erste Mal, das solche Aktionen ausufern und daraus Tsunamis werden, die sich kaum noch kontrollieren lassen. Der Schaden am Image des Unternehmens kann dann durchaus nachhaltig sein.

Entsprechende Aktionen sollten in jedem Falle auch unter dem Aspekt der Kundenmeinung geplant und entschieden werden.

Proteus Solutions News: Designauswahl Pril-Flaschen

www.henkel.de




(Autor: Björn-Lars Kuhn / Thomas Boss)


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