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Kommentar: Sparkassen läuten nächste Technik-Runde ein

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Kommentar: Sparkassen läuten nächste Technik-Runde ein

27.06.11  07:00 | Artikel: 953187 | News-Artikel (Red)

Kommentar: Sparkassen läuten nächste Technik-Runde ein
Sitz des Deutschen
Sparkassen- und Giroverbandes
in Berlin.
Der Sparkassenverband will in den nächsten vier Jahren sämtliche EC-Karten mit sog. NFC-Chips ausstatten. Allerdings liegen die Vorteile nicht nur auf der Seite der Kunden.

Noch in diesem Jahr will der Sparkassenverband in einem Feldversuch etwa bei einer Million Kunden die alten EC-Karten austauschen und diese durch moderne Technik ersetzen, heißt es in einem Gespräch mit der Tageszeitung Die Welt. Kunden aus der Region Hannover, Braunschweig und Wolfsburg sollen als erste in den Genuss der neuen Karten kommen.

Die neue Kartengeneration verfügt über sog. NFC-Chips. NFC steht dabei für Near-Field-Communication. Das heißt, das die Karten, ähnlich wie es mancher schon aus Kantinen kennt, ohne Magnetstreifen oder Einstecken in ein Lesegerät funktioniert. Allein durch Auflegen auf ein Lesegerät werden die Karteninformation gelesen. Eine, zu mindestens ansatzweise, vergleichbare Technik, wie man es schon bei der RFID-Technik des Reisepasses kennt.

"Spätestens bis Ende 2015 hat jeder Sparkassenkunde eine Karte, die kontaktlos funktioniert", erklärt der zuständige Mitarbeiter für Zahlungsverkehr und Kartenstrategie beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV), Wolfgang Adamiok.

Proteus Solutions News: Logo NFCHauptargument für die Einführung der neuen Karten ist laut Aussage des Sparkassen- und Giroverbands die Beschleunigung des Bezahlvorganges. Mit EDEKA ist ein erster Partner für den Feldversuch im Boot, mit einem großen Tankstellenbetreiber und zwei Drogerieketten stehe man in Verhandlung. "Bis zu einem Betrag von 20 Euro wird der Kunde keine PIN eingeben müssen", erklärte Adamiok weiter. 25% Zeitersparnis seien machbar. Besonders an der Supermarktkasse wohl ein echtes Plus.

Schaut man allerdings ein wenig genauer hin, so liegen die Vorteile nicht nur auf der Seiten des Kunden. Moderne Karten, die mit Sicherheit und Bequemlichkeitsvorteilen aufwarten, sind ja nicht nur eine Erfindung der 0815-Bank. Auch andere Kartenanbieter reißen sich um diesen hart umkämpften Millionenmarkt.

Laut einer Statistik der deutschen Bundesbank hat jeder Deutsche rund 118 Euro in seinem Geldbeutel. Das sind ein paar Milliarden Euro, die als Bargeld im Umlauf sind. Das treibt so manchem Banker Tränen in die Augen, da die Geldhäuser an diesem Vermögen nichts verdienen. Immerhin werden noch nahezu 60% aller Einkäufe an Supermarkt und Tanke mit Bargeld abgewickelt.

Dieses Szenario beschäftigt Banken und große Verbraucherketten schon seit langem. Es hätte schon so manche Vorteile, wenn die geschätzte Kundschaft mehr zum Plastikgeld greifen würde. Und diese liegen auf der Hand:

1. Das Handling mit Bargeld ist teuer.
Es kostet Personal-, Zeit- und Transportkosten die Tageseinnahmen zu zählen, zu verpacken und zur Bank zu transportieren. Für den kleinen Einzelhändler mag das am Ende des Tages ein gewisses Maß an Befriedigung mit sich bringen, aber ein durchschnittlicher Elektronik-Markt, die sind ja nicht blöd, hat damit erheblich größeren Aufwand. Außerdem können die nicht einfach den Azubi zum Nachtresor schicken.
Und außerdem ist da ja noch die Sache mit dem Falschgeld. 2010 wurden ca. 60.000 durch die Bundesbank erkannt und aus dem Verkehr gezogen.

2. Plastikkarten ermöglichen eine bessere Kundentransparenz.
Zahlt der Kunde mit seiner Plastikkarte, so ist er identifizierbar. Somit können detailliert Daten über gekaufte Produkte, durchschnittliche Aussagen, Frequentierung oder auch Bewegungsmuster ausgewertet werden. Da lacht das Herz der Marketing-Mitarbeiter.

Allerdings sind diese Auswertungen, obwohl zum großen Teil anonymisiert, gar nicht so unbedenklich. Damit das Ganze noch detaillierter betrachtet werden kann, gibt es ja entweder Zahlungsdienstleister wie easyChash, die Ende letzten Jahres damit aufgefallen sind Kundendaten auszuwerten und weiterzuverkaufen oder die

3. Zahlkarte in Verbindung mit Loyalitätsprogrammen.
Durch die freiwillige Anmeldung des Kunden, immerhin winken je nach Programm bis zu 1% Rabatt, sind jetzt die Plastikkarten, die ja eindeutige Nummern haben, zu einer bestimmten Person zuzuordnen. Legen dann verschiedene Anbieter die gesammelten Daten in einen zentralen Pool, wie z.B. PayBack, dann ist ein nahezu vollständiges Personenprofil verfügbar, selbst wenn bei weiteren Einkäufen die Kundenkarte gar nicht vorgelegt wird.

Natürlich kann man das mit Kundenservice begründen und sich freuen, wenn Ihnen ein freundlicher Supermarkt-Mitarbeiter am Samstag morgen zwei Einkaufstüten in die Hand drückt und Ihnen mitteilt, das da alles drin ist, was Sie benötigen.
Ach ja, zahlen brauchen Sie nicht, Sie sind ja bekannt. Wird abgebucht.

4. Die Schattenkonten.
Bis jetzt hatte nur der Handel die Vorteile, aber die Banken möchten ja auch mit verdienen, und das nicht nur über Leerverkäufe oder andere riskante Anlageformen. Wie immer bei Bankgeschäften wird dort kassiert, wo es dem eigenen Haus nicht weh tut: beim Kunden.
Bereits 1997 kamen die Baken auf die grandiose Idee der Geldkarte. Ein kleiner goldener Chip auf der Karte konnte 'aufgeladen' werden und stand für Klein-Transaktionen zur Verfügung. Auch hier wurde keine PIN bei der Zahlung benötigt.

Viele Nutzer dachten, dass tatsächlich Geld 'auf der Karte' wäre. Da hatten sich die Banken allerdings etwas eher kundenfreundliches ausgedacht.
Beim Auflagen der Geldkarte - gehen wir mal von einer Volksbank aus - wurde die gewünschte Summe vom eigenen Konto auf ein Schattenkonto der DZ-Bank in Frankfurt gebucht. Wurde dann ein Kleinbetrag verwendet, so wurde der Betrag von diesem Schattenkonto dann auf das Konto des Händlers übertragen.
Einfach und Kundenfreundlich. Damit hatte es die Banken praktisch geschafft, das Bargeld auf ein Stück Plastik zu transferieren. Aber durch das Schattenkonto hat dieses die Bank ja eigentlich gar nicht verlassen. Die Bank kann nach wie vor mit diesem Geld arbeiten.

Nach Daten des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) lag der durchschnittliche Ladebetrag der Geldkarte 2009 bei 26,80 EUR. Bei schöngerechneten 30 Millionen aufgeladenen Geldkarten bedeutet dies einen Betrag von 804.000.000,00 EUR.
Könnte bei der BiBa 2,5% als Neukunde bringen. Bei Immobilienspekulationen oder Warentermingeschäften vermutlich ein paar Prozent mehr.


Damit sind sowohl die Banken als auch der Handel stark an der Einführung neuer, sicherer, effizienter und kundenfreundlicher Systeme interessiert. Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass sich die Banken vom System Geldkarte erheblich mehr versprochen hat.

Derzeit werden neben dem Sparkassenverband durch verschiedene Anbieter neue Systeme entworfen und erprobt. Dabei sind es nicht nur immer direkt die Banken oder Kreditkartenanbieter. Auch Mobilfunkanbieter oder Internetfirmen entwickeln derzeit neue Bezahlverfahren.
Der Markt wird entscheiden, welches Verfahren sich auf Dauer durchsetzen kann. Ob wir mit dem Mobiltelefon bezahlen, mit einer Plastikkarte oder einem Blick in eine Blackbox; es ist immer eine persönliche Entscheidung, wie viel der Einzelne von sich Preis gibt.




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Schlagworte:

Kommentar (62) | Sparkassenverband | NFC-Technik (2) | Zahlungskarten (2)




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