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Google entfernt Belgische Zeitungen aus dem Suchindex

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Google entfernt Belgische Zeitungen aus dem Suchindex

19.07.11  07:00 | Artikel: 953203 | News-Artikel (Red)

Google entfernt Belgische Zeitungen aus dem SuchindexIm September 2006 klagten Belgische Zeitungen gegen den Internetriesen Google, weil dieser Inhalte der Verlage auf Google News veröffentlichte. In letzter Instanz haben die Verlage jetzt letztendlich gewonnen. Google entfernte daraufhin die Inhalte aus dem Newsbereich. Allerdings wurden die entsprechenden Verlage auch komplett aus dem Web-Index entfernt.

Wer im Internet nicht auffindbar ist, der existiert nicht. Googles Suchmaschine ist in dieser Hinsicht für viele das Maß der Dinge. Das werden die belgischen Verlage jetzt wohl zu spüren bekommen. Ende 2006 reichten diese Klage wegen Verletzung des geistigen Eigentums gegen Google ein. Google hatte, ähnlich wie in Deutschland, Snippets der Nachrichten belgischer Zeitungen auf Google News veröffentlicht.

In erster Instanz wurde Google die Veröffentlichung untersagt. Sollte Google dem nicht nachkommen, so drohten Strafzahlungen von 1 Million Euro pro Tag. Im Mai 2011 legte der Internetkonzern Berufung vor einem Appellationsgericht in Brüssel ein. Und unterlag auch in dieser Instanz.

Auf Grund des Urteils entfernte Google jetzt nicht nur die Inhalte aus dem News-Bereich, sondern auch aus dem Web-Index. Damit sind in der belgischen Suche seit 15.7.11 keine Ergebnisse mehr zu den großen Zeitungen des Landes enthalten.

Google-Sprecher William Echikson rechtfertigt den Schritt mit der Begründung, das Urteil beziehe sich auch auf die Web-Suche.

Auch in Deutschland wird das Leistungsschutzrecht von den Verlegern vehement verteidigt. Insofern ist die Reaktion von Google möglicherweise ein Startschuss für weitere Entwicklungen. Kaum dass die belgischen Zeitungen gemerkt haben, dass sie nicht mehr gefunden werden, titelte La Capitale, eine französischsprachige belgische Zeitung, mit dem Begriff 'Boykott'. Google würde seine Marktmacht missbrauchen.

Die Reaktion Googles wird in jedem Falle die Diskussion über Urheber- und Leistungsschutzrecht anheizen. Klagen die Verlage erneut, in diesem Falle auf Wiederaufnahme in den Google-Index, - ein Antrag in den Webmaster-Tools wird kaum Gehör finden -, so werden wieder Jahre vergehen bis ein entsprechendes Urteil ergeht.

Durch sinkende Zugriffszahlen ohne die Links des News-Aggregators werden den Verlagen vermutlich Millionen an Werbeeinnahmen entgehen. Es ist eine Frage der Zeit, wie lange diese das durchhalten können. Bekannterweise sinken die Auflagen der Printausgaben seit langem.

Selbst wenn ein Gericht Google dazu verurteilen sollte, die betroffenen Zeitungen wieder im Index aufzunehmen, würde sich die Frage stellen, an welcher Position diese dann auftauchen. Selbst mit Positionierung auf Seite 30 wären diese wieder im Index enthalten. Ob die Verlage dann genügend Arroganz an den Tag legen und Ihre Position im Ranking einklagen wollen, wäre eine interessante Spekulation.

Lesen Sie auch:
Die Bundesjustizministerin, die Verlage und das Leistungsschutzrecht




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Leistungsschutzrecht | Zeitung | Internet

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