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Facebook: Datenschutz-Razzia in irischer Zentrale

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Facebook: Datenschutz-Razzia in irischer Zentrale

09.09.11  07:00 | Artikel: 953232 | News-Artikel (Red)

Facebook: Datenschutz-Razzia in irischer ZentraleFacebook bekommt in den nächsten Tagen Besuch vom irischen Datenschutzbeauftragten Billy Hawkes. Dieser reagiert auf insgesamt 16 Anzeigen der Initiative um den österreichischen Jurastudenten Max Schrems.

Insgesamt 16 verschiedene Datenschutzrechtliche Verstöße hat Jurastudent Max Schrems beim irischen Datenschutzbeauftragten eingebracht. Unter anderem wird Facebook vorgeworfen personenbezogene Daten weiterhin zu speichern, obwohl User diese bereits gelöscht haben, berichtet die irische Tageszeitung Independent.

Da Facebook, wohl aus steuerlichen Gründen, den Hauptsitz des Unternehmens in Irland hat, gilt für das Unternehmen das irische Datenschutzrecht. Nutzer außerhalb der USA und Kanada können sich damit auf dieses berufen.

"Wir werden Facebook genau unter die Lupe nehmen, das Firmengelände durchsuchen und uns im Detail jeden Sicherheitsaspekt ansehen", führt ein Sprecher des Data Protection Commissioner (DCP) im Interview mit der Independent aus.

Die Untersuchung soll vier bis fünf Tage dauern und danach gebe es einen Bericht, auf den Facebook reagieren könne. Facebook erklärt offiziell, man werde mit dem Datenschutzbeauftragten zusammenarbeiten. "Wir wussten, dass es einige Beschwerden von Privatpersonen in Österreich beim irischen Datenschutzbeauftragten gegeben hat."

Die Initiative "Europe versus Facebook" hat sich selbst das Ziel gesetzt, für mehr Transparenz zu sorgen.

"Ein Unternehmen, das seine Nutzer permanent zu möglichst umfangreicher Transparenz aufruft, sollte zumindest jedem Nutzer klar und einfach erklären, was mit den Daten wirklich passiert. Das ist nicht nur fair, sonder in Europa klar in den Datenschutzgesetzen verankert. Es wird Zeit, dass sich das weltweit größte 'soziale' Netzwerk an diese Gesetze hält", so ein Statement auf der Website der Initiative.

Facebooks Gesichtserkennung, die Verwendung von Opt-out statt Opt-in und die allgemeine Datensicherheit sind weitere Kritikpunkte.

Max Schrems reagierte überrascht auf die Reaktion des irischen Datenschützers.
"Wenn sie aber so massiv vorgehen, heißt das auch, dass sie die Anzeigen sehr ernst nehmen."




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Facebook | Datenschutz

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