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Von Content Management Systemen, Homepagebaukästen und Open Source

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Von Content Management Systemen, Homepagebaukästen und Open Source

30.11.11  06:30 | Artikel: 953279 | Proteus Fach-Artikel

Von Content Management Systemen, Homepagebaukästen und Open SourceSo ein Content Management System (CMS) wie Typo 3, Joomla oder Drupal oder ein Homepagebaukasten vom Internetanbieter ist auf den ersten Blick eine tolle Sache. Meistens sind diese kostenlos, oder aber zumindest sehr günstig, haben einen relativ hohen Funktionsumfang und sind oft auch für Laien verwendbar.

Content Management Systeme sind Internetanwendungen auf einer Website, um neue Websites zu erstellen oder Inhalte bei bestehenden aktiv zu verändern. Damit sind in der Regel keine Kenntnisse einer Programmiersprache notwendig.

Viele Systeme bringen sog. Templates (Design-Vorlagen) mit oder man findet diese auch als Download im Netz. So wird dem User suggeriert, alles schnell, einfach und sicher mit seinem Internet Auftritt machen zu können. Selbst die Werbung zeigt, wie mit ein paar Mausklicks der 'professionelle Internetauftritt' erstellt werden kann: Einfach Branche wählen, Vorlage aussuchen, Firmenname eingeben, Texte und Bilder hinzufügen, fertig.

Ist es wirklich so einfach, professionelle Webseiten zu erstellen?
Oder gibt es auch Bedenken beim Einsatz?

Wir möchten Ihnen ein paar Punkte zur Entscheidungsfindung nennen:

Der Preis:
Die meisten Systeme sind kostenlos verwendbar. Einige müssen bei kommerzieller Verwendung auch lizenziert werden. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass erweiterte Vorlagen oder Komponenten nicht separat bezahlt werden müssen.

Funktionsumfang:
Diashows, Gästebuch, Captcha-Grafik; in vielen Systemen ist nahezu das gesamte 'Rundum-Sorglos-Paket' mit enthalten. Allerdings zeigt sich dann im Einzelfall doch, dass eine große Portion Erfahrung mitgebracht werden muss, um diese Komponenten richtig einzurichten und nutzen zu können.

Wenn es dann zu sehr ins Eingemachte geht, ist oft die Hilfe vom Profi gefragt, der sich diese gerne auch bezahlen lässt.

Alternativ gibt es natürlich jede Menge Userforen, Hilfeseiten, FAQ und soziale Netzwerke, die Hilfe rund um Content Management Systeme anbieten. Beim kommerziellen Einsatz stellt sich jedoch die Frage, ob die stundenlange Suche nach Bedienung und Lösungen wirklich so günstig ist.

Geschwindigkeit:
Natürlich produziert nicht jedes CMS langsame Internetseiten. Die Erfahrung zeigt jedoch, das Seiten, die über Open Source CMS erstellt wurden deutlich träger sind, als per Hand erstellte. Über verschiedene Tools im Netz kann das recht einfach getestet werden.

CMS bringen, da ja ein großer Funktionsumfang mit geliefert wird, naturgemäß ein wenig mehr Quelltext mit. Da kommen schon mal gut 5 MB für eine Einzelseite zusammen, die ein guter Programmierer - bei gleichem Design - mit 20 kB erstellt hätte.

Klar sind wir heute hohe DSL-Geschwindigkeiten gewohnt. Aber rufen Sie solch eine Seite mal über das Smartphone mit normaler GSM-Verbindung auf.
Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich!

Individualität:
Will ich mich mit meiner Seite wirklich im "Baukasten-Einheitsbrei" wieder finden oder doch lieber individuell und originell bleiben?

Wenn ein großer Deutscher Internet Provider damit wirbt das "bereits 100.000 Firmen aus 200 Branchen" dabei sind, bedeutet das, dass im günstigsten Fall nur 500 Seiten meiner Mitbewerber gleich oder annähernd gleich aussehen wie meine? Wenn 500 Personen alle gleich angezogen sind und auf einem Platz stehen, dann nennt man das wohl Uniform.

CMS bieten natürlich die Möglichkeit, das Erscheinungsbild völlig individuell zu gestalten. Dann allerdings sind - neben Bildbearbeitung und Vorlagenerstellung - deutlich mehr Klicks nötig, um eine solche Seite zu realisieren.

Sicherheit:
Fahren Sie mit Ihrem Audi A3 mal zu Ihrem Freundlichen und erklären, dass Sie beim Starten die Fehlermeldung "ESP-Störung" bekommen.
Ohne ein Blick auf das Fahrzeug zu werfen wird der Meister wohl den Defekt der Batterie diagnostizieren.

Ähnlich ist es bei CMS-Systemen. Hacker oder Angreifer kennen aus Erfahrung die Schwachstellen. Da die Quelltexte kostenlos zur Verfügung stehen, ist es auch relativ einfach, diese zu finden. Hat ein findiger Hacker dann tatsächlich eine Schwachstelle gefunden, stehen ihm unter Umständen Tausende von Websites zur Verfügung, die er manipulieren kann.

Im einfachsten Falle hat man dann vielleicht Werbung für gewisse bekannte Potenzmittel auf der Seite oder Besucher bekommen einen Virus installiert. Erklärungsnotstand gibt es meist dann, wenn Kunden- oder Kreditkartendaten aus dem Shopsystem mal öffentlich stehen.
So richtig lustig ist das nicht.


Fazit:
Für den privaten Bereich oder die kleine Vereinshomepage ist ein Baukasten-CMS oder auch ein kostenloses System für die Eigenverwaltung durchaus sinnvoll.
Im kommerziellen Bereich kann man - sofern keine permanente professionelle Betreuung durch Experten gegeben ist - nur davon abraten.

Erfahrungsgemäß sind viele dieser Seiten langsam, kaum für Suchmaschinen optimiert, Fehler behaftet, was den Aufbau des Quelltextes betrifft und letztendlich potenziell angreifbar. Große Internetseiten, eShops oder ganze Portale sollten in jedem Falle mit professionellen und/oder individuellen Programmierungen umgesetzt werden.

Viele Unternehmen, die sich auf das 'Abenteuer CMS' einlassen, rechnen im ersten Ansatz nur mit den Primärkosten. Dass Kunden wegen trägem Seitenaufbau die Lust verlieren oder das Design nur mäßig ansprechend ist und deshalb kein großes Interesse an den Inhalten besteht, wird kaum in die Kalkulation mit einbezogen.

Hat man dann das Pech, dass die eigene Seite von Hackern angegriffen wird - was mittlerweile kein Einzelfall mehr ist -, ist der Image-Schaden meist monetär nicht mehr zu beziffern. Homepage-Baukasten und Hochglanzprospekt passen in diesem Falle nicht zusammen.


Lesen Sie auch:
Top50-Solar Opfer von Hacking-Angriff




(Quelle: Thomas Boss / (Björn-Lars Kuhn))


1 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben

Webvisitenkarte Mittwoch, 30. November 2011 um 15:29

Es muss ein Mittelweg aus einfacher Bedienung, der Professionalität und dem Preis gefunden werden. Wer keine mehrere hundert Euro oder sogar tausende Euro (je nach Seite) zur Verfügung hat, schaut natürlich nach einer günstigen Lösung. Der Vorteil bei Homepage Baukästen liegt ganz klar darin, dass man mit der Administration der Seite (sprich Updates, Sicherheit etc.pp.) nicht viel zu tun hat, was bei einem Open-Source Projekt ganz klar der Fall ist. Kennt man sich kaum aus, bietet ein Baukasten einem genau die Einstellungen, die auch wirklich für die Erstellung der eigenen Seite benötigt werden. Die oft angesprochenen Einschränkungen in Design oder Bearbeitungsfähigkeit kann man bei einem guten Service individuell besprechen. Aus unserer Sicht ist es ideal, wenn ein Homepage Baukasten Anbieter (wie Webvisitenkarte.net einer ist) auch eine Webdesign Agentur im Background hat. Falls ein Kunde später die Absicht hat "mehr" aus seiner Seite zu machen, dann auch entsprechende Ansprechpartner zur Verfügung hat, um eine individuelle Lösung zu besprechen. So muss sich der Webseiten Betreiber an kein neues System gewöhnen und kann dennoch eine individuelle Seite präsentieren.

Beste Grüße,

Hendrik Köhler


Themenbereiche:

Software | TopFachTipps | Wissen | Proteus

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