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Schufa mit Facebook an die Macht?

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Schufa mit Facebook an die Macht?

08.06.12  06:00 | Artikel: 954417 | News-Artikel (Red)

Schufa mit Facebook an die Macht?Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung kurz SCHUFA, die heute als SCHUFA Holding AG firmiert, ist aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Hier werden von über 66 Millionen Bundesbürgern Daten zu Banken, Bonität und Geschäftsbeziehungen gespeichert. Ohne die obligatorische Einwilligungsklausel zur Speicherung persönlicher Daten ist ein normales Leben kaum mehr möglich.

Die Schufa ist seit Jahren die erfolgreichste Wirtschafts-Auskunftei in Deutschland und beschreibt sich selbst mit den Worten:

"SCHUFA, wir schaffen Vertrauen - Die Bereitstellung kreditrelevanter Informationen ist das Kerngeschäft der SCHUFA. Als innovativer Dienstleister und Partner im modernen Wirtschaftsleben schaffen wir Vertrauen und bieten damit unseren 6.000 Vertragspartnern wie Banken, Sparkassen, Handel und weiteren Branchen die Grundlage für eine sichere Kreditvergabe."

Um diesen Status auch in Zukunft beibehalten zu können werden selbstverständlich immer auch neue Ideen im geschäftlichen Umfeld diskutiert. Aktuell hat das Unternehmen allerdings wohl den Bogen überspannt. Zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik der Universität Potsdam (HPI) hat die Schufa gemeinsame Web-Forschungsprojekt "SchufaLab@HPI" gestartet.

In Kurzform bedeutet das, dass die Schufa Daten aus sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Xing und Co. sammeln und auswerten will, um damit bessere Aussagen zu einer personen- bezogenen Bonität machen zu können.
(Der ausführliche Bericht ist auf den Seiten des NDR verfügbar.)

Politiker, Datenschützer und Verbände sind natürlich alarmiert. Prof. Dieter Kempf, Präsident des Branchenverbandes BITKOM, sagte zu den Schufa-Plänen:

"Nicht alles, was technisch möglich ist, sollte in die Praxis umgesetzt werden. Das Durchforsten von sozialen Netzwerken nach Informationen, die Rückschlüsse auf die finanzielle Leistungsfähigkeit erlauben, würde viele Internetnutzer zu Recht verunsichern. Wir sollten alles unterlassen, was das Vertrauen in das Internet beschädigt. Es wäre klug, auf manche Gedankenspiele zu verzichten. Die Menschen wollen sich frei und ungezwungen im Web bewegen. Diese Freiheit müssen wir erhalten und gleichzeitig immer wieder darauf hinweisen, dass man mit persönlichen Informationen im Internet sehr bewusst umgehen sollte."

Die Schufa selbst mauert derzeit und spricht nur von wissenschaftlichen Forschungen.

Was das in der Praxis bedeutet möchte man sich gar nicht richtig vorstellen: Kennt man die falschen Leute in Facebook oder hat zu viele Arbeitsstellen im Lebenslauf von XING kann die nächste Autofinanzierung vielleicht schon abgelehnt werden.

Positiv an der aktuellen Diskussion ist, das die Schufa jetzt selbst in einem schlechten Licht dasteht und die Pläne wohl erst mal in der Schublade verschwinden lässt. Stellt sich allerdings die Frage: Wie lange?




Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Datenschutz | Software

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SCHUFA Holding AG (2) | SchufaLab@HPI (2) | Hasso-Plattner-Institut (2) | Web-Daten (2) | Überwachung (54) | Datenschutz (150)




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