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Was sagen Merkel und Altmaier zu Oettingers Feldzug gegen die dezentrale Energiewende?

16.11.12  10:50 | Artikel: 954798 | News-Artikel (e)

Was sagen Merkel und Altmaier zu Oettingers Feldzug gegen die dezentrale Energiewende?Zu der gestern von EU-Energiekommissar Oettinger vorgestellten »Mitteilung der EU-Kommission« erklärt Stephan Grüger, Mitglied des Vorstands der deutschen Sektion von EUROSOLAR e.V.:

Die Mitteilung der EU-Kommission übernimmt die unrealistischen und wirtschaftspolitisch verheerenden Vorgaben des "Strategiepapiers" von EU-Energiekommissar Oettinger vom Juni dieses Jahres. Damit plant nun die gesamte EU-Kommission eine Rolle rückwärts in der Energiepolitik und huldigt den Interessen weniger Großkonzerne. Energiekommissar Oettinger hat offensichtlich die wirtschaftliche Bedeutung einer dezentralen, mittelständischen und vollständigen Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien nicht verstanden. Das Vorbild der deutschen Energiewende würde zunichte gemacht, wenn sich die EU-Kommission im Rat und im Parlament mit ihren Vorstellungen durchsetzen würde. Herr Oettinger probt den Ausstieg aus der Energiewende. Wir sind gespannt, was Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Peter Altmaier hierzu sagen. Die Energiegipfel-Beschlüsse mit den Ministerpräsidenten für den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren könnten mit den EU-Vorgaben nicht mehr umgesetzt werden. Werden sich Merkel und Altmaier - wie angekündigt - schützend vor die laufende Energiewende stellen?

Das Gerede von zentralistischen Wind-Großkraftwerken im Meer und Sonnen-Großkraftwerken in der Wüste zeigt einen geradezu erschreckenden ökonomischen Unverstand, es sei denn, eine möglichst teure, möglichst unvollständige Energiewende ist der von Herrn Oettinger erwünschte Effekt.

Dabei sind Offshore-Windkraftwerke und große Sonnenkraftwerke in der Wüste teurer als dezentrale Photovoltaik. Hinzu kommen eklatante Transportkosten und politische Probleme bei der Errichtung von Transportleitungen. Der Zeitverlauf von Planung und Ausführung dieses zentralistischen Großprojektes übersteigt den möglichen Zeitraum einer vollständigen dezentralen Energiewende zudem um ein Vielfaches. So verhält es sich auch mit den Kostenrelationen.

Dabei sind die technischen Probleme von Offshore-Windenergieanlagen und zusätzlich noch sozioökonomischen Probleme von Sonnengroßkraftwerken in außereuropäischen Ländern wie den Staaten des Maghreb, deren Energie ausschließlich nach Zentraleuropa geleitet werden soll, noch gar nicht berücksichtigt. Arbeitsmarkteffekte und Preisdämpfungseffekte durch Erneuerbare Energien existieren zwar in der realen Welt aber offenbar nicht im Brüsseler Wolkenkuckucksheim.

Die von Herrn Oettinger eingebrachte Vorlage ist gut für einige wenige Großkonzerne. Für Arbeitnehmer, Energieverbraucher und für den Mittelstand ist es ein Trauerspiel.




(Quelle: EUROSOLAR e.V.)


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Themenbereiche:

International | Energiewende | Energiepolitik

Schlagworte:

Energiekommissar Oettinger | Offshore-Windkraftwerke | Strategiepapiers | Stephan Grüger (2) | EUROSOLAR e.V | Energieverbraucher (6)




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