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Regelenergie – Sogar nicht erzeugter Strom lässt sich zu Geld machen

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Regelenergie – Sogar nicht erzeugter Strom lässt sich zu Geld machen

25.02.13  07:00 | Artikel: 955197 | Proteus Fach-Artikel

Regelenergie – Sogar nicht erzeugter Strom lässt sich zu Geld machen Regeleneregie, Regelleistung, 50 Hz, Netzfrequenz, Minutenreserve, Ausgleichenergie, Kraftwerke

Regeleneregie oder Regelleistung ist der direkte Eingriff in das Stromnetz, um die erzeugte Strommenge mit dem Verbrauch auszugleichen. Unterschieden wird zwischen Primär, Sekundär und Tertierregelleistung (auch Minutenreserve genannt). Ausgangspunkt dieser Steuerung ist die Netzfrequenz, die immer um 50 Hz herum gehalten wird.

Entsprechend der Abweichung dieser Frequenz werden unterschiedliche Mengen Ausgleichenergie benötigt. Da ein Ausgleich sowohl in Form von zuwenig Energie im Netz, (mehr Strom muss erzeugt werden) als auch zuviel Energie im Netz (zuviel Strom wird erzeugt), vorzunehmen ist, kann man mit negativer Regelenergie – das wegnehmen von Energie aus dem Netz – Geld machen. Grund hierfür ist der Markt für Regelenergie, der bislang von kommerziellen Kraftwerken dominiert wurde.

Aber auch neue Kraftwerke kommen auf diesem Markt, wie unlängst NEXT in einem Bericht bei Technology Review bei Heise, berichtet. Die Kunst liegt in der Virtualisierung von mehreren kleinen Einrichtungen die Zusammengefasst eine große Einrichtung ergeben. Wie könnte einerneuerbarer Regelenergiemarkt der Zukunft aussehen?

Wie aus der Einleitung ersichtlich, existiert sowohl positive Regelleistung als auch negative Regelleistung. Ein nachhaltiges Angebot enthält beide Bestandteile, daher existiert aktuell auch kein Anbieter, der nur positive oder nur negative Regelleistung anbietet (s.h. Anbieterliste).

PV-Strom
Im Gegensatz zu Windkraft hat PV-Strom eine ähnlich hohe Verfügbarkeit in den Bedarfszeiten. Geht man bei Windkraft von einer möglichen Verfügbarkeit von etwa 2.000 Stunden im Jahr aus (verkürzt durch Wartungsfenster, Einspeisungsstopps, fehlende Abnehmerkontrakte), die per Fahpläne geplant werden, so existieren bei Solaranlagen heute eigentlich keine Fahrpläne. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die gesamte Sonnenzeit als Verfügbar anzunehmen ist. In München gab es im Jahr 2012 rund 1.900 Sonnenstunden.

Positive Regelleistung
PV Anlagen ohne Speicher könnten somit zumindest für die Zeitblöcke 08:00-11:59 Uhr und 12:00-15:59 Uhr eine positive Regelleistung anbieten. Die Minimum Angebotsgröße liegt bei 15MW, eine Leistung die auf einer Fläche einer Großstadt wie München ein durchaus machbare Leistung ist. Da die gleiche Menge Strom nicht doppelt “verkauft” werden darf, müssen Speichertechniken in die Rechnung einbezogen werden. Steigt deren Verbreitung in den kommenden Jahren, so ist die Bildung von virtuellen Kraftwerken denkbar, die eine Speicherladestrategie haben, die an den Randzeiten, bei denen gerade etwas mehr wie 15 MW über alle Anlagen erzeugt wird im Abrufsfall fast kein Strom gespeichert wird. Zur wolkenlosen Nachmittagszeit jedoch ein relativ großer Anteil.

Die Regelung zwischen virtuellem Kraftwerksbetreiber und Anlagenbetreiber würde bei diesem Vorgehen so aussehen, dass ein Teil des Speichers ferngesteuert werden kann. Sowie im Falle der Einspeisung zur Tageszeit ein bestimmter Anteil der PV-Leistung. Der große Vorteil für den Anlagenbetreiber ist, dass der nun als Regelenergie veräußerte Strom von der Eigennutzung abgezogen wird – und nicht von der Einspeisemenge. Anlagen neueren Baujahres mit einer Verpflichtung zum Eigenverbrauch könnten sich so durch die Hintertür den Eigenverbrauchsanteil versilbern lassen.

Negative Regelleistung
Bei der negativen Regelleistung ist das Verfahren deutlich einfacher, denn hier ist nur eine Einspeisung vom Netz zu nehmen, die vorher existiert hat. Im Falle von PV-Anlagen bedeutet dies, dass im Falle eines negativen Regelleistungsabruf der Strom gespeichert anstelle von eingespeist werden muss.

Übertragen auf den positiven Fall wird eine Kraftwerksleistung angeboten. Für Zeiten, bei denen der Strompreis über die Einspeisevergütung steigt wird zusätzlich ein Angebot für negative Regelleistung in höhe der individuellen Einspeisevergütung aufgegeben. Kommt es zum Zuschlag (Abruf) nach Merit-Order, so wird der Strom gespeichert, bis der Speicher voll ist und im Anschluss geerdet. Der Vorteil ist, dass eine Vergütung erfolgt trotz drohendem Zwangsstop des Netzbetreibers.

Vereinigung und Organisation ist der Knackpunkt
Kaum eine einzelne Anlage wird in der Lage sein 15MW entsprechend der oben genannten Bedingungen zu bündeln. Dies bedeutet, das viele verschiedene Anlagen zentral zu koordinieren sind. Da zentrale Einrichtungen im Zuge der Energiewende immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden, ist die Frage, welcher Organisationsform ein Anlagenbesitzer freiwillig schalten und walten lässt. Genossenschaften für Regelenergie?


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Lesen Sie auch:
50,2 Hertz: Warum Energieversorger doch nicht so böse sind







Autor: Thorsten Zoerner

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Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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erneuerbare Energien | Energiepolitik | TopFachTipps

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Regeleneregie | Regelleistung (14) | 50 Hz | Netzfrequenz (10) | Minutenreserve (3) | Ausgleichenergie (9) | Kraftwerke (69)




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