Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Kostenfaktor Regelenergie

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Kostenfaktor Regelenergie

12.04.13  08:30 | Artikel: 955395 | News-Artikel (Red)

Kostenfaktor Regelenergie… getragen werden sie von den Stromkunden – verursacht von den Verantwortlichen der Bilanzierungskreise…

Über ein Drittel (37%) der bilanzierten Stromkosten des Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz gehen in die Bereitstellung von Regelenergie für die angeschlossenen Verteilnetze (Stromanbieter / Grundversorger). Bei den anderen 3 ÜNBs (Amprion, Tennet, TransnetBW) dürfte die Rechnung nicht viel anders aussehen. Ein Kostentreiber, der vor allem kleinere Stromkunden belastet – seinen Ursprung aber in der Planung und Prognose der Anbieter hat.

Aufgabe der Übertragungsnetzbetreiber ist es für die gesamte Regelzone in Deutschland zu jedem Zeitpunkt sicherzustellen, dass soviel Strom im Netz vorhanden ist, wie zum selben Zeitpunkt benötigt wird. Ist zuviel Strom im Netz, dann muss dieser durch negative Regelleistung ausgeglichen werden, gibt es zuwenig Strom, so muss mit Hilfe der positiven Regelleistung für Nachschub gesorgt werden. Stromerzeuger können für die unterschiedlichen Arten der Regelleistung ein Gebot abgeben – wird diese benötigt, so kommt zunächst der Anbieter mit dem niedrigsten Preis zum Zuge, bis der aktuelle Bedarf gedeckt ist (Merit-Order). E

ine Übersicht über die Auktionsergebnisse stellen die 4 Übertragungsnetzbetreiber auf einer eigenen Seite zur Verfügung. Regelenergie/Regelleistung soll aber nur zum Ausgleich von Prognosedifferenzen benötigt werden.

Der mengenmäßig größere Teil des benötigten Stroms stellt das sogenannte Grundlastband da. Es ergibt sich aus der Verbrauchsprognose der einzelnen Stromanbieter. Diesen Energiebedarf zu decken ist relativ kostengünstig, denn hierfür bestehen Lieferverträge und letztendlich auch der Handel an der Strombörse. Stromabnehmer, mit einem Jahresbezug von mehr als 100 MWh, sind bereits seit einigen Jahren verpflichtet ihren Lastgang/Lastprofil genau zu kennen.

Kleinere Stromabnehmer werden mit standardisierten Lastprofilen, wie dem H0 Profil für Privathaushalte, prognostiziert. Das gerade die Profile der kleineren Stromkunden, nur ein sehr ungenaues Bild der Wirklichkeit abgeben, ist bereits seit einiger Zeit bekannt – rund zwei Drittels des verbrauchten Stroms werden bislang damit geschätzt. Ob und in welchem Umfang die Möglichkeiten der Smart-Meter Auslesung für eine bessere Prognose genutzt werden, ist unklar.


Anteil der Kosten Regelenergie an der Bilanzkreisabrechnung

Sicher ist hingegen, dass für kleinere Stromkunden die Kosten für die Regelenergie in die Netzentgelte einfließt. Damit ist es aus Sicht des Energieversorgers ein durchlaufender Posten in der Abrechnung – ähnlich der EEG-Umlage oder der Mehrwertsteuer. Für Großkunden, die eine direkte Eindeckung über ein bekanntes und gesichertes Lastprofil vornehmen lassen können, fällt die Umlage der Regelleistungskosten relativ gering aus.

Aus Basis der aktuellen Marktstruktur haben die Netzbetreiber lediglich aus Sicht der Netzstabilität ein Interesse die Nutzung der Regelleistung zu optimieren. Ein Monetäres Interesse ist wohl eher nicht vorhanden. Stromanbieter, die im Wettbewerb um den Kunden die Preise niedrig halten möchten, brauchen sich um dieses Thema auch nicht zu kümmern, da auch ein Konkurrent mit den gleichen Kosten rechnen muss. Ein Kostenfaktor, bei dem man durch Optimierung der Prozesse keine Veränderung herbeifügen kann, hat bei noch keinem Unternehmen für Investitionen gesorgt.

Der Aufbau eines Smart-Grids – eines intelligenten Stromnetzes – betrachtet lediglich die technischen Aspekte. Am Beispiel des Marktes für Regelleistung wird erkennbar, dass die kaufmännische Seite deutlich flexibler gestaltet werden muss. Könnte ein Stromanbieter durch “smarte” Bedarfsprognose einen deutlich günstigeren Einstandspreis erzielen, dann würde wahrscheinlich auch der Kostenanteil für Regelenergie fallen.

Nicht nur der Bau neuer Leitungen geht ins Geld. Auch die Stabilisierung des derzeitigen Stromnetzes kostet immer mehr. (Der Standard)

Regelleistung ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ein unverzichtbares Element der Netzstabilität – auf der anderen Seite ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Technik | Netze | Unternehmen

Schlagworte:

Bilanzierungskreise | Regelleistung (14) | Strompreis (146) | Netzstabilität (19) | Bedarfsprognose | Investitionen (20) | Kostenfaktor (2)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@955395







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
7.7.16 | Artikel: 970060
6 Millionen Euro für neues Forschungsprogramm zur Energiewende

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat ein neues Forschungsprogramm namens «Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW» gestartet.

11.8.16 | Artikel: 970075
Börsen-Zeitung: Doppelter Milliardenschock - Kommentar zu Eon

Die Verwerfungen der Energiewende treffen Eon mit voller Wucht. Der Energiekonzern wähnte den Kapitalmarkt gut vorbereitet auf den Milliardenschock in der Bilanz.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
15.7.16 | Artikel: 970062
Fell: Deutsche Bank steigt aus der Kohle aus

Seit einiger Zeit findet ein starkes Divestment großer Banken aus der Kohle statt. Getrieben von Verlusten und dem Druck von Umweltorganisationen verlassen immer mehr Unternehmen das umweltschädliche Geschäft.

12.7.16 | Artikel: 970061
SolarContact-Index: Photovoltaik-Nachfrage stürzt ins Sommerloch

Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats-Durchschnitt.

22.6.16 | Artikel: 970053
Solarspeicher-Preise um ein Drittel gefallen

Die Nachfrage nach Heimspeichern für die Rund-um-die-Uhr-Versorgung von Gebäuden mit Solarstrom wird sich mindestens bis 2020 im Zweijahresturnus verdoppeln.

27.5.16 | Artikel: 970039
Weitere Stimmungsmache gegen die Erneuerbaren Energien als angeblicher Strompreistreiber

Bei anstehenden EEG-Novellen scheint es immer wieder systematische Aktionen zu geben, die Widerstände gegen diese Novelle zu brechen, um politische Akzeptanz für das vorgesehene Ausbremsen des Ökostromausbaus zu schaffen.

Werbung auf unserer Seite: 
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55
24.6.16 | Artikel: 970057
Fuchs/Pfeiffer: Stromversorgung langfristig sichern

Am Donnerstag stand die 2./3. Lesung des Strommarktgesetzes auf der Tagesordnung des Deutschen Bundestags. Hierzu erklären der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Fuchs und der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher Joachim Pfeiffer:…

28.9.16 | Artikel: 970085
Vollständige Erdverkabelung in Baden-Württemberg

«Energiepolitisch vernünftig und nachvollziehbar», nannte Umweltminister Franz Untersteller die heute bekannt gewordenen Netzausbaupläne des baden-württembergischen Netzbetreibers TransnetBW.