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VDE: PV-Kleinanlagen mit Stecker-Anschluss ans Hausnetz nicht erlaubt [Update]

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VDE: PV-Kleinanlagen mit Stecker-Anschluss ans Hausnetz nicht erlaubt [Update]

24.04.13  09:30 | Artikel: 955447 | News-Artikel (Red)

VDE: PV-Kleinanlagen mit Stecker-Anschluss ans Hausnetz nicht erlaubt [Update]


Sie nennen sich Solar-pac, miniClever, miniJOULE, Plug-and-Play-Solaranlagen oder wie auch immer. Gemeint sind Kleinst-Solaranlagen, für Balkon, Terrasse oder Garten.
Und sie haben eines gemeinsam: einen Schukostecker am Ende der Anlage. In einer aktuellen Stellungnahme der des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V. ) wird nun allerdings dieser Traum vom Energiesparen rüde zerstört.

Es gibt mittlerweile seit über einem Jahr entsprechende Kleinstanlagen, die teilweise nur aus einem Solarmodul bestehen. Daran angeschlossen ist ein Mini-Wechselrichter aus dem dann ein Kabel mit einem Schuko-Stecker kommt. Dieser soll laut Angaben der Hersteller einfach in die nächste Steckdose gesteckt werden, so dass damit der Eigenverbrauch im Haushalt erhöht werden kann.

Die Idee ist so einfach, wie genial. Bei kleinen Systemen im Bereich bis max. 1000 W kann bei gutem Wetter die Grundlast der Wohnung über die angeschlossene Anlage erzeugt werden. Faktisch funktionieren diese Anlagen auch, die sogar mit entsprechender Sicherheitselektronik ausgeliefert werden, so dass am Anschlussstecker keine Spannung anliegen kann.

Die zuständige Kommission des VDE hat sich jedoch aktuell zu dieser Art von Anlagen geäußert. Grundaussage dabei ist, dass ein Anschluss über die heimische Steckdose nicht zulässig ist.

Zwar wird im Normalfall nicht jedes Mal etwas passieren, aber die Möglichkeit ist nach Aussage des VDE nicht ausgeschlossen. Wer sich von entsprechenden Vorschriften nicht beeindrucken lässt riskiert im Falle eines Schadens (Hauselektrik beschädigt, Brand, Stromschlag, ...), dass z.B. eine Versicherung nicht zahlt.

Bisher verwiesen verschiedene Hersteller solcher Systeme immer auf die länderspezifischen Vorschriften. Mit der Stellungnahme des VDE ist jedoch eindeutig, das ein Betrieb in Deutschland nicht erlaubt ist, da es sich hierbei um Stromerzeuger handelt, die parallel mit dem versorgenden Netz betrieben werden. Dazu wären laut VDE folgende Anforderungen zu erfüllen:
  • Stromerzeuger sind auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen anzuschließen - niemals an Endstromkreisen.

  • Es darf durch den Betrieb von kundeneigenen Stromerzeugern nicht zu negativen Auswirkungen auf das Stromverteilungsnetz kommen.

  • Es müssen Mittel zur automatischen Trennung der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz unter vorgegebenen Bedingungen vorgesehen werden.

  • Es sind Mittel vorzusehen, um die Verbindung von Stromerzeugern mit dem öffentlichen Stromverteilungsnetz zu verhindern, wenn die Versorgung unterbrochen ist oder die Spannung oder die Frequenz an den Anschlussklemmen von den zulässigen Werten, die für einen Normalbetrieb erforderlich sind, abweicht.

  • Es muss ein Trennen der Stromerzeuger vom öffentlichen Stromverteilungsnetz möglich sein. Die Zugänglichkeit dieser Trennein­richtungen muss den Anforderungen des Netzbetreibers entsprechen.

  • Stromerzeuger sind immer fest oder über eine besondere Steckvorrichtung anzuschließen - der Anschluss an eine handelsübliche Steckdose (insbesondere Schuko-Steckdose) eines beliebigen Stromkreises ist nicht zulässig.

Die einzige Möglichkeit, solche Kleinanlagen doch betreiben zu können, ist der fest installierte Anschluss VOR den Sicherheitseinrichtungen der Hauselektrik über einen Fachmann und die entsprechende Abnahme durch den Energieversorger.

Das einzelne Solarpanel in Kombination mit einem Akku-Pack für die Kühltasche auf dem Campingplatz geht natürlich nach wie vor problemlos. In den anderen Bereichen dürften sich die Hersteller umstellen müssen.

Weitere Infos auf der Seite des VDE und auf der Kampagnenseite des Sonnenfüsterers

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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



6 Kommentar(e) zum Artikel.
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Thorsten Zoerner Mittwoch, 24. April 2013 um 10:22

Sieht man es positiv könnte es die Schwierigkeiten in Umsetzung des Care Energy Vorhabens (Kostenlose Module) und Sun Innovations (Hersteller) erklären.

Sun Invention Ltd. Mittwoch, 24. April 2013 um 14:00

Toralf Nitsch, COO des Entwicklers und Herstellers der Plug & Save Solar Systeme, hat die Aufforderung des VDE, bei der Installation so genannter Plug-In-Solaranlagen „stets auf fachkundige Personen“ zu setzen, ausdrücklich begrüßt. „Als technischer Pionier vertreiben wir unsere Plug & Save Solar Systeme, die vom VDE als Plug-In-Solaranlagen bezeichnet werden, ausschließlich über den Fachhandel und somit über fachkundige Personen. Diese stehen unseren Kunden bei der Installation am Balkon, auf der Garage oder im Garten zur Seite“, so Toralf Nitsch.

Gesamte Pressemitteilung der Sun Invention Ltd. lesen

Wolfgang Felzen Montag, 27. Oktober 2014 um 12:15

Es wirft natürlich einige Fragen auf, wenn etwas dass in Holland und Belgien z.B. als völlig ungefährlich und ganz normal angesehen wird, in Deutschland "gefährlich" ist und nur vom zertifizierten Elektriker angeschlossen werden darf.

Die Stromerzeuger Lobby bauscht dieses Thema natürlich auch in den Medien auf und fast jeder Redakteur widerholt es dankbar und kritiklos.

Trotzdem sind im Laufe des Jahres 2014 in Deutschland ca. 100.000 dieser kleinen Anlagen still ans Netz gegangen.

Eine Katastrophe für die Energiewirtschaft, wenn das so weiter geht.

Erhard Dienstag, 28. Oktober 2014 um 07:46

Und es geht doch!
Es sollte halt eine spezielle Steckdose (Folie 23) sein und nicht in den "Endstromkreis" (Folie 36) einspeisen. Deshalb bitte schreiben
«PV Module mit besonderer Technik dürfen ins Hausnetz einspeisen»
siehe: http://www.sonnenfluesterer.de/2014/10/plug-in-system/

Warum ein 200 Watt Modul (maximale Leistung!) vom Energieversorger abschaltbar sein soll, möchte ich gerne mal erklärt haben?

Volker Freitag, 19. Juni 2015 um 11:20

@Erhard

ist es nicht so das die Netzsynchronität über den Versorger erreicht wird??
Ich verstehe die Einwände der VDE nicht.
Wenn der Versorger abschaltet fehlt doch das Signal um Netzsynchron zu sein... Ergo kein Sinus aus dem Stromnetz - keine Einspeisung aus der PV

oder ???

Marco Dienstag, 30. Juni 2015 um 05:03

Hallo,

ich bin über Google hergekommen und zufällig auf diesen Bericht gestoßen, da mir am Reheinlandpflaz-Tag eine derartige Mini Anlage angeboten wurde. Da ich auf Grund eines Meerwasseraquariums und viel Elektronik locker meinen Verbrauch senken könnte und im Jahr über 7000 kwh verbrauche käme mir eine solche Anlage sehr gelegen. Wenn es in anderen Ländern geht, warum nicht auch hier. Ich brauche ein gutes Angebot und dann wird bestellt, soll es halt der Fachmann anschließen, ich will kein Kohle oder Atomstrom!

Gruß
Marco


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