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Fernwirktechnik – Steuerung der Energiewende: Mehr Zentral als Dezentral

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Fernwirktechnik – Steuerung der Energiewende: Mehr Zentral als Dezentral

22.05.13  07:20 | Artikel: 955550 | News-Artikel (Red)

Fernwirktechnik – Steuerung der Energiewende: Mehr Zentral als DezentralDie Energiewende wird häufig auch als der Umbau von einer zentralen zu einer dezentralen Energieerzeugung beschrieben. Bei der Steuerung und der Verwaltung der Anlagen geht der Trend jedoch immer weiter in Richtung Fernsteuerung. Der Begriff Fernwirktechnik ist von der Integration der Erneuerbaren Energieträger genauso wenig wegzudenken wie die Ausbau einer Big-Data IT Infrastruktur. Netzausbau, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Rentabilität sind direkt abhängig von der Kommunikationsverbindung zu den verschiedenen Anlagen.

Der Betreiber eines Offshore Windparks hatte mir im vergangenen Jahr eine Übertragungsgeschwindigkeit von 700 MBit/s genannt, die dauerhaft zwischen Park und entferntem Leitstand besteht. Der Messstellenbetreiber Discovergy erhält detaillierte Daten über die Smart-Meter im 2 Sekunden-Takt. Der Abruf der Minutenreserve läuft nur noch im Notfall per Telefon – der Rest geht direkt vom Merit-Order-List-Server (MOLS) zu den Anbietern.

Von Erzeugung über die Verteilung bis zum Verbrauch, das Kommunikationsnetz ist das Rückgrad der Energiewende. Teile zum Netzsausbau werden durch eine zentrale Datenintegration hinfällig. Der Umbau, vom dem in einer aktuellen DIW-Studie gesprochen wird (siehe auch Sonnenseite) geht einher mit dem Aufbau vieler Komponenten zum Fernwirken.

Die unter Drosselkom bekannt gewordene Absicht der Telekom zur Mengenbeschränkung der DSL Daten bekommt im Hinblick auf die Wichtigkeit der Fernwirktechnik ein Geschmäckle. Bei den Zwei-Klassen des Internets wird unterschieden zwischen Daten, die im Netz der Telekom ihren Ursprung haben und dem restlichen Internet. Unter der Bezeichnung Intelligente Netze zeigt der Telekommunikationskonzern seine Vorstellung vom Zukunft des Datentransfers für die Energiewirtschaft. Möglichst alles im eigenen Netz behalten – vom Letztverbraucher bis zur Erzeugung. Was die Telekom nicht erst in den Zeiten von BTX gelernt hat ist die Bedeutung von Infrastruktur zur Kundenbindung zu nutzen.

In einer Zeit vor der Stromnetzwende wurde das Stromnetz linear kontrolliert. Ähnlich einer Baumstruktur konnte man sich von den einzelnen Erzeugungsanlagen (Wurzel) hin zu den Verbrauchsanschlüssen (Zweige) bewegen. Durch die Stromnetzwende erfolgt allerdings auch eine Verflechtung der Steuerungsstrukturen. Konnte man bislang bei den Verteilnetzbetreibern eine Aggregation aller Betriebsdaten finden, so wird zum Beispiel durch die Verbreitung von virtuellen Kraftwerken die Betriebsdaten auf vielen Schultern verteilt. Ein Solarpark im Süden wird von einer Leitwarte im Norden bedient, wobei der Ertrag im Osten gehandelt und im Westen verbraucht wird.

Von MSCONS und Edifact über OPC bis zu proprietären Protokollen der Hersteller kommt bei der Datenübertragung eine Vielzahl von unterschiedlichen “Sprachen” zum Einsatz, die zumindest die analysierenden IT-Systeme vor eine semantische Herausforderung stellen. Neu ist, dass diese Daten dezentral anfallen, allerdings an mehren Stellen dezentral im entsprechenden Zusammenhang ausgewertet werden müssen. Den Datenschutz dabei zu gewährleisten ist dabei das geringste Problem.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Energiewende (541) | Energieerzeugung (14) | Steuerung (7) | Verwaltung (5) | Big-Data (2) | IT Infrastruktur | Versorgungssicherheit (50) | Netzausbau (52) | Kommunikationsverbindung




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