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Biogas: Unklare Rollen im Schattenkabinett der Energiewende

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Biogas: Unklare Rollen im Schattenkabinett der Energiewende

24.05.13  06:45 | Artikel: 955561 | News-Artikel (Red)

Biogas: Unklare Rollen im Schattenkabinett der Energiewende
©Fachverband Biogas e.V.
"Wir brauchen allerdings in der nächsten Legislaturperiode geeignetere rechtliche Vorgaben, die es ermöglichen, unsere zukünftige Rolle als erneuerbare Regel- und Ausgleichsenergie zu übernehmen. Biogas wird einen wertvollen Betrag zur Energiewende leisten, da es ein der wenigen erneuerbareren Energieträgern ist, der steuerbar Strom und Wärme bereitstellen kann" (Dr. Claudius da Costa Gomez. – Geschäftsführerin des Fachverbandes Biogas e.V.)

Der Fachverband Biogas. e.V. hat vergangene Woche eine Pressemitteilung veröffentlicht, die auf einen massiven Einbruch im Ausbau des Biogas hinweist. Im Vergleich zum Jahre 2011 wurden 74 Prozent weniger Anlagen in 2011 gebaut. Zum 31.12.2012 kommt man damit auf 3.352 Megawatt Leistung aller Anlagen zusammen. Deutlich zuwenig, wenn man sich die Rolle von Biogas innerhalb der Energiewende anschaut.

Welche Aufgabe hat die Erzeugung von Strom aus PV? – Welche Aufgabe die Erzeugung aus Wind?. Diese Fragen können meist recht leicht beantwortet werden, da ein einheitliches Bild über die Medien verbreitet wird. Sonnenstrom steht zu Zeiten des größten Verbrauchs zur Verfügung, d.h. ist ein Kandidat für Spitzenlast. Strom aus Wind steht auch in der Nacht zur Verfügung, weshalb er eher zur Deckung der Bandlast/Grundlast dient. Den Ausgleich von Schwankungen wird in einer Erzeugung aus 100% Erneuerbaren Quellen die Wasserkraft oder Speicher übernehmen. Biogas hat bislang noch keine feste Rolle zugewiesen bekommen.

Es fehlt etwas die Aufmerksamkeit, spielen die Anlagen im Strommix auch eher eine untergeordnete Rolle. Die lokalen Zeitungen berichten eher über Gemeinschafts-PV-Anlagen oder einen Bürgerwindpark als über den Versuch einer Bürger-Biogas/Biomasseanlage. Dabei schreibt der Fachverband auf seiner eigenen Seite:

Biogasanlagen haben “öffentlichen” Charakter, weil sie – anders als eine Solaranlage – stärker im Alltag eines Dorfes in Erscheinung treten, etwa beim Transport der Substrate.

Das mag einer der Gründe sein, weshalb sich Biogasanlagen hervorragend für Gemeinschaftsmodelle eignen. So können mehrere Landwirte miteinander eine Anlage betreiben und damit die Kosten und Risiken teilen. Oder Landwirte kooperieren mit dem regionalen Energieversorger, einer Kommune usw. (Quelle)


Fehlender Masterplan zur Energiewende
Nicht selten hört man, dass dem Projekt Energiewende ein Plan fehlt. Gerade beim Unterthema Stromwende führt dies zu unterschiedlichsten Äußerungen wie unlängst in einem Portal: “dein großartiger Zufallsstrom soll bitte welche Probleme lösen?” (Quelle), Dagebotsabhängige Stromerzeugung ist tatsächlich ein Thema, welches durch geeignete Prognoseverfahren deutlich unzufälliger wird. Der Offshore Erzeuger Dong-Energy konnte nach eigenen Angaben im Jahr 2012 an 352 Tagen Strom liefern. Dennoch wird es immer Abweichungen zwischen der Prognose der Erzeugung/Verbrauchs und dem tatsächlichen Zustand geben.


Ausgleichsenergie 19.05.2013


Das Wetter am Pfingstsonntag verdeutlicht den Bedarf an Ausgleichsenergie und damit die Notwendigkeit eines Ausbau von Biogasanalagen. Am Vormittag war es deutlich freundlicher und zum Teil auffrischender Wind. Das Druckgebiet, welches am Nachmittag über weite Teil hinwegzog, hat sich etwas mehr Zeit gelassen, als noch am Vortag vermutet. Um zirka 2 Stunden verzögerte sich so die Mehrleistung aus Wind – und die geringere Leistung aus Sonneneinstrahlung im Vergleich zur Hochrechnung der 4 Übertragungsnetzbetreiber.

Durch die Flexibilität im Betrieb, eigenen sich Biogasanlagen besonders für den Ausgleich der Prognosefehler. Nimmt man allein den Pfingstsonntag als Grundlage für einen grobe Bedarfsplanung, so hätte man 4.256 MW an Leistung benötigt. Fehlen also noch mehr als 900 MW um nur dieser Rolle gerecht zu werden.

Ron Kirchner hatte bereits im Oktober 2012 bei BiomassMuse ein interessantes Zitat:

Auch wenn der Ausbau der Stromnetze vor allem für die Weiterentwicklung der Sonnen- und Windenergie wichtig ist, sollten die Erneuerbaren beim Netzausbau als starkes Team auftreten, um die Energiewende voranzubringen.


Im Hinblick auf die Stromwende generell wünsche ich mir das starke Team für alle Bereiche der des Erzeugungsumbaus, denn die Schwächen des einen – sind die Stärken des anderen.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Biogas

Schlagworte:

Energiewende (541) | Legislaturperiode (4) | Biogasanlagen (4) | Bedarfsplanung | Ausgleichsenergie (2)




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