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Google Transparenzbericht - Malware grassiert auch in Deutschland

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Google Transparenzbericht - Malware grassiert auch in Deutschland

27.06.13  06:27 | Artikel: 955687 | News-Artikel (Red)

Google Transparenzbericht - Malware grassiert auch in DeutschlandDer Google Transparenzbericht ist normalerweise dafür bekannt, das dort Regierungsanfragen im Rahmen der staatlichen Zensur aufgelistet werden. Aktuell hat Google einen neuen Bereich hinzugefügt: Die Anzahl und Auswertungen über Manipulierte Websites und sog. Angriffswebsites. Schaut man sich die Zahlen genauer an, so ist Deutschland ziemlich betroffen.

Wir haben schon in diversen Beiträgen darauf hingewiesen, dass Content-Management-Systeme (CMS) und Billig-Provider nicht unbedingt das Optimum sind, wenn man eine nicht-private Seite betreiben will. Aber auch die durchschnittlichen Internetprovider sind stark betroffen. Die Ergebnisse, die derzeit im Google Transparenzbericht veröffentlicht werden sprechen da auch eine deutliche Sprache.

Warum wird der eine oder andere Provider schneller zum Angriffsziel, als andere. Über diese Frage lässt sich zwar nur spekulieren, trotzdem wird es einige durchaus handfeste Argumente geben.

Bei den Billiganbietern, die Homepagebaukästen und Content-Management-Systeme wie Joomla & Co. für fast geschenkt an die Kunden abgeben und sich auch niemand persönlich um die Webpräsenzen kümmert sind nahezu die meisten befallenen Seiten zu finden.

So rangieren unsere Lieblingsprovider Strato (STRATO AG (6724)) auf Platz 2 und 1&1 (1&1 Internet AG (8560)) auf Platz 14 der Liste über einen Zeitraum von einem Monat. Google gibt außerdem an, wie viele Seiten bei Provider gescannt wurden und den daraus berechneten Prozentwert.

Bei 1&1 wurden insgesamt 126.217 Websites (=2%) gescannt. 12.266 (10%) waren davon Malware-Sites. Bei Strato waren es 40.420 gescannte Site (=2%) und 7.407 Malware-Sites. Rechnet man die Prozentwerte auf die gesamte Anzahl von Websites um, die beim Provider gehostet werden, so merkt man schnell, dass mehrere Millionen Websites betroffen sind.

Gerade CMS-Systeme und Homepagebaukästen, die dem Kunden in Minutenschnelle und mit wenigen Klicks eine fertige Website zusammenbauen können legen kaum gesteigerten Wert auf Sicherheit. Diese müssen eigentlich nur zwei Anforderungen erfüllen: Schnell und billig. Im Vergleich zu den bekannten großen Anbietern sind die Anbieter für professionelle Webdienste nur am Ende der Liste oder gar nicht darin zu finden.

Individualprogrammierungen sind zwar im ersten Ansatz mit höheren Kosten verbunden, dafür laufen diese meist reibungslos und stabil und bieten kaum lohnende Angriffsflächen für Hacker und Co. Allein in den letzten 12 Monaten waren Dutzende von Websites renommierter Unternehmen von Malware befallen. Ob ein möglicher Image-Schaden billiger ist, wenn die Unternehmenswebsite für Potenzmittelchen wirbt, als ein paar Euro Investitionskosten für die Erstellung - muss jeder selbst entscheiden.

Google wird jedoch auch in Zukunft zeigen, welche Unternehmen in welchem Umfang betroffen sind.


Google Transparenzbericht: Screenshot der TopProvider-Liste mit Malware | 25.6.2013


Aktuelle Daten finden Sie auf der Google Website: Google Transparenzbericht


weitere Artikel zum Thema:

20.06.13: BSI veröffentlicht Sicherheitsstudie zu Content Management Systemen
22.05.13: Studie zur Website-Performance: viele Unternehmen haben keine Ahnung
08.08.12: Kommentar: Nachrichtenagentur Reuters Opfer von Hacker-Manipulation
21.01.13: Website der Intersolar Europe in den letzten Tagen Opfer von Hackerangriff
30.11.11: Von Content Management Systemen, Homepagebaukästen und Open Source



Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Statistik | Internet | Sicherheit

Schlagworte:

Transparenzbericht (4) | Google (70) | CMS (4) | Provider (7) | Malware (7)




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