Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 5)

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 5)

29.07.13  07:00 | Artikel: 955786 | News-Artikel (Red)

In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 5)Bei den vorangegangenen Teilen dieser Artikelserie wurde ein scheinbar harmloses, alltägliches Ergeignis in der Zukunft verwendet, um einen einzelnen Posten herauszuarbeiten: Hinter den Nebenkosten der Stromrechnung, die sich Netzentgelte nennen, ist ein Geschäftsmodell, welches keine Nebensache bleiben sollte. Ein Kostenfaktor, der bereits heute die Haushalte mehr kostet, als die gesamte EEG-Umlage.

Dieser letzte Teil der Serie soll ein Fazit ziehen und auch ein paar Punkte ansprechen, die bislang nicht beachtet wurden.

Einer der vernachlässigten Punkte ist die Direktvermarktung. Bei diesem Geschäftsmodell wird bei Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, direkt mit dem Abnehmer ein Vertrag geschlossen. Dies wurde vernachlässigt, da bei diesen Geschäften die auch hier notwendige Ausgleichenergie direkt organisiert werden muss. Prognosefehler - und die Suche nach deren Ursache – beschränkt sich auf einen überschaubaren Rahmen, Auch liegt es im Interesse des Erzeugers die Qualität der Prognose zu verbessern.

Ebenfalls wurde die Regelenergie ausgeklammert. Diese ist hinsichtlich ihres Abrufes sehr strikt reguliert. Es existiert eine maximale Kapazität, die zur Verfügung steht und ist ein Instrument welches immer eine Ursache hat (Frequenzschwankung). Durch die Abrufmengen, die auf den Seiten der Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht werden, ist dieser Markt vergleichsweise transparent.

Fazit
Zwar sind die Netzentgelte in den letzten Jahren nur moderat gestiegen, allerdings machen sie mit 26% des Strompreises (Quelle: Focus) einen spürbaren Anteil in den Kosten der privaten Haushalte aus. Die Empfehlung einen günstigen Stromanbieter zu wählen, kann als Suggestion gewertet werden, da dieser lediglich für die Profillast günstigere Konditionen als Wettbewerber erzielen kann. 75% des Strompreises sind nicht durch gutes oder schlechtes Handeln der Stromanbieter beeinflussbar.

- Empfehlung -
Gerade für das Gelingen der Stromwende muss es mehr Anreizfaktoren geben, die Qualität von Prognosen zu verbessern. Konzessionsverträge bei den Verteilnetzen sind zu langfristig, um einen wirtschaftlichen Druck bei den Netzentgelten aufbauen zu können.

Die Verteilnetzbetreiber unterliegen heute einer starken Regulierung, was ihre Gewinne angeht. Die Netzentgelte sind von der Bundesnetzagentur zu genehmigen, die wiederum eine 9% Eigenkapitalrendite als Obergrenze durchsetzt. Beim Abruf von Ausgleichenergie verdient allerdings nicht der Netzbetreiber, sondern der Erzeuger. Eine Kolchose, bei der es noch vier dominante Anbieter gibt. Bevor Diskussionen über Systemrelevanz bestimmter Kraftwerke geführt wird,, sollte der Markt der Ausgleichenenergie – oder genauer gesagt des Marktgeschehen im untertägigen Handel – näher begutachtet werden.

Der Vorschlag Grünstrom nur mit Grünstrom und Graustrom nur mit Graustrom auszugleichen ist ein Anfang, der einen indirekten Druck ausüben könnte.

Über die Immobilienblase, deren Entstehung und die Rolle der Banken hatte eine Analystin von JP Morgan im TV-Interview einmal gesagt: Gemacht wurde alles, was nicht explizit verboten war.

§42 Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen, Verordnungsermächtigung:

Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in oder als Anlage zu ihren Rechnungen an Letztverbraucher und in an diese gerichtetem Werbematerial sowie auf ihrer Website für den Verkauf von Elektrizität anzugeben:
1. den Anteil der einzelnen Energieträger (Kernkraft, Kohle, Erdgas und sonstige fossile Energieträger, erneuerbare Energien, gefördert nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, sonstige erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant im letzten oder vorletzten Jahr verwendet hat; spätestens ab 1. November eines Jahres sind jeweils die Werte des vorangegangenen Kalenderjahres anzugeben;

2. Informationen über die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf Kohlendioxidemissionen (CO2-Emissionen) und radioaktiven Abfall, die auf den in Nummer 1 genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind.

Es ist zulässig, dass ein Kernkraftwerk aus dem Winterschlaf geholt wird, wenn ich in 30 Stunden das Licht einschalte, selbst wenn ich mit meinem 100% Ökostromtarif explizit mich dagegen ausgesprochen habe.

Licht aus.

lesen Sie auch:

23.07.13: In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 1)
24.07.13: In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 2)
25.07.13: In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 3)
26.07.13: In 30 Stunden schalte ich das Licht ein (Teil 4)



Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Strommengen (15) | Übertragungsnetze (10) | Bilanzkreis (10) | Standard-Lastprofil (4) | Prognoseunsicherheit (3) | Übetragungsnetzbetreiber (3) | Vortagesprognose (3) | Strombörse (28) | Spotmarkt (16)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@955786







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

7.7.16 | Artikel: 970060
6 Millionen Euro für neues Forschungsprogramm zur Energiewende

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat ein neues Forschungsprogramm namens «Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW» gestartet.

aktuelle Informationen an Ihre Zielgruppe verschicken?
Newsletter Server V3: einfach, schnell, günstig!
12.7.16 | Artikel: 970061
SolarContact-Index: Photovoltaik-Nachfrage stürzt ins Sommerloch

Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats-Durchschnitt.

3.8.16 | Artikel: 970069
Preise für Strom, Gas, Heizöl und Kraftstoffe auf breiter Front gesunken

Das Jahr 2015 war gekennzeichnet durch sinkende Preise an den Energiemärkten. Davon konnten sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen profitieren.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
13.9.16 | Artikel: 970082
Trendmonitor: 68 Prozent der Deutschen kennen Energieverbrauch im eigenen Haushalt nicht

Den Bundesbürgern fehlt elementares Wissen, wenn es um den Energieverbrauch zuhause geht: 68 Prozent haben den eigenen Heizungskeller als größten privaten Energieschlucker nicht auf der Rechnung.

11.8.16 | Artikel: 970075
Börsen-Zeitung: Doppelter Milliardenschock - Kommentar zu Eon

Die Verwerfungen der Energiewende treffen Eon mit voller Wucht. Der Energiekonzern wähnte den Kapitalmarkt gut vorbereitet auf den Milliardenschock in der Bilanz.

Ihr eigenes Buch veröffentlichen.
Wir helden Ihnen dabei.
29.9.16 | Artikel: 970086
GrünStromJetons digitalisieren die Energiewende

Dass der persönliche Ökostromtarif am tatsächlichen Strommix aus der Steckdose nichts ändert, hat sich herumgesprochen. Dieser Umstand sorgt bei vielen umweltbewussten Verbrauchern für Ernüchterung.

28.9.16 | Artikel: 970084
Südwest Presse: Kommentar zu Energienetz Unter Strom

Im Norden bläst der Wind, so kräftig, dass viel mehr Ökostrom produziert werden kann, als vor Ort benötigt wird. Im Süden dagegen droht elektrische Energie zur Mangelware zu werden, weil hier die letzten Kernkraftwerke 2022 abgeschaltet werden.