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Macht die Energiewende den Strom unbezahlbar?

13.08.13  11:08 | Artikel: 955833 | News-Artikel (e)

Macht die Energiewende den Strom unbezahlbar?Als im vergangenen Herbst die Diskussion über steigende Strompreise begann, war die Schuldfrage scheinbar schnell geklärt: die Förderung von Solar- und Windkraft. Doch tatsächlich lässt sich damit nur ein Teil der Zusatzkosten erklären. Und dieses Argument unterschlägt, dass die Energiewende an anderer Stelle erhebliche Kosten spart. Langfristig zahlt sich die Energiewende aus.

Die Behauptung:
In den vergangenen Jahren sind die Verbraucherpreise für Strom erheblich gestiegen. Schuld daran sind die Mehrkosten für die Förderung von Sonnen- und Windenergie.

Die Fakten:
Wahr ist, dass unser Strom teurer wird: Die Kosten für Privathaushalte sind zwischen den Jahren 2000 und 2012 von durchschnittlich 14 Cent auf 26 Cent pro Kilowattstunde gestiegen. Wahr ist aber auch, dass die Förderung der erneuerbaren Energien nur einen Teil dieses Anstiegs erklärt: Sie betrug 2012 etwa 3,6 Cent pro Kilowattstunde, seit 2013 sind es 5,28 Cent pro Kilowattstunde. Betrachtet man den Strompreis des Jahres 2012 ohne die Erneuerbare-Energien-Umlage (mit der Sonnen- und Windenergie gefördert werden), liegt dieser mit über 22 Cent immer noch weit über dem, was Haushalte im Jahr 2000 bezahlen mussten. Der übrige Kostenanstieg ergibt sich aus Steuern, Abgaben – und den Preisaufschlägen vieler Stromerzeuger.

Wahr ist auch, dass die Kosten der Umlage nicht gerecht auf alle verteilt werden. Ursprünglich sollten nur Industriezweige, die besonders viel Energie für ihre Produktion benötigen, von der Erneuerbare-Energien-Umlage befreit werden. Im Jahr 2012 profitierten 734 Unternehmen von dieser Ausnahme. Für das Jahr 2013 hatten schon mehr als 2000 eine Befreiung beantragt – darunter sind auch solche, deren wirtschaftlicher Erfolg gar nicht von den Strompreisen abhängt. Das hat zur Folge, dass Privathaushalte und nicht von der Umlage befreite Unternehmen mehr zahlen müssen.

Betrachtet man die Kosten der Energiewende ganzheitlich, muss man auch die vermiedenen Belastungen für die Gesellschaft als Ganzes miteinbeziehen. So werden Kosten, etwa für Folgeschäden des Schadstoff-Ausstoßes von Kohlekraftwerken oder für die Endlagerung von Atommüll, durch die Energiewende vermieden. In den vergangenen fünf Jahren hat Deutschland dem Bundesverband der Erneuerbaren Energien zufolge so bereits 43 Milliarden Euro gespart.

Langfristig betrachtet zahlt sich die Energiewende darum aus. Auch für einzelne Verbraucherinnen und Verbraucher. Die Erzeugung von Ökostrom wird mittelfristig günstiger, während Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken ganz automatisch teurer wird (allein die Gaskosten sind in zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen). Das ist so, weil die fossilen Brennstoffe knapp werden, ihre Beschaffung deswegen teurer und riskanter wird. Die Energiewende kostet kurzzeitig, langfristig vermeidet sie Kosten. Denn im Gegensatz zu Öl, Gas oder Kohle sind Sonne und Wind Energielieferanten, die später keine Rechnung stellen.




(Quelle: Umweltministerium Baden-Württemberg)


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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik

Schlagworte:

Energiewende (541) | Strompreise (62) | Schuldfrage | Solar- und Windkraft | Zusatzkosten | Verbraucherpreise | Privathaushalte (5) | Unternehmen (104)




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