Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Aus dem Wind gedreht ...

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Aus dem Wind gedreht ...

16.08.13  09:00 | Artikel: 955846 | News-Artikel (Red)

Aus dem Wind gedreht ...Erst am Dienstag hatte blog.stromhaltig einen Bericht zur Situation im Deutschen Stromnetz unter dem Titel “Zu wenig Strom aus Deutschland“. Im Beitrag ging es vor allem um den Notwendigen Stromimport am selbigen Tage für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit. Nur 48 Stunden vorher, am Sonntag, beschreibt das Stadtwerke Konsortium eine andere Situation:

Im Rahmen seiner Direktvermarktungsaktivitäten hat das Stadtwerke-Netzwerk Trianel etwa 60 Windräder per Fernsteuerung aus dem Wind gedreht und rd. 100 MW Windleistung aus dem Netz genommen, um die Einspeisung aus erneuerbaren Energien der Nachfrage anzupassen. (Quelle: Zeitung für kommunale Wirtschaft)

Eine kluge Entscheidung, bedenkt man, dass allein in der Stunde von 15:00-16:00 Uhr zusätzliche Stromimporte von 2.881 MW in das Deutsche Netz eingespeist wurden und somit den lokalen Intraday Preis für die Deutsche Regelzonen belasteten.

Von Trianel wird als Begründung für die Maßnahme das Verhindern eines negativen Strompreises angeführt. Für das gewählte Zeitfenster lassen sich bei EPEXSpot folgende Marktdaten entnehmen, die von der ZkW Meldung abweichen:

Base: 11.99€/MWh | Peak: 8.43€/MWh | Low: -1.99€/MWh | High: 24.00€/MWh | Sell Vol: 2,801.1 MWh

Grafik: Agora Energiewende
Grafik: Agora Energiewende


Nach Angaben der 4 Übertragungsnetzbetreiber waren in Deutschland im Zeitfenster für die beiden EE-Produkte Solar und Windkraft folgende Leistungen im Netz:


Wind: 4491 MWh
PV Strom: 2541 MWh
Konv. Kraftwerke: 27864MWh


Folgt man den Angaben von Agora Energiewende war in Deutschland im Zeitfenster ein Verbrauch von 49.639 MWh feststellbar.

Gerade die rund 28.000 MWh aus konventionellen Kraftwerken sind Wasser auf die Mühlen der Strompreiswächter. Zur Erzeugung dieser Strommenge musste ein Primärbrennstoff verbrannt werden, wodurch CO2 Belastung ensteht – aber auch Kosten entstehen. Kosten, die letztendlich auf die Letztverbraucher umgelegt werden.

“Energie aus Gas, Dampf und Kohle” lautet der Slogan auf der Kraftwerksseite von Trianel. Ob einer der Kraftwerke am Netz war, als zeitgleich per Fernsteuerung die Windräder aus dem Wind gedreht werden, geht aus der Meldung nicht hervor. Selten findet man Berichte, wenn ein fossiles Kraftwerk wegen zuviel Strom im Netz runtergefahren wird, dabei sollte dies ein täglicher Akt sein, wenn es darum geht das Angebot der Nachfrage anzupassen. Berichte finden sich hingegen, wenn es darum geht ein Kraftwerk vollständig still zu legen oder in die Kaltreserve zu überführen.

Neben dem genannten Effekt bei der Direktvermarktung, können Anlagen auch auf Weißung des Übertragungsnetzbetreibers vom Netz genommen werden. Dadurch sollen Überlastungen auf Leitungsstrecken verhindert werden. Das Vorzeigeprojekt von Trianel für die Onshore Windenergie ist der Windpark Eisleben in Sachsen-Anhalt. Zuständiger Übertragungsnetzbetreiber ist die 50 Hertz Transmission. Auf deren Seite findet sich die Netzkarte auf der man auch die Situation rund um die Lutherstadt entnehmen kann. Nach Legendeninformation kam es zwischen 15:00-16:00 Uhr zu einer Anpassung nach §13 (2) EnWG von 60 MW, die sich im östlichen Sachsen abgespielt hat. Nach §13 (1) EnWG nennt 50 Hertz keine Redispatch Maßnahmen. Zu diesem lokalen Ereignis sei ein erneuter Blick auf die ENTSOe Daten geworfen, die einen Import von 700 MW aus Tschechien in die Regelzone des Übertragungsnetzbetreibers nennt.

Bedarfsgerechte Erzeugung ist und bleibt eine Stärke, der Windenergie und der Solarenergie. Setzt sich ein Betreiber in die Lage auch auf die Einspeisung zu verzichten, indem er durch Fernwirktechnik die notwendigen technischen Einrichtungen schafft, dann ist dies mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung. Ein Gelingen der Stromwende kann aber nur funktionieren, wenn der Einspeiseverzicht des Einen nicht zu mehr fossil – oder mehr Import – auf der anderen Seite führt.

Direktvermarktung geht aktuell von der Erzeugerseite aus und vermarktet an Großabnehmer. Um näher am Letztverbraucher zu sein, bedarf es auch einer Mikro-Direktvermarktung oder lokaler Strommärkte. Dieser Schritt ist bislang noch in weiter Ferne.

Stromaustausch mit Nachbaländern – 11.8.2013 15:00 – 16:00 Uhr
Stromaustausch mit Nachbaländern – 11.8.2013 15:00 – 16:00 Uhr (Daten: Entsoe)




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Stromhandel

Schlagworte:

Stromnetz (130) | Stromimport | Regelzonen (2) | Strompreis (146) | EPEXSpot (9) | Übertragungsnetzbetreiber (58) | Solar (322) | Windkraft (80) | Kraftwerke (69) | Bilanz (32)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@955846







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

aktuelle Informationen an Ihre Zielgruppe verschicken?
Newsletter Server V3: einfach, schnell, günstig!
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

26.9.16 | Artikel: 970083
Tennet: «Strompreis Erhöhung von 80%»

Die Kollegen des Mediums «Die Zeit» haben eine beachtliche Meldung in Umlauf gebracht: «Stromanbieter Tennet erhöht Preise um 80 Prozent». Da bekommt man gleich Mut zum Lesen .

28.9.16 | Artikel: 970084
Südwest Presse: Kommentar zu Energienetz Unter Strom

Im Norden bläst der Wind, so kräftig, dass viel mehr Ökostrom produziert werden kann, als vor Ort benötigt wird. Im Süden dagegen droht elektrische Energie zur Mangelware zu werden, weil hier die letzten Kernkraftwerke 2022 abgeschaltet werden.

13.10.16 | Artikel: 970089
EEG-Umlage steigt: Handwerkstag sieht Akzeptanz der Energiewende auf der Kippe

Die EEG-Umlage steigt erneut auf Rekordniveau, kein Ende der Kostenspirale in Sicht. Angesichts der für Freitag angekündigten Bekanntgabe der Erhöhung übt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold drastische Kritik…