Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Der Kampf um die Netze geht weiter ...

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Der Kampf um die Netze geht weiter ...

26.09.13  08:00 | Artikel: 955996 | News-Artikel (Red)

Der Kampf um die Netze geht weiter ...Immer mehr Kommunen diskutieren derzeit über den Rückkauf von Stadtwerken, Strom- oder Wärmenetzen. Diese "Rekommunalisierung" wird möglich, da vielerorts Konzessionsverträge auslaufen. In Hamburg hat sich in einem Volksentscheid eine knappe Mehrheit dafür ausgesprochen, und auch in Berlin befinden die Bürgerinnen und Bürger demnächst über den Rückerwerb der für das Gelingen der Energiewende elementaren Energienetze. (Prof. Dr. Claudia Kemfert im DIW Wochenbericht 38)

Am vergangenen Sonntag hatten die Bürger von Hamburg nicht nur bei der Bundestagswahl ein Kreuz zu machen, sondern auch im Rahmen eines Volksentscheids über die Rekommunalisierung des Netzes. Bereits vor zwei Monaten hatte blog.stromhaltig einen Gastbeitrag von Dr. Carola Ensslen einer der Köpfe hinter dem Volksentscheid. Kurz vor der Volksabstimmung gab es dann ein Foul vom bisherigen Netzbetreiber Vattenfall.

Muss der Bürger sich jetzt auch noch um die Eigentumsverhältnisse der Stromnetze kümmern?

Ja! Wie bereits im Beitrag zur Besitzstandswahrung auf Verteilnetzebene beschrieben, kommt es zu einem regelmäßigen Kampf rund um die Konzessionsvergabe. Die Stadträte/Gemeinderäte werden von den Interessenten unter Druck gesetzt und es werden Themen in die Diskussion eingebracht, die nur wenig mit dem Stromnetz selbst zu tun haben. Kommt es zum Volksentscheid, dann werden die Medien auch über das Instrument der Werbung instrumentalisiert. Wie das Medienmagazin ZAPP im August berichtete, hatte Vattenfall eine Zeitungsbeilage geschaltet, die erst auf den zweiten Blick als Werbung identifizierbar war.

Verteilnetze sind ein natürliches Monopol. Wer die Konzession hat, wird sie für deren Dauer bewirtschaften. Eine ähnliches Vorgehen hatte es bereits beim Telefonnetz gegeben. Da war es allerdings so, dass die letzte Meile im alleinigen Besitz der damaligen Post/Telekom gewesen ist. Mit dem Aufbau eines Marktes/Wettbewerbes wurde der ehemalige Staatsbetrieb dazu verpflichtet die Gespräche der anderen Marktteilnehmer durchzuleiten. Darum, dass dies geordnet zugeht, kümmert sich die Bundesnetzagentur (BNetzA).

Beim Stromnetz ist man einen leicht abgewandelten Weg gegangen. Im Zuge des Aufbaus eines Wettbewerbs wurde auch beschlossen, dass es illusorisch ist ein zweites Netz in alle Straßen zu allen Haushalten zu verlegen. Allerdings unterschied sich die Ausgangssituation, denn die Netze waren nicht im Besitz eines Staatsunternehmens, sondern bereits im Besitz von privatwirtschaftlichen Unternehmen. Im Zuge des Unbundling wurden die Unternehmensbereiche für den Netzbetrieb von den eigentlichen Versorgern getrennt. So entstand zum Beispiel im Südwesten aus der Süwag (Versorger) die Syna (Netzbetreiber). Die BNetzA überwacht nun, dass die beiden Unternehmen tatsächlich wirtschaftlich getrennt sind, um keinen Wettbewerbsvorteil aus dem Monopol der letzten Meile (Verteilnetz) ziehen zu können. Dies Erklärt die Zuständigkeit der Agentur für das genannte Foul in Hamburg.

Der Netzbetrieb ist zwar nicht für Hedgefonds geeignet, jedoch kann er durchaus rentabel ausgestaltet sein, denn bei der 1998 begonnen Liberalisierung der Stromnetze wurde der Essential-Facilities-Doktrin (s.h. Wikipedia) gefolgt. Der Netzbetreiber finanziert seine Leistungen über die Netzentgelte. Darin enthalten sollte auch die Kostendeckung für den Ausbau und die Modernisierung der Infrastruktur sein. Auch wenn es nicht belegbar ist, so wurde in den vergangenen Jahren (gefühlt) nur wenig in die Umrüstung von Trafohäuschen und Umspannstationen investiert. Die Verpflichtung dazu sollte Bestandteil der Konzessionsausschreibung sein.Dort sind solche Pflichten meist sehr schwammig oder allgemein formuliert.

Rückwirkend betrachtet war die Umsetzung der Liberalisierung am Ende der Ära Kohl (CDU) ein Fehler. Anstelle zunächst ein Staatsunternehmen zu schaffen und dann einzelne regionale Betreiber zu finden, hat man gleich auf den Wettbewerb vertraut. In der Folge entstehen die heutigen Kriege um das Stromnetz – und die Notwendigkeit der Bürger sich mit dem Thema zu befassen.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Netze (148) | Kommunen (7) | Rekommunalisierung (2) | Hamburg (10) | Monopol (14) | Verteilnetze (10)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@955996







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

Ihr eigenes Buch veröffentlichen.
Wir helden Ihnen dabei.
18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.