Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Claudia Kemfert: Subventionen für Kohlekraftwerke - Energiewende paradox

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Claudia Kemfert: Subventionen für Kohlekraftwerke - Energiewende paradox

25.10.13  09:07 | Artikel: 956060 | News-Artikel (Red)

Claudia Kemfert: Subventionen für Kohlekraftwerke - Energiewende paradox
Prof. Dr. Claudia Kemfert
© Oliver Eltinger
Es ist schon eine erstaunliche Argumentation, die man kürzlich aus NRW vernehmen konnte: den Kommunen brechen Gelder für die Finanzierung der Schulen und Hallenbäder weg, da die Stadtwerke zu geringe Renditen aus dem Energiegeschäft insbesondere die Stromverkauf mittels abgeschriebener Kraftwerke verdienen ...

Der Wirtschaftsminister aus NRW schlug vor, dass Subventionen für die Energiekonzerne bezahlt werden, damit die Kommunalkassen wieder besser gefüllt werden. Das erscheint paradox- warum Geld über Konzerne in Kommunalkassen transferieren und nicht direkt die Kommunen unterstützen?

Der Hintergrund ist der, dass die Strompreise an der Börse derzeit immer weiter sinken, da das Stromangebot weiter zunimmt- welches im Übrigen nicht nur an dem Zubau der erneuerbaren Energien liegt sondern vor allem auch an dem Überschuss an Kohlestrom. Wenn die erneuerbaren Energien im Netz sind, werden vor allem die Kohlekraftwerke -zu- selten abgeregelt, obwohl sie dies müssten und es notwendig ist, um den Stromüberschuss zu verhindern.

Der Strom wird verkauft, wenn auch zu geringen Preisen. Das mag die Gewinne schmälern, aber so funktioniert der immer wieder gewollte Energiemarkt. Und das ist im Zuge der Energiewende auch so gewollt und ist allen bekannt.

In NRW wurde in den vergangenen Jahren noch immer auf den weiteren Ausbau von Kohlekraftwerken gesetzt, obwohl absehbar war, dass sich die Kraftwerke mittelfristig immer weniger rechnen würden. Würde es weniger Kohlestrom geben, würde auch der Börsenpreis höher sein, die Kraftwerke würden sich mehr rechnen. Mit einem höheren CO2 Preis würde übrigens quasi automatisch der Kohlestrom verteuert und mehr finanzieller Anreiz gegeben sein , in Gas-Kraftwerke zu investieren.

Um einen höheren CO2 Preis zu erhalten, müsste der Emissionshandel wiederbelebt werden, auch dafür setzt man sich seitens des Wirtschaftsministeriums in NRW nicht ein. Dafür setzt man sich weiterhin für den Bau von Kohlekraftwerken ein, welche absehbar immer unwirtschaftlicher werden. Gas-Kraftwerke sind deutlich besser kombinierbar mit erneuerbaren Energien, da sie leichter hoch- und runter gefahren werden können. Aber auch diese rechnen sich nur mit einem höheren CO2- und Börsenpreis für Strom.

Tina Ternus: Bremser der Bürgerenergiewende
Leseempfehlung:

Über die Hintergründe
der Energielobby:

Tina Ternus:
Bremser der
Bürgerenergiewende
Nun Subventionen für eine verfehlte Energiepolitik zu fordern, ist aberwitzig. Hätte man früher in den Umbau der Energiewirtschaft investiert, müsste man heute weniger negative Folgeeffekte verkraften. Je früher in die notwenigen Bereiche der Energiewende finanziert wird, desto besser für die Wirtschaft. Auch und gerade in NRW kann die Wirtschaft von der Energiewende profitieren: durch mehr Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

Zahlreiche Zuliefer-Unternehmen der Energiewende sind in NRW beheimatet. Zudem geht es darum, den Strukturwandel weg von der Kohle hin zu mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien erfolgreich zu meistern. NRW hat ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht, welches genau diesen Wandel begleiten sollte.

Subventionen für unwirtschaftliche Kraftwerke zu fordern, um die kommunalen Kassen zu füllen, ist kurzsichtig und wenig zielführend: um den Kommunen zu helfen, sollte man jene geforderten Subventionen lieber direkt den Kommunen zukommen lassen, ohne dass Unternehmensinteressen Subventionen für eigene Unternehmensstrategien verschwinden lassen. Wenn man Energiekonzernen helfen will, dann sollte man den Strukturwandel weg von der Kohle hin zu erneuerbarer Energien erfolgreich meistern. Dann ginge es der Wirtschaft besser, den Kommunen und den Bürgern in Deutschland: über geringere Energiekosten.




Autor: Claudia Kemfert

www.claudiakemfert.de

Claudia Kemfert leitet die Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), ist Professorin an der Hertie School of Governance in Berlin und berät immer wieder Politiker zum Thema Energie und Klimaschutz. Vor kurzem kam ihr Buch “Kampf um Strom” heraus, in dem sie mit den Ökomythen & Energie-Irrtümern aufräumt.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Stromkosten

Schlagworte:

Energiewende (541) | Kohlekraftwerke (28) | Subventionen (20) | Energiekonzerne (14) | Stromüberschuss (2) | Börsenpreis (13) | Energiemarkt (31)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@956060







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

Sie suchen nach speziellen Lösungen?
Wir helfen gerne weiter...
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …