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Stromwende ist nicht Smart - Politik deeskaliert nicht, wer dann?

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Stromwende ist nicht Smart - Politik deeskaliert nicht, wer dann?

30.10.13  10:30 | Artikel: 956071 | News-Artikel (Red)

Stromwende ist nicht Smart - Politik deeskaliert nicht, wer dann?
Napopleons Truppen bei der
Schlacht von Solferino 1859
Es ist Krieg! Auf der einen Seite stehen die konventionellen Kraftwerksbetreiber, meist auch die Netzbetreiber – auf der anderen die Erneuerbaren Erzeuger und manche Ökostromkunden. Am Montag den 28.10.2013, bei einem Herbststurm mit wenig Wolken war es soweit: An der Front der Erzeugungsmenge gab es einen Status Quo. Die Kriegsberichterstatter sind selten neutral – Leser auch nicht.

#Energiewende: Heute 10 Uhr war mehr als 50% regenerativer Strom im Netz. Wind liefert 25 GW. Kommt jetzt die erneuerbare Strombremse?

- Volker Quaschning (@VQuaschning) October 28, 2013


Der Tweet von Prof. Quaschning zeigt, es gibt viele Fronten. Kaum gibt es an der einen Seite einen Gewinn im Stellungskrieg, bricht ein Gefecht an einer anderen Front los.

Opfer gibt es mit Sicherheit auf beiden Seiten und ein Henry Dunant ist auf dem Solferino des Stromnetzes nicht in Sicht,,, Zumindest nicht auf der politischen Bühne.

Smart sind Ingenieure die wollen, dass es rund läuft

Schaut man sich ein Hybrid-Auto einmal näher an, dann ist es ein faszinierendes Werk der Technik. Im Jahre 2008 kaufte ich mir meinen ersten Hybriden und halte dieser Technologie seither die Treue. Fossil und Erneuerbar spielen in diesen Autos zusammen ihre Stärken aus, so wird das fehlende Drehmoment des Benziners bei wenigen Umdrehungen dank Planetengetriebe durch den Elektromotor kompensiert.

Man möge sich einmal die Konstrukteure und Entwickler in Japan, Zuffenhausen, München oder Ingolstadt vorstellen, wenn sie die beiden Antriebstechniken aufeinander abstimmen. Nicht als Konkurrenz, sondern als harmonisches Gesamtkunstwerk.

Ingenieure wollen smarte Lösungen entdecken, auf die sie stolz sein können. Konflikte werden neutral entschieden für den Wert des Gesamtsystems. Das Gesamtsystem der Stromwende ist das SmartGrid mit seinen abstrakten Aufgaben Versorgung, Zuverlässigkeit und Rentabilität. Die Konflikte sind in der Antriebstechnik Braunkohle, Kernkraft, Wind oder Sonne. Das Planetengetriebe als Kompensation fehlt…

Viel zu weit von der Technik entfernt sind die betroffenen Problemfelder, als dass die Ingenieure sie mit ihren Mitteln erreichen können.

"Frau Kraft macht einen falschen Gegensatz auf: Die Energiewende ist nicht der Feind von Arbeitsplätzen und Industrie. Im Gegenteil, sie schafft tausende neuer Jobs und neuer Wertschöpfungen", sagte der Kieler Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) Handelsblatt Online.

Technik kann technische Probleme lösen. Beim Hybridantrieb genauso wie bei der Stromwende. Jedoch kann man Probleme nur lösen, wenn man eine Veränderung zulässt. Veränderung bedeutet den Status Quo verlassen zu lernen.

Smart ist nicht der neue Status Quo

There are various types of energy management applications. All of these applications are in use today, although some have found higher levels of adoption than others. (Bosch, Blogging Internet Of Things)

Wenn der SmartMeter dem SmartGrid eine Veränderung auf der DemandSide mitteilt, muss ein SmartStorage reagieren können. Vom Verbraucher zum Erzeuger oder Speicher. Das ist die normale Kommunikationsrichtung bei den Modellen rund um das SmartGrid. Beim Kombikraftwerk 2 existieren zarte Pflänzchen einer Erzeugungs-zu-Erzeugung (P2P) Kommunikation.

Nicht der Kühlschrank kommuniziert mit dem Großkraftwerk, sondern das Windrad mit der Biomasse Anlage – oder die PV-Dächer mit dem Atommeiler. Leider ist genau dies der Bereich, bei denen die finanzstarken Institute der Republik bislang wenig Antworten liefern. Es sind Fälle wie im Beitrag Aus dem Wind gedreht, die wir in Zukunft häufiger erleben müssen, damit das Stromnetz smart wird.

Smart ist gute Politik

Die Akteure, die per Kabel an das Stromnetz angeschlossen sind und somit die Schlacht um die Stromwende kämpfen, haben selbst erst einmal kaum ein Interesse die Spielregeln zu ändern. Was die Genfer Konventionen in Folge der Schlacht von Solferino war, sollte die Wirtschaftspolitik für die Stromwende sein.

Gesellschaftlich viel schlimmer ist, dass man keiner der Akteure zutraut wirklich neutral zu sein.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Netze

Schlagworte:

Ökostromkunden | Volker Quaschning (4) | Stromnetz (103) | Politik (54)




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