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Schwarzbrenner zeigt euch ...

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Schwarzbrenner zeigt euch ...

01.11.13  09:00 | Artikel: 956081 | News-Artikel (Red)

“Fossile Kraftwerke und Kernkraftwerke verbrauchen nämlich einen nicht unerheblichen Teil des von ihnen erzeugten Stroms selbst und das ebenfalls ganz ohne EEG-Umlage. Der Eigenverbrauch bei diesen Kraftwerken liegt in der Größenordnung mehrerer Großstädte. Um in den Worten des Umweltministers zu reden: Die großen Energiekonzerne haben sich schon seit langem entsolidarisiert.” (Prof. Volker Quaschning)

Es ist schon eine sehr emotionale und hitzige Diskussion, die der E.ON Chef Teyssen los getreten hat. “Private Stromproduktion ist wie Schwarzbrennerei” meinte der Konzernlenker im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Noch nie hat ein DAX-Vorstand sich so eindringlich für Kommunismus ausgesprochen. Klar ist, dass elektrische Energie ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität ausmacht und von daher nicht in die Hände von Privatunternehmen gehört…

Schluss mit der Satire, das Thema ist zu wichtig, denn es geht darum einen vermeintlichen Fehler zu korrigieren, wie es Claus Gorgs bei NWZ-Online nennt.

Stromverbrauch – Brutto und NettoSchwarzgebrannt für Interviews
Am Anfang der Woche war es RWE Chef Terium, jetzt ist es Teysseen. Das Mittel des Interviews scheint in den Print-Medien das geeignete Instrument zu sein, um kritische Fragen zu verhindern. Privat ist alles, was nicht staatlich ist. E.ON ist ein Privatunternehmen, dessen Anteile mit erstaunlichen 84,3% im Streubesitz befinden. Lediglich 5,91% der Anteile des Unternehmens sind in staatlicher Hand – in Norwegen.

Der beliebte Moderator Thomas Gottschalk beschreibt seinen eigenen Stil als “Dahingeschwubbelt”. Bei allen Formaten, bei denen es nicht nur um Unterhaltung ging wurde dieser Stil dem Moderator zum Verhängnis. Vorstandschefs dürfen dies scheinbar. Schade eigentlich, wenn FAZ, Welt und Süddeutsche ihr eigenes Personal nicht schulen können um fest im Journalistischen Sattel zu sitzen.

Leider werden nicht nur Interviews gegeben, deren Aussagen umgekehrt werden können. VKU und BDEW hatten im Juni einen Bericht veröffentlicht, welchen man auch hätte umdeuten können. Wenigstens hatte der Leiter des Geschäftsbereiches Strategie und Politik des BDEW damals hier im Blog kurz Flagge gezeigt :)

Schwarzgebrannt im großen Stil

Die Eigenbedarfsdeckung durch PV-Strom macht heute geschätzt ca. 0,5 – 1 % des Stromverbrauchs in Deutschland aus. Tendenz steigend, ja. Das ein Energiemarktdesign der Zukunft dies berücksichtigen sollte, ist klar. Auch, dass wir Mieter ohne Möglichkeiten der Erzeugung in die Direktabnahme örtlicher Energiegenossenschaften einbeziehen müssen. (Michael Pucher)

Rund 20% des in Deutschland erzeugten Stroms kommt niemals bei einem anderen Stromverbraucher an. Prof. Quaschning antwortete damals auf Rückfrage per Mail an blog.stromhaltig:
Eigenverbrauch umfasst meines Wissens nach auch den Eigenverbrauch innerhalb von fossilen oder nuklearen Kraftwerken z.B. für Speisewasserpumpen. Dieser ist nicht unerheblich.

Es sind nicht die gesamten 20%, aber vielleicht 10%. Für diesen Anteil des Stroms aus fossilen Kraftwerken wie dem E.ON Kraftwerk Heyden in Petershagen gilt, was Teyssen in seinem Interview kritisiert:

  • von Netzentgelten weitgehend befreit
  • speisten ihren Strom aber sporadisch ein
  • anstrengende Geschäftspartner im Netz

Kraftwerke speisen ihren Strom dann ein, wenn die Fahrpläne des Betreibers es vorsehen. Diese werden allerdings nur dann eine Einspeisung vorsehen, wenn die Brennstoffkosten gedeckt werden können. E.ON hat seine Stromproduktion nach eigenen Angaben bis ins Jahre 2014 verkauft. Geht der Strompreis nun runter, kann man sich neu eindecken – und macht einen höheren Profit. Die Anlagen von E.ON edis AG in der Windkraft helfen dabei, die Brennstoffkosten der fossilen Kraftwerke zu optimieren und noch günstiger Strom produzieren zu können. Das Unternehmen entscheidet (was sein gutes Recht ist), welche Erzeugungseinrichtung gewinnt, das Netz muss die räumliche Distanz als Geschäftspartner abfangen.

Schwarzgebrannt für die Marktwirtschaft
Die gesamte Diskussion über Eigenverbrauch und dessen Besteuerung – sowie die Diskussion über Blackouts – führt am Ziel weit vorbei. In Deutschland haben wir eine Marktwirtschaft, die in der Lage ist viele Dinge von selbst zu lösen.

Den Medien kommt dabei die Rolle der Berichterstattung zu, sie sollten keine Meinungsmacher sein. Wer die andere Seite auch einmal lesen will, der sollte beim Träger des Deutschen Solarpreises 2013 - Erhard Renz – vorbeischauen. Der Sonnenflüsterer hatte hier im Blog bereits einen Kommentar zur Schwarzbrennerei (damals Eigenstromprivileg genannt) abgegeben,





Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik

Schlagworte:

Kraftwerke (190) | Kernkraftwerke (11) | Eigenverbrauch (37) | Stromproduktion (11) | Schwarzbrennerei | Teyssen (4)




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