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Deutscher Journalisten-Verband: Konsequenzen ziehen

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Deutscher Journalisten-Verband: Konsequenzen ziehen

03.11.13  11:00 | Artikel: 956084 | News-Artikel (Red)

Deutscher Journalisten-Verband: Konsequenzen ziehenDer Deutsche Journalisten-Verband rät Journalisten dazu, bei Recherchen und digitaler Kommunikation auf die Suchmaschinen und E-Mail-Dienste von Google und Yahoo bis auf weiteres zu verzichten.

Hintergrund sind aktuelle Berichte über die mutmaßliche Ausspähung der beiden Anbieter durch die Geheimdienste NSA und GCHQ. "Die Recherchen von Journalistinnen und Journalisten sind genauso vertraulich wie die Kontaktdaten der Informanten und die Inhalte der Kommunikation mit ihnen", sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Es sei skandalös, dass die Geheimdienste in ihrem Überwachungswahn offenbar keine Grenzen kennen. Appelle an die Regierungen, den Informantenschutz und die Freiheit der Berichterstattung zu garantieren, blieben offenbar wirkungslos. Wo es möglich sei, müssten Journalisten die Konsequenzen ziehen und ihre Arbeitsweise verändern.

"Es gibt durchaus andere Suchmaschinen und Anbieter von E-Mail-Diensten, die nach bisherigem Kenntnisstand als sicher gelten", sagte Konken. Bei vergleichbarem Leistungsspektrum dieser Dienstleister sollten Journalisten wechseln, mindestens aber Verschlüsselungstechniken anwenden.

Die massenhafte Überwachung durch Geheimdienste und der Schutz der Pressefreiheit sind Themen, mit denen sich auch der DJV-Verbandstag 2013 vom 4. bis 6. November in Hannover beschäftigen wird.
[1]

Das der DJV eine Warnung ausspricht, ist schon sehr positiv zu bemerken. Allerdings ist diese Pressemitteilung in keinerlei Hinsicht vollständig und auch ein wenig naiv formuliert. Vermutlich werden die weiteren Informationen wohl auf dem DJV-Verbandstag kommuniziert werden.

So ist z.B. die Formulierung "bis auf weiteres" blanke Ironie. Als ob nach Klärung der Skandale die Nachrichten- und Schnüffeldienste, allen voran die NSA, nicht wieder zum Tagesgeschäft übergehen würden. Die Schweiz hatte sind in den letzten Tage dazu ein wenig deutlicher ausgesprochen und plädiert sogar dafür, möglichst auf US-amerikanische Software zu verzichten.

Die reine Angabe Konkens, es gäbe sichere Anbieter, klingt irgendwie unvollständig. Will gerade ein Journalistenverband dieses Wissen für sich behalten?
Sicherer sind kleine Internet-Service-Provider mit weniger als 1000 Kunden. Diese unterliegen nicht den gesetzlichen Schnüffel-Anforderungen, wie die großen Anbieter.

Wir freien (Fach-)Journalisten und diverse Technik-Blogger hatten bereits in der Vergangenheit auf die Problematik hingewiesen; dies auch in Bezug auf die diskutierte Vorratsdatenspeicherung. Es spricht für sich, dass wieder mal die Fachleute die Nase vorn haben, die keine hauptberuflichen Journalisten sind. Diese nimmt der DJV ja nicht auf.

Man kann nur hoffen, dass auf dem Verbandstag einige Redner mit Kompetenz anwesend sind.

[1] Qelle:DJV

____________
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30.08.13: Datenschutz - Deutsche Behörden schnüffeln auch
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(Autor: DJV | Björn-Lars Kuhn)


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Internet | Sicherheit | Datenschutz | Journalismus

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