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Am Beispiel der Fliegerei erklärt, warum Windkraft auch an schlechteren Standorten Sinn macht

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Am Beispiel der Fliegerei erklärt, warum Windkraft auch an schlechteren Standorten Sinn macht

03.12.13  08:29 | Artikel: 956180 | News-Artikel (Red)

Am Beispiel der Fliegerei erklärt, warum Windkraft auch an schlechteren Standorten Sinn machtDie Regierungsbildung in Deutschland befindet sich im Landeanflug. Nur noch schnell das OK der SPD-Mitglieder abholen, und schon können auch die folgenden Zeilen aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt werden:

Wir werden die Fördersätze senken (insbesondere bei windstarken Standorten), um Überförderungen abzubauen und gleichzeitig durch eine Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells dafür sorgen, dass bundesweit die guten Standorte mit einem Referenzwert von 75 bis 80 Prozent auch zukünftig wirtschaftlich genutzt werden können.

Wird dies umgesetzt, dann bedeutet dies, dass es an windarmen Standorten in Zukunft wohl keinen Zubau von Windkraftanlagen geben wird. Dabei sind genau diese wichtig, um in Deutschland eine auf erneuerbare Energie ausgelegte Versorgungssicherheit zu Gewährleisten.

Ein kleiner Ausflug in die Luftfahrt…

Die Metropolregion Rhein-Neckar ist für Hobby-Piloten ein Traum. Gleich 3 Flugplätze mit ausreichend Bahnlänge bieten sich an:

  • Flugplatz Worms (Bahnrichtung 240°/60°)
  • Flugplatz Mannheim (Bahnrichtung 270°/90°)
  • Flugplatz Speyer (Bahnrichtung 160°/340°)

Flugzeuge werden immer gegen den Wind landen, allerdings kann man die Bahn nicht in den Wind drehen, wodurch man die Bahnrichtung nimmt, bei der am wenigsten Seitenwind und der größte Anteil Wind auf die Bahn vorherrscht. Jedes Flugzeug hat eine maximal demonstrierte Seitenwindkomponente, d.h. eine Windgeschwindigkeit, die maximal 90° zur Bahnrichtung auf das Flugzeug einwirken kann. Wird diese überschritten, dann passiert so etwas wie im Jahre 2008 in Hamburg.

Windverteilung
Windverteilung für Mauer
30.11.2013
Die maximal demonstrierte Seitenwindkomponente einer Piper 28 beträgt etwa 17 Knoten. Beim Start in München sagte mir das Wetterbriefing, dass in Mannheim der Wind bei 170° mit 25 Knoten in Böen 30 Knoten vorliegt. Eine seltene Gegebenheit, da wir meist Süd-West und selten Nord-Ost Wind haben. Bei starken Föhn-Wetterlagen kommt es aber zu starken Winden fast aus Süd. Ich wollte nach Worms – obwohl Mannheim deutlich näher gab ich als Alternativflughafen Speyer (ca. 40 km) an. Untwirtschaftlich, aber dafür sicher.

Der Flugplatz Speyer ist für mich persönlich eher unrentabel, da er mit dem Auto aus meiner Richtung schwerer zu erreichen ist. Dennoch bin ich dankbar, dass er für mich bei entsprechenden Windlagen eine gute Alternative darstellt.

Windkraft: Meist unwirtschaftlich ist nicht gleich unnötig.
Bei der Gewinnung von elektrischer Energie durch Wind, gibt es ähnliche Verteilungen. Manche Standorte haben schwächeren Wind bei den Hauptwetterlagen, dennoch kommt es eben manchmal auch zu anderen Wetterlagen. Ein Beispiel sind die sehr starken Föhn-Lagen. Bei diesem Wetter wird warme Luft über die Alpen geweht. Da diese gegen die Luftmassen aus dem Norden drückt, gibt es in Deutschland dann manchmal eine Flaute im Norden bis zum Mittelgebirge. Stärkere Winde allerdings im Süden. Ein Gebiet, bei dem die Verteilung von Windkraftanlagen relativ dünn ist.Einige Lagen im Schwarzwald und entlang der Rheinebene können bei diesem Wetter am rentabelsten sein. Rentabel auch, da bei den anderen Standorten dann Flaute ist. Meist kommt es um die Weihnachtszeit zu dieser Wetterlage.

ausgleich windhoeffigkeit
Grafik: 100% Erneuerbar Stiftung
Die 100%-Erneuerbar Stiftung hatte in einer Studie untersucht, mit welchen Wahrscheinlichkeiten ein Schwachwind im Norden durch stärkere Winde im Süden ausgeglichen werden kann. Da es sich lediglich um Wahrscheinlichkeiten handelt, ist schwer die tatsächliche Wirtschaftlichkeit von Anlagen in diesen Regionen zu erkennen. Eines wird aber sehr deutlich sichtbar:

Unterschreitung des Referenzwertes von 75% ist wichtig für die Versorgungssicherheit.

Da Anlagen in diesen Gebieten auch eine Kapazität, wenn andere Gebiete ausfallen, ist von der Politik zu entscheiden, in welchem Rahmen der Aufbau in Erzeugungsmengen basierter Förderung erfolgen kann.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



2 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben

Bernd Gnirss Dienstag, 3. Dezember 2013 um 14:07

Dazu kommt noch ein Aspekt, den man in der Diskussion nie hört. Ein Auto, das weniger gefahren wird, hat logischerweise eine längere Lebensdauer. So ist das auch mit den Windrädern. Bingo?

Thorsten Zoerner Mittwoch, 4. Dezember 2013 um 01:16

Theoretisch ist das sogar bei einem Sparbuch mit 0% Zinsen so. Man legt das Geld dort für ein paar Jahre hin, nutzt es nicht und nach 10 Jahren. Bingo!


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Windkraft

Schlagworte:

Regierungsbildung | Referenzertragsmodell (2) | Windgeschwindigkeit | Luftmassen | Wirtschaftlichkeit (9)




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