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Technikrituale und Phobien

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Technikrituale und Phobien

09.12.13  10:00 | Artikel: 956205 | News-Artikel (Red)

Technikrituale und PhobienWas man als Neueinsteiger ins Berufsleben aber auch erstaunlicherweise als «langgedienter» Mitarbeiter immer wieder feststellen muss, selbst Menschen, die beruflich mit Technik zu tun haben, können das gar nicht haben, wenn andere damit souveräner umgehen als sie selbst.

Da mein Smartphone all meine Termine, sowie (da es sich um das Note 3 handelt) auch alle wichtigen ToDos und Notizen beinhaltet, nehme ich es logischerweise für gewöhnlich in Meetings mit, um mir digitale Notizen zu machen, einerseits, um Papier zu sparen, andererseits, um nicht die Termine und ToDos erst noch mühsam vom Papier in den digitalen Planer übertragen zu müssen.

Was ich dabei früher nicht bedachte. Der eine oder andere sieht das Smartphone immer noch bestenfalls als Spielzeug, schlimmstenfalls als Objekt des Bösen, das man nur in der allergrößten Not verwendet. Solch ein Papierfetischist kritisierte mich vor einiger Zeit, ich würde ja nur auf dem Smartphone rumspielen und nicht zuhören. Nun hätte ich mich hier auf einen langwierigen Disput einlassen können. Aber eines habe ich in meiner Zeit in Digitalien gelernt. die analogen Gestrigen kann man nicht bekehren, man kann sie bestenfalls ignorieren, sollte in der Regel aber einfach auf ihr Niveau heruntergehen.

Insofern habe ich mir angewöhnt (wobei ich das schon das eine oder andere Mal vergesse und dann wieder böse Blicke ernte, die mich aber mittlerweile nur noch sehr peripher tangieren und schließlich hab ich auch eine tolle direkte Vorgesetzte, die offen mit mir spricht und solche Fauxpas als das nimmt, was sie sind: PAL -> Problem Anderer Leute) weitestgehend auf die öffentliche Nutzung meines digitalen Notizblocks in Meetings mit Technikphobikern zu verzichten.

Und das ist auch die Botschaft, die ich anderen mit auf den beruflichen Weg gebe. Denkt euch immer technologisch runter auf die unterste anwesende Nutzungsstufe. Und das heißt leider immer noch. Nehmt Papier. Ihr müsst da ja gar nix schreiben. Aber wer Papier und einen Stift (je edler um so kompetenter) vor sich hat, der arbeitet. Wer sich aktiv Notizen auf digitaler Ebene macht. Der spielt.

Klingt zwar dämlich. Is aber so. Und erzählt mir jetzt nicht, da muss man durch, das muss man ignorieren. Leider sind oft eben die Hierarchieebenen die technophobischten, die auf deine berufliche Karriere direkt oder indirekt Einfluß nehmen können. Insofern, manchmal gilt hier, wie bei vielen Themen: Lächeln und Winken Jungs, lächeln und winken.

Was mich hier aber interessiert, ist es symptomatisch für uns Deutsche? Kennt auch ihr Fälle,wo jemand euch unbedingt belehren musste, weil ihr nicht so agiertet, wie es ihm/ihr passte, obwohl er eigentlich keinen Grund hatte, sich einzumischen?




Autor: Uwe Hauck: Living the Future

www.livingthefuture.de

Uwe Hauck arbeitet als Senior Software Engineer bei einem großen Finanzdienstleister und berät nebenberuflich KMUs zu Arbeitsplatz der Zukunft, Mobile Computing und Social Media und verbloggt seine Erkenntnisse unter www.livingthefuture.de



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Themenbereiche:

Kommentar | Technologie | Gesellschaft

Schlagworte:

Berufsleben | Smartphone (67) | Termine (2) | Spielzeug




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