Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Wenn Journalisten (Energie-) Nachrichten machen ...

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Wenn Journalisten (Energie-) Nachrichten machen ...

20.12.13  07:30 | Artikel: 956273 | News-Artikel (Red)

Wenn Journalisten (Energie-) Nachrichten machen ...... kommt manchmal das Gegenteil heraus.

Acht Studien und Berichte in 30 Tagen, so liest sich die Erfolgsgeschichte der Deutschen Bank Research. Fließband Content zu Tagesthemen und auch das Thema Energie und Strom darf nicht fehlen, kann man mit einem Positionspapier doch vielleicht die eine oder andere Entscheidung herbeiführen. Den besten Hebel hat man, wenn die Überschrift griffig und Medientauglich ist. Welche Einstellung hat man zu welchem Thema?

Der Konflikt: Die meisten Bundesbürger – und auch die Klein-und Mittelständler dürften gegen das Industrieprivileg sein, welches stromintensive Unternehmen zum Teil von der EEG-Umlage befreit. Heute kam der blaue Brief aus Brüssel, und Siechmar durfte als erste Amtshandlung verteidigen.

Wie bekommt man nun die Plebejer (lat: Plebs, Volk) mit den Patriziern (lat: Väter) verheiratet?

Am 26.11.2013 erschien unter dem Titel: “Energiewende 2.0 – Wettbewerbsfähigkeit nicht riskieren” eine Veröffentlichung der DB Research.

Die hart erarbeitete Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist bedroht. In den frühen
2000ern, als Deutschland noch als "kranker Mann Europas" galt, hat das
Land erfolgreiche Anstrengungen unternommen, um die Kosten des Faktors
Arbeit zu senken….

Nach 3 Wochen hatten scheinbar einige Journalisten bei Reuters und DPA-AFX dieses Werk gelesen und zur Studie gekürt. Ab auf den Ticker und schon entstehen daraus Schlagzeilen:

  • De-Industrialisierung Deutschlands hat begonnen (Die Welt)
  • Teurer Strom bewirkt De-Industrialisierung (Handelsblatt)
  • Hohe Strompreise fördern Industrie-Exodus (Manager Magazin)

Schlagzeilen, die einladen mehr zu lesen. Es verspricht spannender zu werden als die Meldung, die bei Renewables International bereits aufgegriffen wurde und im Original in der Volksrant stand:

Dat Aldel last heeft van de Duitse Wende is zwak uitgedrukt. Drie maanden geleden was de fabriek vrijwel failliet. De energierekening van de Duitse concurrenten ligt een kwart lager dan die van Karsten Pronk.

Die Firma Aldel ist eine niederländische Aluminiumschmelze. In Deutschland würde dieses Unternehmen wohl zu den Privilegierten zählen, denn für die Produktion braucht man Strom – sehr viel Strom. Vor drei Monaten stand das Unternehmen kurz vor dem Bankrott. “Das man unter der deutschen Stromwende leide sei eine Untertreibung”, lautet die freie Übersetzung des ersten Satzes. Es werden die durch die Energiewende in Deutschland niedrigen Strompreise angeführt, die dem Unternehmen enorme Wettbewerbsnachteile bringen. Man hat nun einen Anschluss an das Deutsche Stromnetz beantragt…

(Bild vom Sommer 2013)
Leider ist den Ticker-Knechten ein Passus aus der Deutschen Bank Research Veröffentlichung entgangen:

Deutschland bezieht schon 23% seines Stroms aus Erneuerbaren, und ein weiterer
Ausbau könnte die Wettbewerbsfähigkeit langfristig erhöhen. Aktuell muss
die Industrie hierzulande jedoch zweieinhalbmal so viel für Energie bezahlen
wie in den USA.

Damit decken sich die Ansichten zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Energiewende mit bekennenden Befürwortern (wie Prof. Quaschning). Für diese entscheidende Differenzierung war allerdings in der Meldung kein Platz mehr, wohl aber für die Warnung aus der Veröffentlichung:

Sollten die EEG-Umlage und die umlagebefreite Eigenerzeugung weiter ansteigen,
würde dies zu immer schneller steigenden Strompreisen für nichtbefreite industrielle
und private Kunden führen.

Diese Aussage dürfte zum Teil stimmen, denn bislang haben die Strompreise für Kleinverbraucher eine fallende oder stabile Tendenz nur, da die Börsenpreise im Keller sind. Jedoch soll durch das Price Coupling of Regions der Börsenstrompreis stabilisiert werden.

Die europäische Strombörse EPEX-Spot teilte per Pressemitteilung mit, dass ab dem 4. Februar 2014 der Startschuss ist, der als “wichtiger Schritt hin zu einem integrierten europäischen Strommarkt” angesehen wird. Im Klartext wird per Preiskopplung versucht die Übertragungskapazitäten zwischen den Ländern ideal abzuschöpfen. Preis Differenzen, wie sie unlängst beim Orkan Xaver entstanden sind (vergl. Beitrag) sollen damit vermieden werden.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik

Schlagworte:

Studien (4) | Fließband Content | Medientauglichkeit | Positionspapier (11) | De-Industrialisierung




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@956273







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

Werbung auf unserer Seite: 
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55
18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …