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Franz Alt: Energiewende 2014: Kohle oder Sonne?

06.01.14  08:45 | Artikel: 961104 | News-Artikel (Red)

Franz Alt: Energiewende 2014: Kohle oder Sonne?
Franz Alt
Bild: sonnenseite.com
In den Jahren 2000 bis 2012 war die Energiewende in Deutschland erfolgreich gestartet. Aus fünf Prozent Ökostrom wurden in wenigen Jahren 24%. Danach gab es jedoch eine Reihe politischer Fehlentscheidungen, zum Beispiel die Ökostrombremse von Peter Altmaier. Jetzt 2014 sind wir deshalb erst bei 25% Ökostrom. Die Energiewende geriet ins Stocken. Am Beginn des neuen Jahres und beim Start der neuen großen Koalition stellt sich die Frage: Energiewende wohin?

Gibt es – wie Lutz Wicke und Markus Schulte von Drach in ihrem neuen Buch fragen – eine Energiewende-Wende?

Die Energiewende ist ja kein Selbstzweck, sondern eine dreifache Notwendigkeit und Dringlichkeit:
  • Erstens: Die alten Energieträger gehen rasch zu Ende.

  • Zweitens: Deshalb werden die Energiepreise in den nächsten Jahren in Unermessliche steigen.

  • Drittens: Das Klimaproblem wird zur Überlebensfrage von Milliarden Menschen.

Die rasche Energiewende sind wir also unseren nachfolgenden Generationen schuldig. Freilich müssen die Kosten sozial verträglich gestaltet werden. Dafür und für den raschen Ausbau der Erneuerbaren müssen 2014 die Weichen gestellt werden.

Im Koalitionsvertrag stehen dazu freilich untaugliche Rezepte. Mit neuen Kohlekraftwerken sind weder die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen noch der rasche Ausbau der erneuerbaren Energien.

Die zentrale Frage für die Energiewende im Jahr 2014 heißt: Kohle oder Sonne?

Wem gibt die neue Bundesregierung den Vorrang? Für diesen neuen Kampf der Umweltbewegung hat die TAZ schon mal einige pfiffige Slogans vorgeschlagen: "Kohle? Nein Danke!", "Klimaschutz statt Kohleschmutz", "Energiewende? Ja bitte!", "Sonnenbrand statt Kohleland!".

Sigmar Gabriels Motto: "Wir können nicht gleichzeitig aus Atom und Kohle aussteigen" beantwortet diese Fragen leider nicht. Natürlich brauchen wir noch eine Zeit lang die alten Kohlekraftwerke, aber jedes neue Kohlekraftwerk versperrt den Erneuerbaren den Zugang ins Netz und belastet das Klima.

Das vernünftige Ziel kann deshalb nur ein rascher weltweiter Umstieg auf hundert Prozent erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Mobilität sein. Wer dieses Ziel ernsthaft erreichen will, muss deshalb selbst vorangehen.

Deutschland kann das, weil wir die notwendigen Technologien dafür entwickelt haben. Bei Solar, Wind und Biogas, aber auch bei Energiespeichern sind wir Deutsche Welt-Technologieführer. Welch eine Chance für die deutsche Wirtschaft! Freunde, also nicht jammern, sondern handeln!

Deshalb muss die gezielte Markteinführung von Solar- und Windenergie im eigenen Land fortgesetzt und nicht beendet werden. Außerdem benötigen wir Anreize für erneuerbare Energiespeicher-Technologien, weil Sonne und Wind nicht stetig zur Verfügung stehen. Die PV-Entwicklung in Deutschland, Spanien und Kalifornien hat gezeigt, was gezielte Markteinführung bewirken kann.

Fast unglaubliche Preissenkungen, die heute und erst recht morgen allen privaten Verbrauchern, aber auch der Industrie zu gute kommen, waren die Folge der Massenproduktion von PV-Modulen. Das EEG war für die Energiewende und den Klimaschutz erfolgreicher als alle Weltklimakonferenzen seit 1992 zusammen.





(Autor: Franz Alt)


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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik

Schlagworte:

Energiewende (541) | Ökostrom (58) | Sigmar Gabriel (45) | Kohlekraftwerke (28) | Energiespeicher (20)




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