Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Fell: Der weitere steile Ausbau der Erneuerbaren Energien wird Kohle zurückdrängen

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Fell: Der weitere steile Ausbau der Erneuerbaren Energien wird Kohle zurückdrängen

10.01.14  11:40 | Artikel: 961120 | News-Artikel (Red)

Fell: Der weitere steile Ausbau der Erneuerbaren Energien wird Kohle zurückdrängen
Hans-Josef Fell,
Bündnis 90/Die Grünen
Der Anteil der Braunkohle an der deutschen Energieversorgung erreichte im Jahr 2013 mit 162 Terawattstunden ein neues Rekordniveau. Mehr Kohle wurde zuletzt 1990 – zur Zeit der Wende – verstromt. Wie passt das mit der Energiewende zusammen?

Viele Medien und Politiker suggerieren, das Rekordniveau der Kohlenutzung und der steigende CO2-Ausstoß seien eine direkte Folge des Atomausstiegs. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien wird in Frage gestellt, weil die durch den Einsatz der Erneuerbaren gewonnenen CO2-Einsparungen vom Kohleboom zunichte gemacht werden.

Was auf den ersten Blick plausibel erscheint, ist eine verkürzte Darstellung der Realität und auch nur eine Zwischenbilanz auf dem Weg zu einer Vollversorgung mit 100% Erneuerbaren Energien. Der steile Ausbau der Erneuerbaren Energien hat trotz des Abschaltens zahlreicher Atomkraftwerke dazu geführt, dass heute schon klimaschädliche fossile Kraftwerke stillstehen. Die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke, die Deutschland mit Energie versorgen, richtet sich nach den Kosten der Stromerzeugung (so genannte Merit Order). Insofern ist es nur natürlich, dass aufgrund der stark zunehmenden Einspeisung Erneuerbarer Energie zunächst die teuersten Kraftwerke abgeschaltet werden. Dies sind derzeit vor allem Gaskraftwerke. Wenn die Erneuerbaren Energien schnell genug ausgebaut werden, wird es in Zukunft auch die nächstteureren Stromerzeugungsarten treffen und so werden trotz des Atomausstieges zunächst die Steinkohle- und später auch die Braunkohlekraftwerke überflüssig sein. Die enorme Zunahme der Kohleverstromung ist also nur ein Übergangsphänomen, solange der steile Ausbau der Erneuerbaren Energien beibehalten wird.

Dass allerdings mit der Braunkohle die schmutzigste und klimaschädlichste Art der fossilen Stromerzeugung gerade einen Zwischenaufschwung nimmt und nicht die vergleichsweise effizienteren Gaskraftwerke, zeigt auf, dass der Emissionshandel nicht funktioniert. Denn gerade dieser sollte doch die Klima- und Umweltschädlichkeit in den Energiepreis integrieren. Durch den starken Ausbau der Erneuerbaren ist die politisch festgelegte zulässige Emissionsmenge schnell übererfüllt und die Zertifikatpreise sinken massiv. Da der Emissionshandel im Grundsatz massive Fehler aufweist, sollte an einem Instrumentenwechsel gearbeitet werden. Eine CO2-Steuer kann die von fossilen Energieträgern verursachten Schäden wesentlich wirksamer und verlässlicher kompensieren. Mit einer CO2-Steuer würde die Braunkohle parallel zum Ausbau der Erneuerbaren Energien wesentlich schneller ökonomisch unter Druck geraten und nicht nur die Gaskraftwerke.

Insofern ist die Strategie der großen Koalition, den Ausbau der Erneuerbaren Energien auszubremsen, aus Klimaschutzgründen genau der falsche Weg. Der steigende Anteil der Erneuerbaren drängt immer mehr fossile Kraftwerke zurück. Mit einer europaweiten CO2-Steuer käme auch der Export von Kohlestrom schnell unter Druck, was den Ausbau der Erneuerbaren Energien sogar noch zusätzlich beschleunigen würde.

Es zeigt sich, dass die entscheidende Klimaschutzmaßnahme nach wie vor der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist – in Verbindung mit Energieeinsparungen und einer CO2-Steuer. Die Pläne der großen Koalition zum Ausbremsen der Erneuerbaren Energien führen jedoch zusammen mit dem Atomausstieg zu einer stärkeren und weiteren Produktion von Kohlestrom zulasten des Klimaschutzes. Wirksamer Klimaschutz ist ohne einen raschen Ausbau der Erneuerbaren Energien nicht möglich.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik

Schlagworte:

Kohle (196) | Ausbau (80) | Erneuerbare Energien (146) | Rekordniveau (3) | Braunkohle (52)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@961120







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.