Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Fell: Gabriel und Seehofer vernichten immer mehr grüne Jobs

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Fell: Gabriel und Seehofer vernichten immer mehr grüne Jobs

31.01.14  09:25 | Artikel: 961180 | News-Artikel (Red)

Fell: Gabriel und Seehofer vernichten immer mehr grüne Jobs
Hans-Josef Fell,
Bündnis 90/Die Grünen
Areva, Weserwind, Repower (jetzt: Senvion), Bard, Powerblades ... Man läuft Gefahr, sich an die sich häufenden Meldungen über Stellenstreichungen, Kurzarbeit und Insolvenzen in der Windenergie-Industrie zu gewöhnen.

Laut einer Umfrage der IG Metall Küste unter Betriebsräten sind dieses Jahr in der Offshore-Industrie 1.000 Arbeitsplätze in Gefahr, nachdem die Branche letztes Jahr bereits 2.000 Menschen auf die Straße setzen musste. Die Gewerkschaft macht die Große Koalition dafür verantwortlich, die massive Vergütungskürzungen für die Windenergie auf See vorsieht.

Die Offshore-Branche droht jetzt das gleiche Schicksal zu ereilen, wie in den letzten zwei Jahren die Solarindustrie. Eine fehlende Solarindustriepolitik und in Teilbereichen zu starke Kürzungen der Solarförderung haben neben den von einem kleinen Teil der Solarbranche selbst initiierten Solarzöllen zu etwa einer Halbierung des deutschen Marktes geführt. Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW) hat seit 2011 jeder zweite Mitarbeiter in der Branche seinen Job verloren. Viele Unternehmen können unter den derzeitigen politischen Bedingungen nicht mehr bestehen. Nach Krisenmeldungen von Solon, Q-Cells und Sunways machte zuletzt die S.A.G. Solarstrom Schlagzeilen, deren Insolvenz nun auch auf die ausländischen Tochtergesellschaften übergreift.

Auch die geplanten Einschränkungen für die Biogasbranche werden für weitere gravierende Jobverluste sorgen, nachdem im letzten Jahr bereits 20.000 Stellen gestrichen wurden.

Als nächstes wird es wohl die Windenergie an Land treffen, die bisher als einzige Branche noch stark dasteht und die noch weit mehr Menschen beschäftigt als die Offshore-Industrie: Die Große Koalition in Berlin plant Einspeisekürzungen und Ausbaudeckel, in Bayern will Seehofer die Onshore-Energie mit absurden Abstandsregelungen faktisch verbieten. Es ist zu befürchten, dass sich die Große Koalition unter dem Deckmantel der "Begrenzung der Kostendynamik" weitere Daumenschrauben ausdenkt.

Die Erneuerbaren auf der Zielgeraden nicht ausbremsen

Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Erneuerbaren-Energien-Industrien hunderttausende nachgelagerte Arbeitsplätze in der Stahlindustrie, dem Handwerk, dem Gewerbe und so weiter mittragen.

Die Erneuerbaren Energien sind auf dem besten Weg in die Marktfähigkeit. Photovoltaik und Windenergie an Land sind schon jetzt die kostengünstigsten Stromerzeugungsarten, da sie im Gegensatz zu konventionellen Kraftwerken keine teuren fossilen Energieressourcen verbrauchen. Doch von diesem Vorteil der Erneuerbaren können wir nur profitieren, wenn die Anlagen erst einmal errichtet sind. Und Voraussetzung für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren ist Planungssicherheit bei der Finanzierung.

Eine verfrühte Einführung der Direktvermarktung, die Erhebung der EEG-Umlage für selbst erzeugten Ökostrom und gesenkte Vergütungssätze bremsen den Siegeszug der Erneuerbaren Energien. Mit ihren Vorschlägen zur Deckelung des jährlichen Ausbaus der Erneuerbaren Energien weit unter dem Niveau der jährlichen Investitionen der letzten Jahre zerstören Gabriel und Seehofer das Vertrauen der Investoren und gefährden weitere zehntausende Arbeitsplätze. Obwohl die deutsche Energiewende im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit steht, stellt die Bundesregierung derzeit die Existenz des größten Teiles der Erneuerbaren-Branche in Frage.

Deutschland lässt sich vom weltweiten Erneuerbaren-Boom abhängen

Und von Frau Kraft, die im Wahlkampf lauthals den Schutz der Arbeitsplätze in der fossilen Schwerindustrie forderte, ist nichts zu den Jobverlusten in der Erneuerbaren-Energien-Branche zu hören.

Dabei muss sich Deutschland von den USA zeigen lassen, wie es richtig gemacht wird: dort hat die Anzahl der Arbeitsplätze in der Solarindustrie im letzten Jahr um 20% zugenommen (vgl. Solar Foundation).

Auch in vielen Staaten in Fernost gibt es inzwischen ein rasantes Wachstum der Erneuerbaren Energien. So hat China nach Schätzungen im letzten Jahr wohl 14 Gigawatt neu installiert und auch der Windkraftausbau geht dort zügig weiter. Damit liegt China weit über den selbst angepeilten Planzahlen.

Deutschland hat unter Rot-Grün mit viel Kraft und Engagement vor allem vieler mittelständischer Unternehmen die Erneuerbaren Energien als boomenden Wirtschaftszweig in die Welt gebracht. Nun wo der Weltmarkt richtig anzieht, fällt einem Wirtschaftsminister Gabriel nichts Besseres ein, als mit planwirtschaftlichen Deckelungen den Ausbau der Erneuerbaren Energien massiv zu drosseln und viele weitere Unternehmen in Insolvenz und Arbeitsplatzabbau zu schicken.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | EEG

Schlagworte:

Offshore-Branche | Gabriel (57) | Seehofer (22) | Arbeitsplätze (31) | Windenergie (93) | fossile Schwerindustrie




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@961180







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

Werbung auf unserer Seite: 
Rufen Sie uns an: 0800 50 50 60 55
27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

13.10.16 | Artikel: 970089
EEG-Umlage steigt: Handwerkstag sieht Akzeptanz der Energiewende auf der Kippe

Die EEG-Umlage steigt erneut auf Rekordniveau, kein Ende der Kostenspirale in Sicht. Angesichts der für Freitag angekündigten Bekanntgabe der Erhöhung übt Landeshandwerkspräsident Rainer Reichhold drastische Kritik…

Ihr eigenes Buch veröffentlichen.
Wir helden Ihnen dabei.
24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

26.9.16 | Artikel: 970083
Tennet: «Strompreis Erhöhung von 80%»

Die Kollegen des Mediums «Die Zeit» haben eine beachtliche Meldung in Umlauf gebracht: «Stromanbieter Tennet erhöht Preise um 80 Prozent». Da bekommt man gleich Mut zum Lesen .