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Akkreditierung: Presseausweis muss genügen - oder auch nicht

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Akkreditierung: Presseausweis muss genügen - oder auch nicht

18.02.14  10:45 | Artikel: 961220 | News-Artikel (Red)

Akkreditierung: Presseausweis muss genügen - oder auch nichtAm 14.2.2014 veröffentlichte der Deutscher Journalisten-Verband e.V. (DJV) folgende Pressemitteilung:

«Der Deutsche Journalisten-Verband hat aus gegebenem Anlass darauf hingewiesen, dass der Presseausweis des DJV und fünf weiterer Medienorganisationen als Grundlage für die Akkreditierung von Journalistinnen und Journalisten ausreichen muss. Hintergrund ist der anhaltende Streit um die Akkreditierung von Bloggern mit Presseausweis für den Deutschen Bundestag. Den von DJV, dju, BDZV, VDZ, VDS und Freelens ausgestellten Presseausweis erhalten nur hauptberuflich tätige Journalisten, die den Nachweis erbringen, dass sie von ihrer journalistischen Arbeit den überwiegenden Teil ihres Lebensunterhalts bestreiten. In welchen Medien sie veröffentlichen, ist dabei ohne Bedeutung.

"Für eine Unterscheidung zwischen Blogs und anderen Medien, wie der Bundestag sie offenbar vornimmt, gibt es keine nachvollziehbare Begründung", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Er forderte das Parlament deshalb auf, seine Akkreditierungspraxis umgehend zu überarbeiten.»
(Quelle)


Es ist durchaus schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, dass der DJV die Trennung zwischen Bloggern und Journalisten kritisiert. Der Deutsche Bundestag ist wohl noch nicht so weit. Allerdings ist auch der DJV ein sehr festgefahrener Verein. Presseausweise von den fünf o.g. Organisationen werden tatsächlich nur vergeben, wenn eben dieser Nachweis erbracht wird, hauptberuflich tätig zu sein.

Immer mehr Verlage greifen auf freiberufliche Journalisten zurück. Reicht dann diese Tätigkeit nicht mehr zum Leben, so ist der Presseausweis dann eben weg. Diskriminierung wegen Überangebot.

Ein wesentlich bedenklicherer Faktor ist allerdings die Haltung gegenüber "freien Journalisten" ohne entsprechendes Studium, die ihrer journalistischen Tätigkeit nicht auf Grund von Lebensunterhalt nachgehen sondern aus vielerlei anderen Gründen. So sind Blogger nicht an Verleger gebunden und können ohne (auch politische) Einschränkungen berichten.

Nebenberufliche sind oft die besseren Journalisten

Außerdem sind diese sehr oft Spezialisten im ihrem Fachbereich, was man gerade in unserem Themengebiet «Energiewende», bei den Hauptberuflichen - bis auf wenige Ausnahmen - eher nicht behaupten kann. Wie viele Hauptberufliche aus den großen Verlagshäusern schreiben denn dünne Pressemitteilungen von Unternehmen um?

Vielen Hauptberuflichen fehlt die Zeit, umfangreiche Recherchen durchzuführen - die Blogger haben diese Zeit, werden aber vom DJV nur als Hobby-Fraktion gesehen. Erstaunlich dabei ist, dass die DJV-Journalisten laut Umfrage ganz gerne auf das Wissen von uns Bloggern zurückgreifen - und letztendlich aus unseren Publikationen Wissen abgreifen.

Vor diesem Hintergrund ist die Haltung des DJV schon etwas arrogant. Journalismus sollte an Hand von Bekanntheitsgrad, Artikelzugriffen oder Qualität bewertet werden und nicht über den Verdienst.


Das Thema wurde auch schon im Blog von Tobias Gillen behandelt:
Blogger vs. Journalisten: "Premium-Blogger” bitte hier entlang


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09.01.13: Studie: Zwei von drei Journalisten nutzen Blogs für Recherchen (1)
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07.12.13: Journalismus für die Energiewende: brotlose Kunst
27.09.13: Kommentar: Die Wahrheit lebt durch den Mut der Journalisten
27.01.14: Buch: Herausforderung Energiewende - Jetzt lieferbar



Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Internet | Journalismus | Medien

Schlagworte:

Akkreditierung (3) | Presseausweis (2) | DJV (5) | Journalistinnen (2) | Arroganz (2) | Blogger (16)




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