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Fell: Erste Länder auch für Windkraftdeckel

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Fell: Erste Länder auch für Windkraftdeckel

20.02.14  08:30 | Artikel: 961230 | News-Artikel (Red)

Fell: Erste Länder auch für Windkraftdeckel
Hans-Josef Fell,
Bündnis 90/Die Grünen
Rheinland-Pfalz, Hessen, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg fordern nun auch einen Deckel für die Windkraft. Mit ihrer Forderung, den Windkraftausbau auf 3.500 MW pro Jahr zu begrenzen, lassen sie sich vor Gabriels Karren spannen. Was zunächst klingt wie die Verteidigung der Windenergie gegen die Deckelungspläne der Bundesregierung bei 2.500 MW, ist bei näherem Hinsehen viel mehr eine Unterstützung für Gabriels Kohlebestandsschutzpläne.

Nach allen Erfahrungen aus Ländern mit Ausbauobergrenzen weiß man heute, dass auch hohe Deckelungen zu einer Verringerung der Investitionen führen. So wurden in Spanien im Jahr 2009 nur 370 MW Photovoltaik installiert, weit weniger als die zugelassenen 500 MW. Mit diesem Deckel wurden in Spanien 25.000 Solararbeitsplätze vernichtet.

Investoren haben gerade in der Windkraft lange Vorlaufzeiten und hohe Investitionskosten bis sie überhaupt Anträge auf Baugenehmigung für Windräder stellen können. Wegen der langen Planungszeiten wird der zu realisierende Windskraftmarkt bei einem Ausbaudeckel noch weit unter dem der Photovoltaik liegen. Da niemand weiß, zu welchem Zeitpunkt die jährliche Ausbauobergrenze erreicht wird, müssen Investoren fürchten, dass sie ihren Antrag erst nach Erreichen des Deckels einreichen können. Dieses Risiko scheuen die weitaus meisten Investoren und beginnen daher gar nicht erst mit Projekten.

Jeglicher Ausbaudeckel schreckt Investoren ab. Der Deckelvorschlag der vier Länder von 3.500 MW ist daher kein guter Vorschlag für die Windkraft. Schnell kann es eine politische Einigung auf 3.000 MW geben. Die Wirkung wird dann jedoch ein Markt weit unter 1.000 MW sein.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



3 Kommentar(e) zum Artikel.
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EE_Freund Donnerstag, 20. Februar 2014 um 08:58

Macht sich H-J. Fell da nicht unnötig sorgen? Der Wert von 2.500 MW oder 3.500 MW ist doch ein "weicher" Deckel - analog zum Ausbauziel für PV heute. D.h. wenn der Zubau in 4 Quartalen überschritten wird, gelten automatisch geringere Einspeisetarife in der Zukunft. Es gibt also gar nicht die Situation, dass Investoren fürchten müssen, dass sie ihren Antrag erst nach Erreichen des Deckels einreichen. Oder habe ich das falsch verstanden???

F.H. Freitag, 21. Februar 2014 um 23:01

Selbst, wenn der Kommentarschreiber EE_Freund Recht hat, bleibt ja die Unkalkulierbarkeit der dann zukünftig gültigen Einspeisetarife. Ein Deckel würde sich also so oder so extrem negativ auf Investionsentscheidungen auswirken. Soweit mein Verständnis.
Was stimmt denn nun, kann jemand in dieser Gruppe die Fragen beantworten?

F.H. Samstag, 22. Februar 2014 um 22:39

Hans-Josef Fell schreibt: "Sie haben Recht. Zudem sind die Planungszeiten bei Windkraftanlagen viel länger als bei PV, so dass die „Weichheit“ des Deckels noch härter wirkt."


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Windkraft

Schlagworte:

Energiewende (541) | Bundesländer (15) | Windenergieanlagen (27) | Investitionskosten (19) | Windenergieprojekte (6) | Kohlebestandsschutzpläne




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