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Bundesverband Solarwirtschaft - Bezahlen für alles?

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Bundesverband Solarwirtschaft - Bezahlen für alles?

28.02.14  10:25 | Artikel: 961251 | News-Artikel (Red)

Bundesverband Solarwirtschaft - Bezahlen für alles?Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. ist die führende Vereinigung für die Photovoltaik-Industrie. Allerdings scheinen sich ein paar Veränderungen abzuzeichnen; dass vermittelt jedenfalls eine aktuelle Preisliste für Online-Werbung über verschiedene Medien.

Vor knapp zwei Wochen erhielten wir einen äußerst umfangreichen Newsletter des Verbandes, der mit viel Text dafür warb, eine der umfangreichen Werbeformen des Vereins zu buchen. Besonders "die Sichtbarkeit im Netz zu erhöhen" und sich auf einer "hoch frequentierten Seite zu präsentieren" waren die vorrangigen Argumente. Außerdem solle der Online-Branchenspiegel solarbusiness.de "den Beweis erbracht haben, dass Deutschland in wichtigen Bereichen der Solartechnik weiterhin Technologieführer sei".

Nun, Marketing bedient sich durchaus blumiger Sprache und auch gewisse, allgemein gehaltene Behauptungen, sind regelmäßig akzeptabel. Wird allerdings die eigene Plattform in solch hohen Tönen gelobt, so darf man durchaus ins Grübeln kommen, zumal wenn man die angehängte Preisliste dann sichtet.

Über die Preise für Banner-Werbung auf verschiedenen Webseiten oder im Newsletter lässt sich durchaus streiten. Da langen andere teilweise genauso hin. Aber der Eintrag auf dem o.g. Online-Branchenspiegel solarbusiness.de ist schon eine Erwähnung wert.

3.570 EUR muss man als Nicht-Mitglied für einen 2-Jahresvertrag für die Darstellung seines Unternehmens berappen. Allerdings kann die Seite gerade mal rund 2.200 Besuchern pro Monat verzeichnen. Dafür soll das Firmenprofil im Web besser gefunden und das Suchmaschinen-Ranking der eigenen (Kunden-)Seite erhöht werden. Zwar sind viele der gelisteten Unternehmen auf Googles Seite 2 zu finden, aber wenn ein Unternehmen nur ein wenig bekannter ist, dann ist man schon wesentlich weiter hinten.

Da fallen einem recht schnell ein Dutzend alternative Portale und Anbieter ein, die nur einen Bruchteil kosten und dafür auch gut 20 Mal mehr Zugriffe zu bieten haben (Wir selbst verzeichnen locker 6.000 Besucher pro Monat und selbst die noch junge Seite der Energieblogger liegt schon bei knapp 3.500 Besuchern im Monat). Zudem stellt sich die Frage, warum dieses Angebot nur etwa 50 Unternehmen nutzen.

Alles in allem scheint die Seite wohl ein eher dünner Versuch zu sein, mit wenig Aufwand viel Umsatz zu produzieren. (Ein paar Worte zur technischen Umsetzung finden Sie unten)

Was uns allerdings wirklich gestört hat, ist die Überschrift "Platzierung von Branchennews" in der Preisliste; bisher eine kostenlose Möglichkeit, die eigenen Unternehmensmitteilungen auf der Seite solarwirtschaft.de zu veröffentlichen. Laut Preisliste kostet diese Leistung jedoch nun rund 300 € für ein 10er-Kontingent.
Das ist zwar günstig, aber neu.

Selbstverständlich haben wir auch mehrere externe Personen gefragt, ob wir denn mit unserer Meinung allein stehen und die Preise nicht durchaus üblich sind: Ich hätte diesen Text nicht geschrieben, wenn unsere Position sich nicht mit anderen Meinungen decken würde.

So schreibt z.B. Jürgen Haar, Betreiber der Website photovoltaikforum.com:

Die Preise erachte ich als völlig überzogen und diese spiegeln auf keinen Fall die üblichen Marktpreise bei Onlinewerbung im EE-Bereich wieder.
Hier sollte der BSW ganz klar Rücksicht auf seine Mitglieder und die Branche nehmen. Er täte gut daran, wenn er unter den üblichen Marktpreisen bliebe und damit allen Hilfe und Unterstützung bieten würde, anstatt die eigenen Taschen zu füllen.


Natürlich hatten wir gleich nach Zusendung dieser Preisliste beim BSW telefonisch ein Statement abgegeben und nachgefragt, ob denn nun die Pressemitteilungen tatsächlich Geld kosten - mehrmals sogar. Außerdem wollten wir wissen, wie sich die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren entwickelt haben. In Zeiten, in denen die Solarunternehmen so dramatisch wegsterben, eine durchaus berechtigte Frage. Und als Mitglied hatten wir auch nach dem aktuellen Geschäftsbericht gefragt.

Leider hat der BSW trotz mehrmaliger Nachfrage in keinerlei Form reagiert.

Es gibt übrigens eine ganze Reihe von Alternativen, um sich für die Energiewende zu engagieren, wie z.B. den Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV), der durchaus in der Vergangenheit nicht unbemerkt geblieben ist oder auch den Deutschen Solarbetreiber-Club e.V. (DSC), der sich auch um die Belange der kleinen Unternehmen kümmert.


Technische und rechtliche Aspekte zur Website solarbusiness.de ...

Wirft man auch noch einen schnellen Blick in den Quelltext und die Einzelseiten, so fallen ein paar weitere Kleinigkeiten ins Auge:

1. einheitliche und falsche Meta-Tags
Nach den Google-Richtlinien sollte jede Einzelseite eine individuelle Beschreibung haben. Beim BSW wurde darauf verzichtet und jede Seite hat die gleiche Description anstatt eine Beschreibung des zahlenden Unternehmens:

<meta name="description" content="Der Branchenspiegel der deutschen Solarwirtschaft. Firmenprofile und Ansprechpartner aus allen Stufen der Wertschöpfungskette der Photovoltaik und Solarthermie." />


Die enthaltenen Keywords sind seit knapp zwei Jahren übrigens obsolet:

<meta name="keywords" content="Solarwirtschaft, Solarthermie, Photovoltaik" />


2. "hochwertiges", kostenloses Content Management System (CMS)
Überraschend ist, dass die Seite über das CMS Joomla erstellt worden ist. Joomla ist ein kostenloses Open Source CMS und Seiten, wie die hier besprochene, können damit innerhalb von ca. 4 Stunden erstellt werden, erreichen dann jedoch z.B. beim Google Speed Test und anderen Prüfungstools eher nur geringe Werte.

3. fehlender Hinweis auf den Datenschutz
Auf der gesamten Seite ist keine Datenschutzklausel vorhanden, obwohl das Tracking-Tool Piwik verwendet wird und mehrere Cookies gesetzt werden. Erstaunlich, das diese Hinweis auf der Hauptseite des Verbandes enthalten ist.

4. Unternehmensdaten per Javascript anzeigen
Ein besonderes Gimmick ist, dass die Einblendung der Firmeninformationen über Javascript gemacht worden ist. Vermutlich wollte man ein einfaches Auslesen dieser Daten aus dem Quelltext verhindern. Allerdings sind wir mittlerweile soweit, das selbst Google diese Scripte lesen und verarbeiten kann, was diese Art der Programmierung zu Makulatur macht.







Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Verband | Marketing | Preise

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Bundesverband Solarwirtschaft (4) | BSW (17) | Newsletter (5) | Marketing (34) | Preisliste | Kosten (125) | Umsatz (24) | Alternativen (9)




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