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EE-Energiewende jetzt! – (Nicht nur) Geringere Terrorgefahr dank Ökostrom

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EE-Energiewende jetzt! – (Nicht nur) Geringere Terrorgefahr dank Ökostrom

06.03.14  09:45 | Artikel: 961264 | News-Artikel (Red)

EE-Energiewende jetzt! – (Nicht nur) Geringere Terrorgefahr dank ÖkostromDie Stromwende ist im vollen Gange. Es zeigen sich zwei Trends: Die Erzeugung von elektrischer Energie wird lokal, am Ort des Verbrauchs gelöst. Das Geld wird in der Ferne verbrannt.

Der Energieblog Niedersachsen und einige Energieblogger haben zur einer Blogparade aufgerufen, die die Gründe für eine Energiewende mit Erneuerbaren Energieträgern beleuchten soll. Frei nach dem Motto: Wenn nicht jetzt – wann dann?

Die Europäische Kommission verurteilte die französische EPEX Spot zu einem Bußgeld von 3,6 Millionen Euro, der norwegischen Nord Pool Spot (NPS) kostet die unerlaubte Zusammenarbeit 2,3 Millionen Euro. (klimaretter.info)

Mit dem Handel von Strom kann man Geld gewinnen.
Nur leider nicht verdienen.


Im Februar hatte blog.stromhaltig bereits über den real existierenden Freihandel unter dem Deckmäntelchen PCR geschrieben. Wer wie wo Geld gewinnt und in welcher Höhe kann nicht wirklich nachvollzogen werden. Fakt ist nur, dass am Spot-Markt – also dem Markt, an dem der Strom aus Erneuerbaren Quellen gehandelt wird – die Verkaufspreise von über 90% des Stroms aus diesen Anlagen regelrecht verramscht wird. Branchenanalystin Tina Ternus vom PV-Büro beschreibt dies als das “EEG-Paradoxon”.

Etwas umgangssprachlich formuliert kann man sagen, dass für etwa 90% des Stroms aus Sonne und Wind in Deutschland gilt: Er wird verkauft von einem Verkäufer, der kein Interesse hat einen guten Preis zu erzielen, da er mehr Freund mit den Käufern ist, als mit den Erzeugern. Die Zeche für das Low-Budget-Geschäft zahlt der Stromkunde, da die niedrigen Preise zumindest in Deutschland verallgemeinert werden (etwa 50% der EEG-Umlage – etwa 10 Mrd. Euro/Jahr).

Die Gewinner sind die Käufer, die am Spotmarkt ihren Strom beziehen dürfen/wollen. Der größte Anteil sind Verteilnetzbetreiber, da sie die Produkte des Spotmarktes brauchen um Mehr- oder Mindermengen auszugleichen. Oder es sind Großabnehmer, die ihren Verbrauch steuern können. Es sind nicht Kleingewerbekunden und private Haushalte, die per Standardlastprofil abgefrühstückt werden. Diese zahlen aber für die niedrigen Preise.

Strom aus Erneuerbaren verursachten das Problem.
Strom aus Erneuerbaren lösen das Problem.


Der heutige Erfolg des Spotmarktes ist vor allem dem krampfhaften Versuch geschuldet eine Marktintegration von Storm aus Sonne und Wind hinzubekommen. Der für Deutschland zuständige Spot-Markt (EPEXSpot) ist die einzige (private) Handelsplattform weltweit, die im Gesetz eines Nationalstaates verankert ist. Zwei Faktoren vergrößern das gehandelte Volumen an diesem Markt künstlich:

  1. Strom aus Erneuerbaren wird keine Zulassung für das Contracting gegeben
  2. Strom aus Anlagen unter dem Mantel des EEG werden zwangsvermarktet

Gerade die Zwangsvermarktung an einem Börsenplatz ist ein sehr unübliches Phänomen. Zwar freut sich die EPEXSpot über ein immer größeres Handelsvolumen (vergl. Pressemeldung), allerdings darf man nicht vergessen, dass Strom aus anderer Erzeugung zu 80% nicht über eine Börse gehandelt wird.

Eine Möglichkeit ist die Förderung von lokalem Stromhandel. Aktuell ist lediglich die Belieferung in der “direkten Nachbarschaft” einer Anlage möglich. An dieser Stelle kommen die Erneuerbaren Energieträger – aber auch Mini-BHKWs ins Spiel, da sie Kleinerzeugung erlauben.

Mit dem Aufruf zu 25% Lokal und Kommunal soll deutlich gemacht werden, dass dies auch ein wirtschaftlicher Faktor ist, den Städte und Gemeinden für sich nutzen können.

Terrorgefahr: Handel
Terrorgefahr: Zentrale Strukturen


Der wohl günstigste Terrorangriff, den man aktuell in Deutschland durchführen kann, ist ein aktives Aushebeln des Spot-Marktes. Ähnlich wie an allen Börsenplätzen gilt auch hier, dass der Schmetterling ein Orkan auslösen kann. Möglich wird dies durch die Signalwirkung von gegenläufigen Handelsgeschäften.

Die Gefahr von zentralen Strukturen kann man am besten mit den Gründen für das Internet beschreiben. Dieses Netz wurde einst als ARPA-Net geschaffen, um ausfallsicher auch im Falle eines atomaren Angriffs zu sein. Realisiert wurde dies, indem jeder Rechner der angeschlossen ist im Prinzip gleichzeitig Server als auch Client sein kann. Daten bereitstellen – oder Daten Abrufen kann. Fällt ein Server aus, so ist lediglich dessen Information verloren – das gesamte Netzwerk bleibt aber weiter bestehen.

Durch das alternde Kraftwerksdeutschland verlässt man sich im Moment darauf, dass eine zentrale Struktur fehlerfrei läuft. Ein Blick auf die “ungeplante Nichtbeanspruchbarkeit” zeigt, wie gut dies funktioniert. Ein Meer von Kleinerzeugern hat dieses Problem nicht. Die vorhandenen Leitungsstrecken reichen aus, um nicht nur die gerne verwendete “N-1″ Sicherheit zu gewährleisten, sondern bietet deutlich mehr Redundanz.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | EEG

Schlagworte:

Terrorgefahr | Handel (24) | Ökostrom (58) | Energiewende (372) | EPEX Spot




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