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GdP warnt vor deutlichem Anstieg der Cyberkriminalität

18.03.14  08:30 | Artikel: 961297 | News-Artikel (e)

GdP warnt vor deutlichem Anstieg der Cyberkriminalität Malchow: "Tatort Internet schon so alltäglich wie Körperverletzung und Wohnungseinbruch"

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) rechnet mit einem deutlichen Anstieg der sogenannten Internetkriminalität.

GdP-Bundesvorsitzender Oliver Malchow: «Die Auswertung der Fallzahlen im vergangenen Jahr in einzelnen Bereichen lassen auf einen alarmierenden Trend schließen. Während die Gewaltkriminalität offenbar zurückgeht und auch in der Bekämpfung der Wohnungseinbrüche regional Erfolge erzielt werden konnten, scheinen Straftäter zunehmend das Internet als Betätigungsfeld zu entdecken.»

Steigerungsraten von über 30 Prozent in Hamburg und Nordrhein-Westfalen sowie rund 12 Prozent in Sachsen-Anhalt und fast 10 Prozent in Schleswig-Holstein offenbarten, so Malchow, die eklatanten personellen, technischen und rechtlichen Schwachstellen der Polizei.

Der GdP-Bundesvorsitzende: "Die aus einigen Bundesländern bereits bekannt gewordenen Zahlen sind nur die Spitze des Eisbergs, da Taten aus dem Ausland nicht berücksichtigt werden. Steht der Server, über den ein deutscher Internet-Nutzer angegriffen wird, im Ausland, dann enden in der Regel die polizeilichen Ermittlungen und die Tat wird nicht in der Kriminalstatistik erfasst."

Zudem, so der GdP-Chef, spiele beim Tataufkommen das Anzeigeverhalten eine nicht zu unterschätzende Rolle. Oft werde die Tat auch einfach nicht bemerkt. Gerade bei der Internetkriminalität müsse daher von einer hohen Dunkelziffer ausgegangenen werden. Malchow: "Fakt ist, wir brauchen dringend mehr Personal, eine deutlich verbesserte und beschleunigte internationale Kriminalitätsbekämpfung sowie länderübergreifende Rechtshilfe. Nur mit höheren Auswertekapazitäten und mehr IT-Experten können wir diese Entwicklung aufhalten."

Straftaten mit dem "Tatmittel Internet" werden seit 2010 bundesweit in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) ausgewiesen. Im Jahr 2012 handelte es sich dabei um mehr als 70 Prozent Betrugsdelikte, zu denen unter anderem Waren- und Computerbetrug zählt sowie die Verbreitung pornographischer Schriften. Insgesamt erfasste die Polizei im Jahr 2012 mit mehr als 229.400 Fällen rund 7.100 mehr als im Jahr zuvor. Malchow: "Damit ist der Tatort Internet in Deutschland schon so alltäglich wie Körperverletzung und Wohnungseinbruch."

Cyberkriminalität sei längst keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern Realität, so der GdP-Chef: "Nicht nur Staaten und Unternehmen werden angegriffen, sondern es werden gerade auch die kleinen Leute täglich ausgespäht und abgezockt." Ein offensichtlicher Beleg dafür seien die von Jahr zu Jahr zunehmenden Anfragen geschädigter Bürger an Polizeidienststellen und Landeskriminalämter. Dennoch gibt der GdP-Bundesvorsitzende den Kampf gegen die Cyberkriminalität nicht verloren: "Wir dürfen nur nicht ins Hintertreffen geraten. Personelle und technische Investitionen sind notwendig, aber ebenso auch die Möglichkeit der Vorratsdatenspeicherung."



Andere Artikel zu diesem Thema:

19.02.13: Peter Schaar: Das falsche Spiel mit der Vorratsdatenspeicherung
07.01.14: Piratenpartei: Das alte Lied der Vorratsdatenspeicherung
27.11.13: Katharina Nocun: «Große Koalition schafft mit Vorratsdatenspeicherung die Unschuldsvermutung ab»
22.06.12: Kommentar: fixe Idee: Minister Friedrich und die Vorratsdatenspeicherung
13.03.14: Buch: «Netzpolitik & Sicherheit» - Ein Querschnitt über Meinungen, Fakten und Hintergründe



(Quelle: Gewerkschaft der Polizei - Bundesgeschäftsstelle (GdP))


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Themenbereiche:

Internet | Wirtschaft | Sicherheit | Datenschutz | Studie

Schlagworte:

Cyberkriminalität (9) | Internet (138) | Körperverletzung | Wohnungseinbruch | Internetkriminalität




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