Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Fell: Die Schweiz fördert solaren Eigenverbrauch - Deutschland bremst

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Fell: Die Schweiz fördert solaren Eigenverbrauch - Deutschland bremst

21.03.14  09:40 | Artikel: 961311 | News-Artikel (Red)

Fell: Die Schweiz fördert solaren Eigenverbrauch - Deutschland bremst
Hans-Josef Fell,
Bündnis 90/Die Grünen
Die Schweiz hat mit der Revision der Energieverordnung den Weg für den solaren Eigenverbrauch geebnet. Kleine PV-Eigenverbrauchsanlagen erhalten in Zukunft eine Einmalvergütung, die bis zu 30 Prozent der Investitionskosten beträgt (Quelle). Dieses innovative Fördermodell für die erneuerbare Eigenstromerzeugung wird ausgerechnet von der Schweiz verabschiedet, die sich bislang in Sachen Solarstrom sehr restriktiv gezeigt hat.

Deutschland geht dagegen den umgekehrten Weg. Bundesminister Gabriel will den klimafreundlichen Eigenverbrauch finanziell unattraktiv machen, indem Unternehmen und Privatverbraucher in Zukunft für den selbst erzeugten und verbrauchten Strom aus erneuerbaren Quellen 70 Prozent der EEG-Umlage zahlen sollen.

Nicht nur die Erneuerbare-Energien-Branche, sondern auch Wirtschaftsverbände laufen seit Wochen Sturm gegen die geplante Zusatzbelastung. Nach Berechnungen des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) würden dadurch in der Jahresstromrechnung nur Einsparungen von 75 Cent pro Haushalt erreicht. Dem steht eine Verlängerung der Amortisationszeiten von PV-Anlagen auf über fünfzehn Jahre gegenüber, wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) errechnet hat. 90 Prozent der BSW-Mitglieder rechnen damit, dass dann sogar das magere politische Solarenergie-Ausbauziel von 2.500 MW verfehlt werden würde.

Und es gibt auch verfassungsrechtliche Bedenken. Die Rechtsanwaltsgesellschaft Maslaton vergleicht die Belastung des erneuerbaren Eigenverbrauchs durch die EEG-Umlage mit dem für verfassungswidrig erklärten Kohlepfennig. Ebenso wenig wie damals für die Steinkohle habe die zur Belastung vorgesehene Gruppe der Eigenverbraucher von selbst erzeugtem Ökostrom heute keine besondere Finanzierungsverantwortlichkeit für die Klima- und Umweltschutzziele der Bundesregierung, zumal sie ja bereits im Sinne dieser Ziele handelt.

Auch die Rechtsanwälte Dr. Thorsten Gottwald und Michael Herrmann aus Berlin vermuten, dass die Eigenverbrauchsbelastung aufgrund der Doppelbelastung der Eigenverbraucher durch Investitionskosten und EEG-Umlage gegen das Grundgesetz verstoßen könnte. Falls die EEG-Umlage-Pflicht für erneuerbaren Eigenverbrauch tatsächlich kommt, verspielt die Bundesregierung eine weitere kosteneffiziente Möglichkeit des Umstiegs auf 100% Erneuerbare Energien.

Die Ergebnisse der BSW-Mitgliederbefragung finden Sie hier. Weitere Informationen zu den Rechtsgutachten finden Sie hier und hier.




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | EEG

Schlagworte:

Schweiz (13) | Energieverordnung | Eigenverbrauch (37) | PV-Eigenverbrauchsanlagen | Einmalvergütung | Investitionskosten (19) | Fördermodell




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@961311







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

12.6.17 | Artikel: 980014
Anteil an erneuerbaren Energien steigt weiter - Erneuerbare weltweit günstigste Energiequelle

Das Erneuerbare-Energien-Netzwerk «Renewable Energy Policy Network for the 21st Century» (REN21) hat die 12. Ausgabe des «Global Status Report 2017» veröffentlicht.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
27.4.17 | Artikel: 980009
Franz Alt: Trump hat recht: Die Feigheit der deutschen Politik

Wer gehofft hatte, dass wenigstens der VW-Dieselskandal ein Weckruf sein und die große Koalition zum Umdenken und Umhandeln bringen könnte, sieht sich jetzt enttäuscht.

18.7.17 | Artikel: 980019
Fell: Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber

Wirtschaft und Union diffamieren Erneuerbare Energien als Energiepreistreiber, aber die Industrieenergiepreise sinken doch seit Jahren! Seit Jahren brandmarken Union, FDP, SPD die Erneuerbaren Energien als Preistreiber im Energiesektor.

Artikel verpasst?
Nutzen Sie unsere Volltextsuche!
29.4.17 | Artikel: 980010
Baden-Württemberg: Entwicklung der erneuerbaren Energien

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg hat im Auftrag des Umweltministeriums einen Bericht zur Entwicklung der erneuerbaren Energien für das Jahr 2016 erarbeitet.

22.3.17 | Artikel: 980007
Energieversorger: Bitte aufwachen! Stromkunden wünschen sich neue Produkte und Dienstleistungen

Fragt man die Verbraucher, stehen die Türen für neue Geschäftsmodelle auf dem Energiemarkt weit offen. Ein großer Teil der Stromkunden zeigt sich bereit, innovative Angebote der Energieversorger zu nutzen.

24.3.17 | Artikel: 980008
Klimaneutral Drucken - immer mehr Unternehmen zeigen Engagement

Im Pariser Klimaabkommen hat sich die EU verpflichtet, seinen Ausstoß an Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn alle Einsparmöglichkeiten genutzt werden.

7.2.17 | Artikel: 980004
Bundesbürger wünschen sich innovative Strom-Angebote

Tarife, bei denen Strom weniger kostet, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, intelligente Geräte, die sich dann einschalten, wenn Strom günstig ist und bessere Informationen über den eigenen Energieverbrauch - eine Mehrheit der Bundesbürger interessiert sich für innovative Stromangebote, die durch die Digitalisierung der Energienetze möglich werden. …