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Kommentar zu: Medienbildung wird zum Schlüsselfaktor

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Kommentar zu: Medienbildung wird zum Schlüsselfaktor

26.03.14  10:15 | Artikel: 961329 | News-Artikel (Red)

Kommentar zu: Medienbildung wird zum SchlüsselfaktorAlle Welt redet derzeit von Medienbildung, Medienkompetenz und entsprechenden Programmen, die den Schülern in Deutschland das Leben einfacher machen sollen. Doch ist das der richtige Ansatz?

«Immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens sind von der voranschreitenden Digitalisierung betroffen. Schon Kinder im Grundschulalter benutzen elektronische Kommunikationsmittel und digitale Medien ganz selbstverständlich. Über deren Rolle und Bedeutung in der schulischen Bildung selbst gehen die Meinungen jedoch auseinander. Dabei sind digitale Medien kein Selbstzweck und sollen herkömmliche Lehrmittel auch nicht völlig ersetzen. Sie ermöglichen aber neue Formen des Unterrichts: Beispielsweise erleichtern sie eine individuelle Förderung in zunehmend heterogenen Klassen.»,

heißt es in der Hintergrundbeschreibung der aktuellen Studie zum Thema Medienbildung.

Medienkompetenz ist durchaus wichtig, doch letztendlich in keinem Falle ausreichend. Kinder und Jugendliche schon im Grundschulalter an die Medien heranzuführen ist zwar durchaus sinnvoll - gerade in Zeiten von Handies, Facebook und Co. - doch Medienkompetenz sollte mehr beinhalten, als das reine Erlernen der Navigation in der digitalen Welt.

Mitdenken sollte hier das Schlüsselwort sein. Heutige Kinder und Jugendliche sind kaum mehr in der Lage, längere Texte zu lesen oder gar zu verstehen und sich darüber eine Meinung zu bilden. Aber mit YouTube-Videos mit einer durchschnittlichen Länge von zwei Minuten ist genau diese Zielgruppe am einfachsten zu erreichen. Hier kann Medienkompetenz schnell zu Konsumentenerziehung werden.

Schaut man sich bei solchen Studien die Projektpartner genauer an, so drängt sich auch schnell der Verdacht auf, dass die Heranwachsenden nur Mittel zum Zweck sind - der Markt ist gigantisch.

Schulbuchverlage suchen schon seit längerem nach Alternativen zum klassischem Buch und multimediale Inhalte lassen sich eben auch gut verkaufen. Für Hardwarehersteller könnten sich lukrative Aufträge ergeben, wenn bundes- oder länderweit solche Bildungsszenarien umgesetzt werden und entsprechende Beratungs- und Kommunikationsagenturen schreiben nur zu gerne über die Vorteile solcher Projekte.

Natürlich führt an den neuen Medien kein Weg mehr vorbei - der Fortschritt, wenn man das mal so nennen darf - ist hier nicht mehr aufzuhalten. Doch trotz aller Smartphones, Tablets und PCs sollte die klassische Ausbildung mit Büchern, Meinungsbildung und kritischer Auseinandersetzung mit komplexen Themen nicht in Vergessenheit geraten.

Vor allem in Sachen Allgemeinbildung wird heute kaum noch etwas getan und der Einsatz digitaler Medien kann hier unter Umständen sogar schädlich sein, da viele Jugendliche sich schon schlichtweg daran gewöhnt haben, Antworten zu googlen oder bei Wikipedia nachzulesen.

Ist man dann mal offline, bleiben die Fragen unbeantwortet: Error 404 - Page not found.


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Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Internet | Ausbildung

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Medienbildung (3) | Digitalisierung (11) | Schule (10) | Unterricht (4) | Lehrpläne (2)




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