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Helfen kostenlose Pressemitteilungen in Google?

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Helfen kostenlose Pressemitteilungen in Google?

28.03.14  11:00 | Artikel: 961338 | News-Artikel (Red)

Helfen kostenlose Pressemitteilungen in Google?Eine Studie will beweisen, dass kostenlose Pressemitteilungen in Suchmaschinen vorne liegen. Der Beweis ist bestenfalls zweifelhaft.

Kostenlose Pressemitteilungen waren vor ein paar Jahren der Renner, wenn es um die Platzierung von Links und Inhalten im Google-Index ging. Diese Zeiten sind aber vorbei. Spätestens seit dem “Panda-Update” des Suchmaschinen-Giganten ging es mit der Positionierung der Presseportale im Suchergebnis steil nach unten. Ein Grund war die Wertung von “duplicated content” also doppelt vorhandenen Inhalten.

Trotzdem boomen die kostenlosen Portale nach wie vor. Warum? Anscheinend lässt sich damit noch etwas Traffic erzeugen und so kurzfristig Geld über Anzeigen verdienen. Langfristige Effekte gibt es aber eher nicht. SEO- und PR-Experten stehen den Portalen schon länger eher argwöhnisch gegenüber. Das scheint auch der Grund zu sein, warum PR-Gateway sich zu einer “Studie” entschieden hat, die den Beweis liefern soll, dass derartige Portale nach wie vor wichtig sein. Dazu muss man vielleicht noch wissen, dass der Anbieter sein Geld damit verdient, Pressemitteilungen in möglichst viele Portale gleichzeitig einzustellen.

Wie wirken Pressemitteilungen im Google-Index? Und wie lange wirken sie? Eine spannende Frage, der es lohnt nachzugehen! Darum habe ich mir die kürzlich veröffentlichte Studie von PR-Gateway angeschaut. Die Contentverteiler hatten dazu drei Zeiträume unter die Lupe genommen und untersucht, ob nach wenigen Wochen, Monaten oder 1-2 Jahren die veröffentlichten Mitteilungen noch im Index zu finden waren. Überraschenderweise waren die kostenlosen Mitteilungen in Top-Positionen und immer mehrfach auf der ersten Seite vertreten. Trotz Änderungen im Google-Suchalgorithmus. Wieso das?

Eine Suchergebnis ist nur so gut, wie die Anfrage
Der Trick ist die passende Kombination von Wörtern, die in den jeweils veröffentlichten Texten vorhanden waren. Kombiniert man in der Suchanfrage Wörter, die nur in dem dem gewünschten Text vorkommen, so ist es ein leichtes, diesen Text auf der ersten Seite der Suchergebnisse auszuweisen. Und dieser Text taucht natürlich mehrfach auf, wenn er fast wahllos über die kostenlosen PR-Portale verteilt wurde. Nach diesem Verfahren arbeitet PR-Gateway, um den Erfolg kostenloser PR-Meldungen nachzuweisen.



Ein Beispiel aus der Studie ist die oben gezeigte Nachricht der Firma Vitrulan: “Mit Wasser und Glasgewebe zum Champagner”. Unter dieser Überschrift wurde eine PR-Nachricht über ein Gewinnspiel des Glasfasertapeten-Herstellers veröffentlicht, bei dem eine Magnumflasche Schaumwein zu gewinnen war. Angetreten wurde der Beweis der erfolgreichen Google-Positionierung mit der Kombination der Wörter Wasser+Glasgewebe+Champagner. Natürlich bringt die Kombination von Wörtern, die nie in einem Zusammenhang stehen, einen derartiges Suchergebnis hervor. Doch wenn man nur nach der Firma, deren Produktnamen oder den Gattungsbegriffen “Glasfaser-Tapete”, “Glasgewebe”, “Tapete + Glasgewebe” sucht, kommt diese ausgewiesene Pressemitteilung natürlich nicht.

Keine Relevanz für Top-Keywords?

Meine Vermutung: Diese Beispiel-Mitteilung hat null Einfluss auf die PR-Arbeit oder das Ranking der Top-Keywords der Firma Vitrulan. Unterstützt wird diese These mit der Analyse zum Suchvolumen der Begriffe “Glasgewebe und Champagner”, denn der rankingcheck spuckt zu dieser Kombination null Ergebnis aus. Kein Wunder, denn inhaltlich haben die beiden Begriffe nichts miteinander zu tun.

Spannenderweise sind im organischen Suchergebnis von Vitrulan und seiner Systexx-Tapete auf den ersten Positionen überraschend viele YouTube-Videos vertreten. Die Firma weiß also anscheinend mittlerweile, mit welchem Content man zu den wirklich wichtigen Sucheranfragen gut rankt.

Auch die weiteren Untersuchungen von PR-Gateway funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip. So auch Weltbild-Beispiel mit der Pressemeldung “Weltbild: Digitales Lesen in Deutschland etabliert”. Hier wird gezielt auf ein so genantes “Longtail Keyword” abgezielt, welches praktisch kein Suchvolumen hat. Dafür sind auf Googles-Seite 1 viele PR-Portale mit der Meldung unter dieser Überschrift zu finden. Ein Schelm, der Böses denkt.

Stichprobe: eine Gegenuntersuchung
Auch ich nutze Presseportale, aus denen sich ebenfalls diverse kostenlose PR-Seiten speisen. Bei etwa 50 Mitteilungen im Jahr, müssten sich also aus den letzten 5-7 Jahren eine Menge Einträge aus kostenlosen Presseportalen finden lassen. Wonach soll ich suchen? Üblicherweise steht unter jeder Mitteilung mein Name, meine Funktion und mein Arbeitgeber. Die Signatur ist seit über vier Jahren unverändert, also sollte doch sich doch eine von ca. 200 mehrfach verteilten Mitteilungen finden lassen. Ich probiere den Suchbegriff “Jost Broichmann Pressesprecher WEMAG AG” und komme auf 3.660 Ergebnisse. Ein kostenloses Presseportal suche ich auf den ersten Seiten erfolglos. Dafür finde ich neben den Webseiten von uns und diversen Medien vor allem Blogs und Youtube-Videos.

Ein zweiter Versuch. In der Boilerplate jeder meiner Pressemitteilungen findet sich der Satz “Die Schweriner WEMAG AG ist ein bundesweit aktiver Ökostrom- und Gasversorger”. Versuchen wir es damit. Das Ergebnis: Zahllose Einträge der eigenen Webseite und ein paar Einträge aus der Pressebox, einem kostenpflichtigen Premiumportal. Erst auf Platz 18 kommt ein Eintrag von PR-Gateway.

Fazit: Seriös sieht anders aus
“Eine weitreichende Veröffentlichung von Online- Pressemitteilungen unterstützt eine langfristige Sichtbarkeit in Google” ist das Fazit von PR-Gateway. Das Ergebnis einer seriösen Studie hätte mich wirklich interessiert. Aber in der vorliegenden Untersuchung wurde durch die gezielte Auswahl von Suchbegriffen ein Ergebnis vorgespielt, was sich schon fast in den Bereich der Trickserei einordnen lässt. In allen untersuchten Ergebnissen tauchen seltsamerweise bevorzugt kostenlose PR-Portale auf, bei der Überprüfung mit relevanten Keywords der Herausgeber zeigt sich aber ein anderes Ergebnis – hier liegen gut gepflegte Webseiten, Blogs und Videos weit vorne. Ich fürchte, das Zeitalter der kostenlosen Presseportale ist langsam vorbei.

p.s. Wer etwas über die Beeinflussung von Suchmaschinen, deren Index und Suchergebnissen lernen möchte, der sollte mal nach dem Begriff “Hommingberger Gepardenforelle” googeln :-)


Veröffentlicht auf cmblogger.de




Autor: Jost Broichmann

www.cmblogger.de

Jost Broichmann hat viele Jahre als Pressesprecher, Kommunikationsmanager und selbständiger PR-Berater gearbeitet. In den 1990 Jahren beteiligte er sich an der Gründung regionaler Fernsehsender und produzierte verschiedene TV-Formate und Imagefilme für Kino und Internet. Seine Erfahrung reicht vom kleinen Gastronomiebetrieb bis zum Pharmakonzern. Seit 2009 ist er Sprecher eines Öko-Energieversorgers und Mitglied im Lenkungskreis Kommunikation des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft. Er hält regelmäßig Vorträge zu Themen in den Fachgebieten Marketing, Public Relations und Social Media und veröffentlicht Fachartikel auf dem persönlichen Blog cmblogger.de



1 Kommentar(e) zum Artikel.
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Schankin Montag, 29. Februar 2016 um 11:15

welche Alternativen bieten sich? Danke für Ihre Info


Themenbereiche:

Internet | Medien | Webmarketing | SEO | Google

Schlagworte:

Pressemitteilungen (2) | Suchmaschinen (11) | Google (70) | Platzierung | Suchalgorithmus | Studie (123)




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