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Politische Rhetorik, Berliner Blödsinn und Bullshit-Bingo

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Politische Rhetorik, Berliner Blödsinn und Bullshit-Bingo

10.04.14  10:30 | Artikel: 961372 | Proteus Statement

Politische Rhetorik, Berliner Blödsinn und Bullshit-BingoImmer wieder gibt es Pressemitteilungen, PR-Texte und Interviews mit Politikern, bei denen sich so mancher schon anstrengen muss, um den Sinn des Gesagten zu erfassen. Gerade wenn ich mit jungen Leuten über Energiewende oder Öffentlichkeitsarbeit diskutiere, merkt man, das in diesem Bereich viele unsicher sind und die Fehler eher bei sich selbst suchen. Doch das ist eher selten angebracht.

Nimmt man sich diese Texte nochmal in Ruhe vor, so kommt man recht schnell zu dem Schluss: Hier wird eine Variante des allseits beliebten Bullshit-Bingo gespielt: Möglichst mit Fachwörtern und rhetorischen Nebelgranaten um sich werfen. Gewonnen hat, wer keine einzige Frage beantwortet hat oder der Zuhörer nicht mehr folgen kann.

Vor allem junge Leute lassen sich durch solche sinnentleerten Formulierungen und Worthülsen beeindrucken. Hier sollte genauer hingehört und nachgedacht werden, um die Aussagen, so denn überhaupt welche da sind, zu verstehen.

Wir haben auf die Schnelle ein paar vergnügliche Beispiele zusammengestellt. Weitere Beispiele finden Sie auf fast jeder Nachrichtenseite im Netz. Alternativ nutzen Sie die Fernbedienung ihres Fernsehers zur Nachrichtenzeit.

Herr Minister, was sind die konkreten Ergebnisse nach dieser 4-stündigen Verhandlung mit der Gewerkschaft?

Im Grundsatz waren wir uns einig, das es einen Handlungsbedarf gibt, der sukzessive auch realisiert werden muss und konnten für die weiteren Rahmenbedingungen der Verhandlungen einen Konsens erarbeiten. Um allerdings eine gewisse Nachhaltigkeit zu erreichen müssen noch die alternativen Zahlenmodelle berücksichtigt werden. Das stellt einen großen Fortschritt dar und ebnet den Weg zu einer qualifizierten Win-Win-Situation.

Übersetzungsmöglichkeit:
Wir haben kapiert, dass wir miteinander reden müssen, aber das braucht Zeit. Dafür haben wir uns darauf geeinigt, ob es das nächste Mal Schnittchen oder Kuchen gibt. Wir holen uns aber noch Angebote ein. Vielleicht geht ja auch beides. Damit wären alle glücklich und zufrieden.


Glauben Sie, dass es doch noch zu einem Streik kommt?

Wir blicken optimistisch in die Zukunft. Streiks sind ja immer auch ein Mittel der aktiven Beteiligung in einer Auseinandersetzung. Man darf aber nicht aus dem Auge verlieren, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland ja auch international hohes Ansehen geniest, wenn es um die Lösung solcher nationalen Herausforderungen geht. Deswegen appellieren wir an alle Beteiligten die Vorbildfunktion zu berücksichtigen. Die Welt schaut auf uns.

Übersetzungsmöglichkeit:
Ich hab keine Ahnung. Möglich, dass die jetzt streiken. Wir selbst versuchen mal uns aus der Schusslinie zu bringen. Hoffentlich pinkeln uns die anderen nicht ans Bein, weil sie den Druck durch Typen wie dich nicht mehr aushalten.


6,5 Prozent mehr Gehalt im öffentlichen Dienst stellen aber auch eine hohe Forderung der Gewerkschaft dar. Ist das überhaupt realisierbar?

Unsere Aufgabe ist es die grundlegenden Argumentationen zu einem Konsens zu führen. Die ergebnisoffenen Details werden zu gegebener Zeit von Fachleuten näher ausgearbeitet werden müssen. Das ist seit langem als Best-Practice anerkannt. Nur unter Berücksichtigung aller Fakten kann eine ehrliche und für alle zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Für Schnellschüsse ist die Situation schon zu sehr fortgeschritten und es besteht durchaus die Möglichkeit eines Paradigmenwechsels.

Übersetzungsmöglichkeit:
Wir haben mal den Anfang gemacht. Den Rest machen Leute, die mehr Plan haben als ich. So ist es üblich. Und die müssen sich erstmal einarbeiten. Und jetzt geh mir nicht weiter auf die Nerven Reporter. Ich überlege nämlich, ob ich dir dieses Mal nicht eine auf die Nase gebe sollte.


Hausaufgabe für die nächsten Tage:
Lauschen Sie mal Interviews mit Politikern. Sie werden feststellen, das die tatsächlich Minuten lang NICHTS sagen können. Das aber mit sehr viel Eifer und noch ganz viel Worten.



Passt auch zum Thema:

18.12.13: Imagefilm ad absurdum: Obststandl Didi (Video)



Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



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Themenbereiche:

Politik | Rhetorik | soziales

Schlagworte:

Rhetorik (4) | Bullshit-Bingo | Pressemitteilungen | PR-Texte | Interviews | Worthülsen | Politiker (5)




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