Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

Mit Popcorn und Cola über Braunkohle und Pumpspeicher nachgedacht

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










Mit Popcorn und Cola über Braunkohle und Pumpspeicher nachgedacht

28.04.14  09:00 | Artikel: 961453 | News-Artikel (Red)

Mit Popcorn und Cola über Braunkohle und Pumpspeicher nachgedachtDer Bedarf an Pumpspeicherkraftwerken ist so alt wie das Stromnetz selbst.

Etwa 9,2 GW können diese Seen bei Vollast in das Netz einspeisen.

Das Bild unten zeigt eine Zeichnung aus dem Jahre 1955, die im Ausstellungsraum in Kaprun hängt.

Bereits damals war die fehlende Regulierbarkeit von fossilen Kraftwerken ein Problem. Ein Puffer/Speicher musste her.





Heute wird der Bedarf an diesen Anlagen gerne dem Wind und Sonnenstrom in die Schuhe geschoben….

Bei der Gewinnung von Strom aus Braunkohle rentiert es sich nicht wirklich diesen Strom durch die ganze Republik zu transportieren. Zu gering ist der Brennwert im Vergleich zur benötigten Menge. Doch daraus ergibt sich ein Standortnachteil für den Betreiber, der bei der Wirtschaftlichkeit dieses Kraftwerstypus beachtet werden muss. Der größte Betreiber mit der größten Leistung aus Braunkohlekraftwerken im Portfolio ist in Deutschland die Vattenfall Europe Generation AG. Mehr als zwei Drittel der kontrollierten Erzeugung stammen aus diesem einen Energieträger. Eine Monokultur, die das Unternehmen anfälliger macht als Anbieter mit einem breiter gestreuten Erzeugungsmix. Zumindest für Deutschland ist die Kraftwerkssparte von Vattenfall aber auch der größte Betreiber von Pumpspeichern.

Der DENA Chef Stephan Kohler wird nun in verschiedenen Medien mit den Worten zitiert:

“Pumpspeicherkraftwerke benötigen keine finanzielle Förderung, um wirtschaftlich am Markt agieren zu können, vorausgesetzt, sie werden durch die energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht diskriminiert”

Gemeint ist, dass für den Strom, der beim Betrieb der Pumpen benötigt wird die EEG-Umlage zu entrichten ist. Jetzt dürften sich über diesen Punkt bestimmt die Juristen von Vattenfall wundern, wenn es in der aktuellen EEG-Novelle doch steht:

§ 58 (1) Übertragungsnetzbetreiber können von Eigenversorgern für Strom … EEG-Umlage verlangen.

Dieses “können” ist wohl etwas, bei dem man Rechtsanwalt sein muss, um zu verstehen, dass es ein “muss” ist. Aber…

(2) Der Anspruch nach Absatz 1 entfällt … für den Kraftwerkseigenverbrauch nach Absatz 4

Relevant wird in Absatz 4 noch das Thema “Netzanschluss” – wobei wenn man Eigner des Netzes ist, lässt sich da doch bestimmt etwas machen. Eine Leitung zwischen Braunkohlekraftwerk und Pumpspeicher ist nicht wirklich ein Teil des öffentlichen Stromnetzes….



Ein dritter Rekord wird von Vattenfall gehalten: Die Kraftwerke dieses Unternehmens sind nicht in den Verbrauchszentren von Strom.


Diese Kraftwerke führen die Statistik der sogenannten “Strombedingten Redispatch” Maßnahmen an. Eine Maßnahme, die ein Übertragungsnetzbetreiber veranlasst, um die Überlastung einer Stromleitung zu verhindern. Wenn diese Kraftwerke ihre Leistung reduzieren müssen, dann werden sie von den Stromkunden dafür über die Netzentgelte entschädigt.

Als wirtschaftlich denkender Mensch würde ich nun hergehen und meine Erzeugungskapazitäten zu den Grenzkosten der Braunkohlekraftwerke anbieten. Zum gleichen Preis auch den Strom aus dem Pumpspeichersee (dessen Grenzkosten sind eigentlich niedriger). Wenn ich jetzt noch weiß, dass ich eine dünne Leitung nach Bayern habe, wo meist Kraftwerke mit höheren Grenzkosten stehen, dann erweckt der Donald Trump in mir. Der Pumpspeicher wird meine Waffe, zur künstlichen Schaffung einer zeitweiligen Überkapazität. Die Wahrscheinlichkeit eines Redispatch ist wie hoch?

Im Jahre 1955 hat man dies zumindest in Kaprun anders gedacht. Da wurden die Stauseen dazu genutzt, um den unflexiblen Lastgang der thermischen Kraftwerke auszugleichen.

Nicht die andere Backe wird hingehalten, sondern die neue Waffe.
(Manfred Hinrich, Philosoph, Kinderliederautor, Journalist)




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



1 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben

Beisswenger Montag, 28. April 2014 um 11:57

Gibt es einen wirtschaftlich nachvollziehbaren Grund,
warum die Stromerzeuger nur immer mehr Erzeugungskapazität
gebaut haben, die Pufferung zur Anpassung an die Nachfrage
per Speicherkapazität jedoch total vernachlässigt haben ?

Kernkraftwerke sind dadurch gekennzeichnet, dass sie rund um die Uhr
und ganzjährig ohne Unterbrechung Strom erzeugen, also völlig am Bedarf vorbei.
Wirtschaftlich wäre der Bau einer Speicherkapazität im Umfeld eines KKW
zwingend erforderlich gewesen, um die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch
optimal zu schließen. Die noch immer wirtschaftlichste Lösung ist ein Pumpspeicher-Kraftwerk,
das auch noch den zusätzlichen Vorteil hat, dass zusätzlich Kühlwasser verfügbar ist.

Bekannt ist mir nur 1 Standort, wo dies der Fall ist: Krümmel an der Elbe, das benachbart zu dem schon vorher vorhandenen Pumpspeicher Geesthacht steht. Leider wurde durch kaum nachvollziehbare Gebührenbelastung für die umgewälzte Wassermenge diese ideale Situation "unwirtschaftlich".


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Stromhandel

Schlagworte:

Braunkohle (68) | Pumpspeicher (8) | Daniel Wetzel (4) | Stromnetz (103) | Stephan Kohler (3)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@961453







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
7.7.16 | Artikel: 970060
6 Millionen Euro für neues Forschungsprogramm zur Energiewende

Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft hat ein neues Forschungsprogramm namens «Transformation des Energiesystems in Baden-Württemberg – Trafo BW» gestartet.

25.1.17 | Artikel: 980002
bne zum Stromsteuergesetz: «Richtige Entscheidung»

Zum Verzicht auf die Ausdehnung der Stromsteuer auf Solaranlagen im Stromsteuergesetz, erklärt Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (bne):…

Ihr eigenes Buch veröffentlichen.
Wir helden Ihnen dabei.
12.7.16 | Artikel: 970061
SolarContact-Index: Photovoltaik-Nachfrage stürzt ins Sommerloch

Das Interesse an PV-Anlagen ist im zurückliegenden Juni ins Sommerloch gefallen. Mit rund 90 Punkten verharrt der Index unter seinem 12-Monats-Durchschnitt.

15.7.16 | Artikel: 970062
Fell: Deutsche Bank steigt aus der Kohle aus

Seit einiger Zeit findet ein starkes Divestment großer Banken aus der Kohle statt. Getrieben von Verlusten und dem Druck von Umweltorganisationen verlassen immer mehr Unternehmen das umweltschädliche Geschäft.

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
13.9.16 | Artikel: 970082
Trendmonitor: 68 Prozent der Deutschen kennen Energieverbrauch im eigenen Haushalt nicht

Den Bundesbürgern fehlt elementares Wissen, wenn es um den Energieverbrauch zuhause geht: 68 Prozent haben den eigenen Heizungskeller als größten privaten Energieschlucker nicht auf der Rechnung.

3.8.16 | Artikel: 970069
Preise für Strom, Gas, Heizöl und Kraftstoffe auf breiter Front gesunken

Das Jahr 2015 war gekennzeichnet durch sinkende Preise an den Energiemärkten. Davon konnten sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen profitieren.

Diagramme & Infografiken
aus dem Bereich erneuerbare Energien
11.8.16 | Artikel: 970078
Kommentar zu den Aktivitäten der Deutschen Umwelthilfe

Endlich hat ein Verein mal genügend Arsch in der Hose und geht so einige Missstände in unserem Land an. Die Rede ist von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

1.10.16 | Artikel: 970088
Mittelbayerische Zeitung: Kommentar zu automatisiertem Fahren

Es ist eine verführerische Vision: Vollautomatische Autos chauffieren uns sicher ans Ziel, während wir Passagiere uns anderen Dingen zuwenden.