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Prof. Dr. Claudia Kemfert zu Kapazitätsmärkten

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Prof. Dr. Claudia Kemfert zu Kapazitätsmärkten

16.06.14  09:45 | Artikel: 961615 | News-Artikel (Red)

Prof. Dr. Claudia Kemfert zu Kapazitätsmärkten
Prof. Dr. Claudia Kemfert beantwortete auf
dem Stand der Energieblogger auch Fragen
zu Kapazitätsmärkten.
Im Rahmen der Intersolar 2014 in München hatten die Energieblogger die Möglichkeit einige Experten zu den verschiedenen Themen der Energiewende zu interviewen.

Auch wenn blog.stromhaltig selbst nicht auf der Veranstaltung war, geht es hier ähnlich wie Andreas bei Energynet. Eine moderne Medienwelt, bedeutet Partizipieren, auch wenn man nicht physikalisch vor Ort sein kann.

Das Design eines Hybridstrommarktes für private Stromkunden ist ein Gegenvorschlag von blog.stromhaltig zu den gerne diskutierten Kapazitätsmärkten. Das Gespräch mit Prof. Dr. Claudia Kemfert zeigt, dass die Idee weiter verfolgt werden sollte.

Björn-Lars Kuhn von Proteus Solutions hat das Gespräch mit Frau Kemfert geführt. Darin enthalten auch die Frage nach Kapazitätsmärkten.

Brauchen wir Kapazitätsmärkte?

Verkappt könnten diese über eine Infrastrukturumlage/abgabe kommen, wenn sich die großen Betreiber fossiler Kraftwerke ihre Interessen durchsetzen können.

“Im Moment haben wir Überkapazitäten, es geht darum alte ineffiziente Kraftwerke vom Netz zu nehmen.”

Gerade alte Kraftwerke haben nur einen sehr geringen Wirkungsgrad, da die einstigen Investitionskosten allerdings längst abgeschrieben sind, können diese mit sehr niedrigen Grenzkosten ihren Strom am Markt anbieten. Aus der Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur lässt sich ein Durchschnittsalter der Kraftwerke je nach Energieträger ermitteln.

Durschschnitts Alter in JahrenAlle KraftwerkeMit KWKOhne KWK
Braunkohle342843
Steinkohle363539
Kernenergie28  
Erdgas212127


Spricht Frau Kemfert von ineffizienten Anlagen, dann sollten als erstes die Anlagen angeschaut werden, bei denen es keine Kraft-Wärme-Auskopplung gibt. Sind diese Dickschiffe weiter am Strommarkt, so verdrängen sie laut Merit Order die Kraftwerke, die neben den Brennstoffkosten auch ihre Investitionskosten schultern müssen. Allem voran die Erneuerbaren, bei denen fast nur Investitionskosten anfallen (vergl. Beitrag Capex und Opex für Koalitionsverhandlungen).

“Man schafft das Ziel nicht, mehr Gaskraftwerke ins System zu bekommen.”

Gaskraftwerke sind allerdings wichtig. Nicht nur, da das Gasnetz langfristig dank Power-To-Gas vielleicht ein großer Speicher für Überkapazitäten ist, sondern gerade weil Gaskraftwerke sehr schnell auf Lastschwankungen reagieren können. Flexibilitätsoptionen, die nicht verspielt werden dürfen.

“Man läuft Gefahr, alte Kapazitäten weiter zu subventionieren…. und zementiert herkömmliche Strukturen”

Diese Aussage kann man nur unterschreiben, denn egal wie eine Finanzierung von Kapazitätsmärkten gestaltet werden, irgend jemand muss den Bedarf ermitteln, der in solche Märkte einfließt. Kann dies transparent geschehen? – Ein Grund, warum blog.stromhaltig den Spieß mit den Hybridstrommärkten einmal umdrehen will (vergl. Beitrag “Wer bei bei Kapazitäten an fossile Kraftwerke denkt, sollte weiter lesen“).

“Im Jahr 2022,2023 kann man anfangen über Kapazitätsmärkte zu reden”

Warum erst dann? Die Antwort liegt auf der Hand, denn die bisherigen sogenannten Energy-Only-Märkte haben sich über viele Jahre bewährt für die Stromerzeugung aus Kraftwerken, bei denen es Brennstoffkosten gibt. Keine – bzw. schlechte – Erfahrungen gibt es, wenn man am gleichen Markt Kraftwerke einbringt, die keine Brennstoffkosten haben. Nach dem 1 mal 1 der Betriebswirtschaftslehre, hat man solange einen positiven Deckungsbeitrag, solange man einen Preis über den Stückkosten erzielen kann. Die Stückkosten sind bei Wind und Sonne nahe 0. Bei der nuklear/fossilen Geldverbrennung liegen sie ein paar Euro darüber.

Die Lösung, die der Hybridstrommarkt hier bringt ist, dass er eine Brücke bis ins Jahre 2022 sein kann, denn beim Aufbau von Kapazitäten im Bereich der Photovoltaik und dem Windstrom geht es vor allem darum Investitionskosten zu decken. Gelingt es diese Kosten direkt als Miete für einen Teil der Anlage umzulegen, dann besteht kein Zwang den erzeugten Strom zu vermarkten. Die Mieter erhalten den Strom, für den sie Miete zahlen – zeitgleich, in Echtzeit. Strommengen, die nicht aus gemieteten Kapazitäten gedeckt werden kann, wird wie bisher über den Energy-Only-Markt beschafft.




Autor: Thorsten Zoerner

blog.stromhaltig.de

Thorsten Zoerner betreibt den Blog stromhaltig.de. Einen Großteil seiner Fachartikel veröffentlichen wir regelmäßig auch hier auf unserer Seite. Thorsten Zoerner ist Gründungsmitglied der Energieblogger.



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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | Stromhandel

Schlagworte:

Hybridstrommarkt (22) | Kapazitätsmärkte (13) | Infrastrukturumlage (6) | Kraftwerke (69) | Energieträger (18) | Energy-Only-Märkte | Claudia Kemfert (13) | Interview (27)




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