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Sonnensteuer kommt trotz wissenschaftlicher Bedenken

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Sonnensteuer kommt trotz wissenschaftlicher Bedenken

26.06.14  09:11 | Artikel: 961658 | News-Artikel (e)

Sonnensteuer kommt trotz wissenschaftlicher BedenkenSchon seit Februar dieses Jahres liegt der Bericht des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg vor, in dem die Autoren empfehlen, auf die Belastung des selbst verbrauchten Solarstroms mit einer EEG-Umlage zu verzichten.

Ansonsten laufe die Bundesregierung Gefahr, den Ausbau der Photovoltaik auszubremsen.

Mediale Öffentlichkeit erhielt das Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums allerdings erst im Juni 2014.
Zu spät. Die Erkenntnisse des Gutachtens sind nicht mehr in den Gesetzgebungsprozess eingeflossen.

Wie verschiedene Medienbeiträge zeigten, empfiehlt das Gutachten, Solarstrom von Umlagen und Netzentgelten befreit zu halten, um einen weiteren Ausbau der Solarenergie wirtschaftlich zu ermöglichen. Finanzielle Mehrbelastungen seien für die Allgemeinheit mit der Beibehaltung der EEG-Umlagebefreiung von Solarstrom nicht verbunden.

Der Verbraucher-Strompreis profitiere derzeit sogar durch eine "Entlastung der EEG-Umlage". Focus Online zitiert aus dem Gutachten: "PV-Eigenverbrauch führt heute zu einer Entlastung der EEG-Umlage, da die eingesparten spezifischen Differenzkosten höher als die durch den Eigenverbrauch entgangene EEG-Umlage sind."

Dass die sogenannten Sonnensteuer, keine Kostenersparnis bringe, stattdessen aber den Ausbau der Solarenergie bremse, hatte auch Professor Eicke Weber, Direktor des Fraunhofer ISE, im Mai 2014 in einem Gastbeitrag in der Badischen Zeitung deutlich gemacht. Darin benennt er die eigentlichen Ursachen des raschen Anstieg der EEG-Umlage: "Es waren nicht der Zubau an erneuerbaren Energien und die damit verbundenen Zahlungen an Einspeisetarifen, es war die Erhöhung der Umlage durch eine Veränderung der Berechnungsgrundlage sowie der Regeln für die ausgenommene Industrie."

Er führt aus, dass sich die Auszahlungen an die Besitzer von Sonnen- und Windanlagen verdoppelt, die EEG-Umlage allerdings verfünffacht hatte. Daher warnt er vor Argumentationspfaden, welche die steigende EEG-Umlage nur mit dem raschen Ausbau in Verbindung bringen.

Trotz der wissenschaftlichen Expertise hat sich nun die Regierungsforderung in der Diskussion um die EEG-Novelle durchgesetzt. Besitzer von größeren Ökoenergieanlagen und neuen Kraftwerken, in denen Strom für den eigenen Verbrauch produziert wird, sollen ab August zunächst 30 Prozent der regulären Ökostromumlage bezahlen. Bis 2017 steigt die Abgabe für solche Anlagen dann in einem Stufenmodell auf 40 Prozent. Es gibt eine Bagatellgrenze von 10 Kilowatt. Die Solarbranche prognostiziert, dass diese Regelungen den Ausbau des Solarstroms erheblich bremsen werden.

Weiterführende Informationen:

Focus: Energiewende-Kosten: Regierungsgutachter widersprechen Gabriel
Badische Zeitung: Falsche Argumente gegen erneuerbare Energien. 3.5.2014
Regierungsgutachten (BMWi)
Tagesschau: EEG-Umlage für Selbstversorger kommt. 24.6.2014.






(Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien e.V. (AEE))


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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Photovoltaik | EEG

Schlagworte:

EEG-Novelle (30) | Bundestag (49) | Solarenergie (44) | Industrieunternehmen (14) | Gutachten (12)




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