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Netzverstärkung Ostbayernring: TenneT setzt auf Bürgerbeteiligung

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Netzverstärkung Ostbayernring: TenneT setzt auf Bürgerbeteiligung

17.07.14  08:00 | Artikel: 961739 | News-Artikel (e)

Netzverstärkung Ostbayernring: TenneT setzt auf Bürgerbeteiligung

  • Planungsbeginn für Ersatz der bestehenden wichtigen Versorgungsleitung für Nord- und Ostbayern angekündigt
  • TenneT plant konsequent nach dem NOVA-Prinzip: Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau
  • Öffentlichkeitsbeteiligung entlang der Trasse ab Ende September

Der Ostbayernring ist die zentrale bestehende Stromleitung für Nord- und Ostbayern. Aufgrund der geplanten Abschaltung aller bayerischen Kernkraftwerke bis 2022 und des Ausbaus der erneuerbaren Energien wird die Versorgungs- und Transitfunktion der Leitung in den nächsten zehn Jahren deutlich zunehmen. Auf einer Länge von rund 185 Kilometern werden bereits heute weite Teile Oberfrankens und der Oberpfalz über die Umspannwerke Redwitz im Landkreis Lichtenfels, Mechlenreuth bei Münchberg, Etzenricht bei Weiden und über das Umspannwerk Schwandorf mit Strom versorgt.

Um den Ostbayernring für die Herausforderungen der Energiewende fit zu machen, soll die Leitung bis 2020 nach dem sogenannten NOVA-Prinzip verstärkt werden. NOVA bedeutet "Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau" und schafft auch die Möglichkeit, das Bestandnetz im Hinblick auf den Wohnumfeld- und Naturschutz zu optimieren. Mit der frühzeitigen Einbindung aller lokalen und regionalen Interessensgruppen vor den Genehmigungsverfahren und dem Planungsbeginn bietet TenneT auch für dieses Projekt ein umfangreiches Beteiligungsangebot an.

In einer ersten Gesprächsrunde werden in dieser und der kommenden Woche Vertreter der Landkreise und Kommunen sowie die regionalen Landtags- und Bundestagsabgeordneten über den angedachten Planungsbeginn informiert. Auch im Internet stellt TenneT allen Interessierten Informationen zum Projekt und zur Bestandsleitung zur Verfügung. Dieses Vorgehen dient auch als Vorabinformation für die nach den bayerischen Sommerferien geplanten Informationsmärkte.

Im Rahmen von mehreren Veranstaltungen entlang der Trasse wird das TenneT-Projektteam Ende September jeweils nachmittags und in den frühen Abend hinein für persönliche Gespräche zur Verfügung stehen. Dabei sollen alle Fragen rund um den Netzausbau geklärt und die Möglichkeit gegeben werden, erste Hinweise zu örtlichen Besonderheiten an TenneT zu richten.

Ziel des Dialog- und Beteiligungsangebotes ist es, mit allen regionalen und lokalen Interessensgruppen die Planungen so zu gestalten, dass eine Entlastung für bereits bestehende Wohnbebauung und Naturschutzgebiete erreicht werden kann. Ebenso soll das Entwicklungspotenzial von kommunalen und privaten Flächen durch einen intensiven Austausch berücksichtigt werden.

Die Termine und Örtlichkeiten für die Informationsmärkte werden nach endgültiger Festlegung über die lokale Presse und in den Kommunen bekannt gegeben. Dem informellen Beteiligungsangebot durch TenneT wird zu einem späteren Zeitpunkt das Raumordnungsverfahren unter Federführung der Regierung der Oberpfalz den ersten formellen Rahmen bieten. Anschließend wird im Planfeststellungsverfahren die Detailplanung erarbeitet.
Baubeginn wird voraussichtlich 2018 sein.

Der Ostbayernring

Ostbayernring

Der bestehende rund 185 Kilometer lange Ostbayernring führt vom Umspannwerk Redwitz im Landkreis Lichtenfels über die Umspannwerke Mechlenreuth bei Münchberg, Etzenricht bei Weiden bis zum Umspannwerk Schwandorf und wird derzeit mit einem 220 Kilovolt (kV) System und einem 380-kV-System betrieben. Abschnittsweise werden auch zwei 110-kV-Systeme mitgeführt.

Nachdem bereits heute keine Großkraftwerke in der Region mehr in Betrieb sind, wird die Versorgungs- und Transitfunktion der Leitung mit Abschaltung der letzten bayerischen Kernkraftwerke bis 2022 deutlich zunehmen. Auch gilt es, den in den nächsten zehn Jahren prognostizierten Ausbau des regional erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen – rund 4000 Megawatt – über die Umspannwerke optimal in das Netz zu integrieren.

In diesem Zusammenhang wird der Ostbayernring mit einem Ersatzneubau in Anlehnung an die bestehende Trasse auf zwei 380-kV-Systeme verstärkt. Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die bestehende Trasse anschließend abgebaut. Die Notwendigkeit dieser Netzverstärkung wurde bereits im Juli 2013 im Bundesbedarfsplangesetz fest geschrieben.




(Quelle: TenneT Holding B.V.)


1 Kommentar(e) zum Artikel.
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Christoph Reis Donnerstag, 17. Juli 2014 um 21:10

Guten Tag, wieso spricht man in allen Artikeln zu diesem Thema von 380kV und 220kV? Sind wir nicht schon bei 400kV und 230kV angelangt? Oder irre ich mich!

Christoph Reis

Hallo Herr Reis,
Sie irren sich nicht. So steht z.B. in Wikipedia:«Höchstspannung: In Westeuropa in der Regel 230 kV oder 400 kV».
Allerdings ist dies eine rein sprachliche Verwirrung und eine Rundung. In der Praxis gibt es nach Angaben von Tennet keinen Unterschied. 380 und 400 sind somit das Gleiche.


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Netze

Schlagworte:

Ostbayernring (2) | Netzverstärkung (3) | Bürgerbeteiligung (19) | Netzoptimierung (3) | Öffentlichkeitsbeteiligung (3) | Transitfunktion (3) | Umspannwerke (4) | Planungsbeginn (3)




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