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«gläserne Stromrechnung» - die Marketing-Idee des Sigmar Gabriel

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«gläserne Stromrechnung» - die Marketing-Idee des Sigmar Gabriel

18.07.14  09:30 | Artikel: 961745 | News-Artikel (Red)

«gläserne Stromrechnung» - die Marketing-Idee des Sigmar Gabriel
Bundesminister Sigmar Gabriel
Industrieausnahmen sichern die eigene
Position auf Kosten der Endverbraucher
Bild: High Contrast
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel plant nach Mitteilung des Wirtschaftsministeriums eine neue Verordnung, wonach die einzelnen Bestandteile der Stromrechnung ausgewiesen werden müssen. Für die Kunden wäre dann deutlicher zu erkennen, wie sich Ihr Strompreis zusammensetzt und an welchen Stellen die Versorger eine Erhöhung vorgenommen haben.

Die Idee an sich ist ja nicht schlecht. Oft genug haben die Versorger in der Vergangenheit die abenteuerlichsten Begründungen für ihre Preiserhöhungen genannt und immer gerne verwendet, die erneuerbaren Energien in Form der EEG-Umlage. Der Verbraucher muss diese Begründungen dann hinnehmen und zahlt entsprechend mehr.

Auffällig bei den Schreiben zur Tariferhöhung: Es wird immer nur der neue Preis genannt. Nur wenige Versorger teilen die Differenz tatsächlich mit. Das scheint eine Regel im Marketing zu sein, damit der Kunde nicht wirklich merkt, was die Mehrkosten sind.

Allerdings gibt es eine Reihe von Versorgern, wie z.B. die EVF Göppingen (wir selbst beziehen den Strom von dort), die schon lange diese Bestandteile explizit ausweisen:

Stromrechnung Proteus 2013

Ob sich jedoch der Endkunde die Mühe macht, die verschiedenen Rechnungen zu vergleichen, ist eher fraglich. Sonst wäre die Quote der Endkunden, die sich einen günstigen Anbieter suchen wohl deutlich höher. Aber es scheint so, dass der Strompreis - trotz dem Mantra der Politik - immer noch nicht hoch genug ist, um dem Einzelnen weh zu tun.

Insofern ist der Ansatz Gabriels zwar durchaus sinnvoll um die schwarzen Schafe und Marketing-Lügner in engere Bahnen zu lenken, doch seriöse Anbieter tun dies schon lange. Es hat wohl für Gabriel eher einen medialen Effekt sich bürgernah zu präsentieren und dabei aber gleichzeitig von anderen Themen abzulenken. Beispielsweise von der Tatsache, dass die Endkunden die Industrieausnahmen locker mit 1,5 Cent pro Kilowattstunde stützen.

Allerdings kann der Schuss auch nach hinten losgehen, wenn die einzelnen Bestandteile der Stromrechnung dann mal auf der Rechnung aufgeführt werden. So sieht der Endkunde dann nämlich relativ schnell, wer wirklich profitiert. Ob das dem Finanzminister so recht ist, ist fraglich; denn der Staat greift uns mal wieder am tiefsten in die Tasche.

Wer genau wissen will, wie sich seine Stromkosten zusammensetzen, der sollten unseren Strombestandteilsrechner nutzen, der in Kooperation mit Andreas Raetsch und Thorsten Zoerner entwickelt wurde.


Clemens von energiezukunft.eu (siehe Kommentar unten) hat uns freundlicherweise zwei Grafiken zur Verfügung gestellt, die Naturstrom-Kunden mit Ihrer Jahresrechnung bekommen.
Hier sind neben der allgemeinen Aufschlüsselung auch die einzelnen Bestandteile der EEG-Umlage deutlich zu erkennen.
Vielen Dank







Weitere Information zu einzelnen Abgaben auf der Stromrechnung:

27.02.14: Basiswissen - Mein Stromzähler gehört ... ja, wem eigentlich?



Autor: Björn-Lars Kuhn

Journalist bdfjBjörn-Lars Kuhn ist einer der Inhaber der Proteus Solutions GbR, Buchautor, Datenschutzbeauftragter (IHK), Fachjournalist (bdfj) in den Bereichen Datenschutz, Netzpolitik und Erneuerbare Energien und Redakteur dieser Nachrichtenseite.



3 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben

Clemens Freitag, 18. Juli 2014 um 10:04

Spannender fände ich ja, wenn die einzelnen Kostenpunkte der EEG-Umlage aufgeschlüsselt werden müssten, so wie es einige der echten Ökostromversorger schon lange tun. Dann würden die Verbraucher direkt sehen, dass nur mit einem Bruchteil der Ausbau der Erneuerbaren Energien wirklich gefördert wird!

Rainer Freitag, 18. Juli 2014 um 15:05

Clemens : „Spannender fände ich ja, wenn die einzelnen Kostenpunkte der EEG-Umlage aufgeschlüsselt werden müssten ...“

Nun ja ich habe das schon mal versucht – direkter Link ist unter dem CCW-Forum Rainer - Titel :

1. „Was ist wohl der "ehrliche" Strompreis ? Oder wer belastet den Basispreis am stärksten ?“

2. „Zusammensetzung der gern auch absichtsvoll "Ökostromumlage" genannten EEG-Umlage oder was sind davon nun die tatsächlichen Förderkosten ?“

3. „EEG-Umlage 2013 ohne Fremdkosten“

Als Quelle für die Zahlen findet sich dort ein Link zum „Energieblog Niedersachsen“. Für 1,15 Millionen PV-Kleinanlagenbetreiber (nach Zahlen aus „energiezukunft“ Naturstrom Heft 16 Sommer 2014) beträgt der Anteil der „EEG-Umlage 2013“ 1,551 Ct/kWh, das sind „60%“ der „EEG-Umlage 2013 ohne Fremdkosten“. Das klingt hoch, doch bezogen auf 2013 nimmt die gesamte „echte“ EEG-Umlage mit anteiligen 18,58% an den kosten pro kWh teil.

Rainer Freitag, 18. Juli 2014 um 15:18

Passt auch zu diesem Thema „EEG-Umlagen“, wurde aber (außer bislang von mir) nirgendwo thematisiert. Wieder unter Rainer verlinkt, was direkt zum ersten von mehreren Beiträgen führt.

Dort habe ich darzustellen versucht, warum ich der Überzeugung bin, eigentlich zahlen alle 1,15 Millionen PV-Kleinanlagenbetreiber soweit sie „Volleinspeiser“ sind, für jede selbstgenutzte kWh 100% Umlage – auch wenn dies auf keiner Rechnung ersichtlich wird, da der anteilige physikalisch bedingte Stromfluss über den Bezugszähler nicht erfasst werden kann. Einzige Ausnahme sind die Betreiber von PV-Kleinanlagen welche über die sog. „Überschusseinspeisung“ abrechnen (2010 bis 2012).

Das nicht nur ich das so sehe, wird aus einer „Pressemitteilung BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. "Hildegard Müller zur aktuellen Diskussion der EEG-Novelle" (25.06.2014)“ (ein Link findet sich im abschließenden Beitrag). Dort wird „hilfsweise“ eine Pauschalisierung (bei Neuanlagen) und 100% Umlage gefordert.

Keine Ahnung ob das jemanden interessiert, aber bei bis 2013 vorhandenen mehr als 1 Million PV-Kleinanlagen kommt da ein nettes „virtuelles“ Sümmchen seit 1998 zusammen – virtuell, weil zwar gezahlt, aber eben nur schätzbar ! Ein quasi „Hilfe zur Selbsthilfe“ von der keiner so recht reden mag ...


Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Energiepolitik | EEG

Schlagworte:

gläserne Stromrechnung (2) | Marketing (34) | Sigmar Gabriel (45) | Strompreis (146)




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