Home UnternehmenProdukte
& Lösungen
Kompetenzen
& Services
erneuerbare
Energien
News
& Aktuelles
Impressum
& Kontakt
 
  

BITKOM: Erpressung und Sabotage im Internet nehmen zu

Nachrichten
Aktuelles
Presse
Vorträge, Seminare
& Workshops
Bildschirmauflösungen, Browser, Statistik & Co.
Datenschutz
Suche










BITKOM: Erpressung und Sabotage im Internet nehmen zu

28.08.14  08:00 | Artikel: 961866 | News-Artikel (e)

BITKOM: Erpressung und Sabotage im Internet nehmen zu

  • Phishing-Fälle steigen laut "Lagebild Cybercrime" des BKA deutlich an
  • BITKOM-Umfrage: Computer-Viren bei 40 Prozent der Internetnutzer
  • Fast ein Drittel aller Unternehmen verzeichnen Angriffe auf ihre IT-Systeme

Die Fälle von Computer- und Internetkriminalität nehmen weiter zu. Das zeigen das «Lagebild Cybercrime» des Bundeskriminalamtes (BKA) und aktuelle Umfragen des Hightech-Verbands BITKOM. Einen deutlichen Anstieg der amtlich gemeldeten Fälle gab es im Jahr 2013 bei der Computer-Sabotage und der Erpressung von Internetnutzern.

Nach einem vorübergehenden Rückgang erlebt das Phishing mit immer raffinierteren Methoden ein Comeback. "Die Cyberkriminellen reagieren professionell und flexibel auf neue Sicherheitsstandards und passen ihre Methoden schnell den geänderten Rahmenbedingungen an. Das Gefährdungspotential für jeden Internetnutzer bleibt daher weiterhin hoch ", sagte BKA-Präsident Jörg Ziercke.

Nach einer repräsentativen BITKOM-Umfrage unter 1.000 Internetnutzern in Deutschland sind mit 55 Prozent mehr als die Hälfte in den vergangenen 12 Monaten Opfer von Cybercrime geworden. Das entspricht rund 29 Millionen Betroffenen. "Cyberkriminalität kann jeden treffen", sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Dagegen müssten Staat und Internetwirtschaft gemeinsam vorgehen. Kempf: "Internetnutzer können sich gut schützen, wenn sie die Gefahren kennen und sich achtsam verhalten."

BITKOM-Cybercrime-01

Zwar verzeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2013 mit insgesamt 64.426 Fällen von Cybercrime lediglich eine Steigerung von rund 1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (63.959). Polizeiliche Ermittlungen und verschiedene Studien weisen jedoch auf ein großes Dunkelfeld hin. Bei einzelnen Deliktsformen sind deutliche Anstiege bei den Fallzahlen zu verzeichnen: in den Bereichen "Fälschung beweiserheblicher Daten, Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung" eine Steigerung von 15 Prozent auf 9.779 Straftaten sowie bei der "Datenveränderung/Computersabotage" ein Anstieg um 18 Prozent auf 12.766 Straftaten.

Auch beim Phishing im Zusammenhang mit Onlinebanking, der wohl bekanntesten Variante des digitalen Identitätsdiebstahls, gab es erhebliche Anstiege. Für 2013 wurden dem Bundeskriminalamt 4.096 Phishing-Sachverhalte gemeldet. Das entspricht einer Zunahme der Fallzahlen um rund 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nachdem 2012 durch verschiedene Schutzmaßnahmen der Kreditinstitute, wie beispielsweise die Einführung des mTAN-Verfahrens, die Sicherheitsstandards beim Onlinebanking erhöht wurden, haben nach Feststellung des Bundeskriminalamtes die Täter reagiert und neue Schadsoftware und Vorgehensweisen entwickelt, um diese zu überwinden.

Auffällig ist außerdem die Zunahme der Delikte, bei denen das Bundeskriminalamt das Internet als Tatmittel registrierte. 2013 wurden hier 257.486 Fälle gemeldet und damit rund 12 Prozent mehr als im Vorjahr.

BITKOM-Cybercrime-02

Nach den Ergebnissen der BITKOM-Umfrage wurden bei 40 Prozent der befragten Internetnutzer in den letzten 12 Monaten die Computer mit Schadprogrammen infiziert. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) gibt an, dass ihre Zugangsdaten zu Internetdiensten ausspioniert wurden. Bei 16 Prozent sind im Namen der Nutzer bzw. von ihrem Account illegal E-Mails versendet worden. 14 Prozent wurden von einem Geschäftspartner betrogen, zum Beispiel beim Online-Shopping oder bei einer Auktion.

"Die Sorge vor Cyberkriminalität führt dazu, dass viele Verbraucher auf die Nutzung bestimmter Online-Dienste verzichten", sagte Kempf. Laut Umfrage verschicken 47 Prozent vertrauliche Dokumente nicht mehr per E-Mail, fast ein Drittel (29 Prozent) verzichtet auf Online-Banking und ein Viertel (24 Prozent) auf das Einkaufen im Internet. Ebenfalls ein Viertel macht einen Bogen um soziale Netzwerke, ein Fünftel (21 Prozent) nutzt keine Cloud-Dienste und 17 Prozent buchen weder Reisen noch Mietwagen im Netz. Kempf: "Das sind alarmierende Zahlen, weil dieser Trend die digitale Entwicklung bremst."

BKA-Präsident Jörg Ziercke: "Im digitalen Zeitalter ist das Leben ohne Internet nicht mehr vorstellbar. Der Diebstahl von Millionen von E-Mail Adressen ist keine Seltenheit und verdeutlicht das hohe Schadenspotenzial im Phänomenbereich Cybercrime. Den Tätern bieten sich unzählige potenzielle Opfer und Angriffspunkte weltweit. Damit das Internet kein strafverfolgungsfreier Raum ist, brauchen die Strafverfolgungsbehörden geeignete rechtliche Grundlagen und zeitgemäße Instrumente, um den Cyberkriminellen wirksam entgegenzutreten. Nur so können wir langfristig das Vertrauen in das Internet stärken und seine Vorteile erhalten".

BITKOM-Cybercrime-03

Zu ihrem eigenen Schutz sind die Computer nahezu aller Internetnutzer mit Virenschutzprogrammen und Firewalls ausgestattet. Aus der Nische kommen Verschlüsselungssysteme, die den Zugriff auf persönliche Daten unterbinden. Laut der BITKOM-Umfrage verschlüsseln immerhin 16 Prozent der Internetnutzer E-Mails und 15 Prozent Dateien.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr verschlüsselten erst 6 Prozent E-Mails und 8 Prozent Dateien. 16 Prozent geben an, dass sie mit Anonymisierungsdiensten wie Tor im Internet surfen (Vorjahr: 11 Prozent). "Die stärkere Nutzung von Diensten zur Verschlüsselung und Anonymisierung ist eine direkte Folge der Abhöraffäre", sagte Kempf. Allerdings sind die technischen Hürden hoch. 61 Prozent derjenigen, die keine Verschlüsselung nutzen, geben als Begründung an, dass sie sich damit nicht auskennen. 54 Prozent nennen als Grund für ihren Verzicht, dass ihre Kommunikationspartner ebenfalls keine Verschlüsselung einsetzen. Einem Drittel ist die Nutzung schlicht zu aufwändig.

Zunehmend im Fokus steht das Problem der Wirtschaftsspionage. "Insbesondere der hoch spezialisierte deutsche Mittelstand mit seinen vielen hidden champions in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik oder Fahrzeugbau ist ein beliebtes Angriffsziel", sagte Kempf.

Nach einer BITKOM-Umfrage vom Jahresanfang verzeichneten 30 Prozent der Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in den vergangenen zwei Jahren IT-Sicherheitsvorfälle. Kleinere und mittlere Unternehmen mit 20 bis 499 Mitarbeitern sind mit einem Anteil von 31 Prozent deutlich stärker betroffen. Bei den großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es nur 11 Prozent. "Die meisten IT-Sicherheitsvorfälle werden ‚vor Ort‘ verursacht", sagte Kempf.

BITKOM-Cybercrime-04

58 Prozent der attackierten Unternehmen sagen, dass die Störungen von eigenen oder externen Mitarbeitern verursacht wurden. "In der Regel kennen sich Innentäter mit den Gegebenheiten in den Betrieben gut aus und stehlen gezielt bestimmte Datensätze oder schleusen Schadprogramme in die IT-Systeme ein", sagte Kempf. Darüber hinaus berichtet fast ein Drittel (30 Prozent) der Unternehmen, dass Angriffe auf ihre IT-Systeme über das Internet erfolgt sind. Hierzu zählen Denial-of-Service-Attacken oder gezielte Einbrüche in die IT-Systeme über das Internet.

Nach Einschätzung des BKA hat sich auch die digitale Erpressung weiter ausgebreitet, insbesondere in der Ausprägung von Forderungen nach "digitalem Lösegeld". Allein für das Jahr 2013 registrierte das Bundeskriminalamt 6.754 Fälle von digitaler Erpressung unter Einsatz so genannter Ransomware, von der weltweit unterschiedlichste Versionen im Umlauf sind. Neben der Erpressung von Privatpersonen existieren mittlerweile auch Varianten von Ransomware, die auf die Infektion von Server-Systemen ausgelegt sind und somit auch eine Gefahr für klein- oder mittelständische Betriebe darstellen können.

BKA-Präsident Jörg Ziercke: "Unternehmen, staatliche Stellen oder auch Privatpersonen – jeder kann Opfer von Cybercrime werden. Die Bekämpfung von Cybercrime ist daher als ganzheitlicher Ansatz, das heißt im Schulterschluss von Strafverfolgungsbehörden, Wissenschaft und der Privatwirtschaft, zu verstehen und muss sowohl im nationalen als auch im internationalen Verbund intensiviert werden. Cyberkriminelle handeln global, nationale Grenzen spielen keine Rolle. Auch wenn Tatorte und Aufenthaltsorte der Täter auf verschiedenen Kontinenten liegen: Per Mausklick können zugleich tausende von Internetnutzern weltweit Opfer werden."

Das "Bundeslagebild Cybercrime 2013" des BKA steht im Internet zum Download bereit unter www.bka.de.

Weitere Informationen zum Thema Sicherheit und Datenschutz finden Nutzer bei der Initiative "Deutschland sicher im Netz" unter www.sicher-im-netz.de, beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unter www.bsi-fuer-buerger.de, beim BITKOM unter www.bitkom-datenschutz.de oder bei den Verbraucherzentralen unter www.vzbv.de/Digitale_Welt.htm.


In Verbindung stehende Artikel:

27.08.14: Sicherheitsreport: Angst vor Cyber-Kriminalität wächst stärker als Sorge um Leib und Leben
27.08.14: GdP fordert neuen Anlauf für Vorratsdatenspeicherung
15.08.14: Telekom: Digitale Schizophrenie in Deutschland
14.08.14: Massenspeicherung von Daten: die Unterschiede liegen im Detail
11.08.14: Über Institutionalisierte Paranoia, Steigbügelhalter und Sonntagsreden
20.05.14: Grundkurs: Kommunikation für Terroristen
16.05.14: Kommentar: Terroristen und Kriminelle sind pauschal blöd
13.05.14: Vorratsdaten-Speicherung: Kein Konsens innerhalb der Koalition
30.08.13: Datenschutz - Deutsche Behörden schnüffeln auch
26.07.13: Leitartikel: PRISM, Politik und Polizeistaat - Grundrechte werden überbewertet
13.07.13: Kommentar zu: Peter Schaar - Überwachung auf Vorrat?
06.04.13: Cyberspionage: kein James Bond-Szenario sondern traurige Realität



(Quelle: BITKOM)


0 Kommentar(e) zum Artikel.
Kommentar schreiben


Themenbereiche:

Internet | Statistik | Gesellschaft | Datenschutz | Sicherheit

Schlagworte:

Sicherheitsreport (4) | Cyber-Kriminalität (3) | Studie (123) | Datenbetrug (6) | Computerviren (5) | Datenmissbrauch (7) | soziale Netzwerke (31) | Sorgenkatalog (2) | Gefahren (6)




Seite per Mail versenden

Kurz-Link zu dieser Seite: http://psrd.de/@961866







© by Proteus Solutions GbR 2017


Alle hier veröffentlichten Texte, Dokumente und Bilder sind urheberrechtlich geschützt.
Bitte beachten Sie dazu auch die weiteren Informationen unter dem Menüpunkt Mediadaten.
Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserem Impressum.



Proteus Solutions GbR , Allmandsteige 11, 78564 Reichenbach
Tel: (0 74 29) 876 91 - 70 oder 0800-50506055, Fax (0 74 29) 876 91 - 77
Spam@proteus-solutions.de

80.147.220.63 - (04.05.2016 14:30:00)


 

verwandte Themen
30.9.16 | Artikel: 970087
Die EU-Datenschutz-Grundverordnung kommt!

Ab dem 25. Mai 2018 tritt die EU-Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Betroffene müssen dann in einfacher Sprache bei der Erhebung von personenbezogenen Informationen transparent darüber aufgeklärt werden …

4.8.16 | Artikel: 970071
PIRATEN: Fluggastdaten: Wir brauchen endlich sicheren Datenschutz

Nicole Britz, Vorsitzende der Piratenpartei Bayern, zum Skandal um die öffentlich einsehbaren Fluggastdaten:…

aktuelle Informationen an Ihre Zielgruppe verschicken?
Newsletter Server V3: einfach, schnell, günstig!
25.7.16 | Artikel: 970066
PIRATEN: Hände weg von der Anonymität im Netz - Vorgeschobene Argumente für die Totalüberwachung

«Bundesinnenminister Thomas de Maizière ist nach aktuellen Geschehnissen in seinen üblichen Reflex verfallen und fordert seine angeblichen "Allheilmittel" gegen Straftaten, Hetze, Attentätern und allerlei anderen Dingen.

6.6.16 | Artikel: 970045
DJV begrüßt Initiative zum Schutz von Whistleblowern

Der Deutsche Journalisten-Verband sieht in dem aktuellen Beschluss der Justizministerkonferenz zum besseren Schutz von Whistleblowern einen Schritt in die richtige Richtung.

Besser im Netz gefunden werden.
Optimieren Sie jetzt Ihre Website!
25.5.16 | Artikel: 970037
Erdogan auf dem Weg zur Alleinherrschaft?

Mit der Aufhebung der Immunität von 138 Abgeordneten hat sich das türkische Parlament selbst entmachtet und Staatspräsident Erdogan ist seinem Ziel …

20.12.16 | Artikel: 970097
Presseausweise auch für Blogger und nebenberufliche Journalisten ausstellen!

Die Innenminister und der Presserat haben vereinbart, dass künftig ein bundeseinheitlicher Presseausweis eingeführt und ausschließlich an volljährige, hauptberufliche Journalisten ausgegeben werden soll .

PVStatistik Deutschland:
installierte Anlagenleistung online abfragen.
3.8.16 | Artikel: 970070
Telekom-Umfrage: Internetnutzer wollen Datenhoheit zurück

Die Menschen trauen dem Schutz ihrer Daten im Internet nicht. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung zur digitalen Selbstbestimmung, die das Cologne Center for ethics, rights, economics, and social sciences of health (ceres) unter Leitung von Prof.

27.5.16 | Artikel: 970040
Katharina Nocun: Diese besorgten Bürger werden uns zugrunde richten

An der Uni habe ich gelernt was Leistungsgerechtigkeit heißt: Menschen, die auf Geld aufpassen bekommen mehr als Menschen, die auf Menschen aufpassen.