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Fell: Kosten für neue Kohle- und Atomkraftwerke laufen aus dem Ruder

23.09.14  14:00 | Artikel: 961932 | News-Artikel (Red)

Fell: Kosten für neue Kohle- und Atomkraftwerke laufen aus dem Ruder
Hans-Josef Fell,
Bündnis90/Die Grünen
Ein besonderes Beispiel energiewirtschaftlicher Kurzsichtigkeit lieferte letzte Woche RWE. Die bereits für Anfang 2008 geplante Fertigstellung eines Steinkohlekraftwerks in Hamm verzögert sich nun nochmals um unbestimmte Zeit. Das Bauunternehmen Alstom ist nicht länger bereit, die technischen Mängel in dem Kraftwerk zu beseitigen und hat sein Sanierungskonzept zurückgezogen.

Absurd - bereits vor der Fertigstellung ist eine Sanierung nötig. Doch anstatt jetzt endlich die einzig richtige Konsequenz zu ziehen und das unheilvolle Kraftwerk aufzugeben, um die Investitionen in gewinnversprechende erneuerbare Bahnen zu lenken, soll die Drecksschleuder unter allen Umständen fertiggestellt werden. Es ist fraglich, was für diese Entscheidung ausschlaggebend war – die Angst vor dem Investitionsverlust oder die des Gesichtsverlusts.

Die Investitionskosten sind bereits jetzt von 2 Mrd. auf 2,4 Mrd. gestiegen, laut Handelsblatt könnten sie sich auf 3 Mrd. erhöhen. Zur Schadenshöhe wollte RWE keine Angaben machen. Doch laut Informationen der Neuen Westfälischen wäre das Kraftwerke dank der durch den Zubau Erneuerbarer Energien gesunkenen Strompreise auch so schon nicht mehr rentabel gewesen. Auch den 23 an dem Projekt beteiligten Kommunen drohen jetzt immense Verluste. Wieder einmal zeigt sich – nicht nur Atomkraft-, auch Kohlekraftwerke sind Investitionsruinen.

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Derweil führt die Entscheidung für ein neues Atomkraftwerk in Finnland zu einer handfesten Regierungskrise. Nachdem die Regierung ihre Genehmigung für den Bau der Firma Fennovoima Oy gegeben hat, verließen die Grünen aus Protest die Regierung, da diese Politik nicht mit ihren Grundsätzen vereinbar sei. Betreiber und größter Anteilseigner des Kernkraftwerks soll ausgerechnet eine Tochter des russischen Staatskonzerns "Rosatom" sein. Nicht nur die Grünen, auch zwei Drittel der Bevölkerung sind gegen das Projekt (Weitere Infos z.B. auf www.taz.de, www.wienerzeitung.at).

Offenbar hat die finnische Regierung aus ihrem Atomdesaster in Oilkilouto nichts gelernt. Das angebliche Flagschiff der europäischen Atomrenaissance ist nichts Anderes als ein Finanzloch ohne Boden und die Fertigstellung wird Jahr für Jahr nach hinten verschoben. Der dritte Block des AKW befindet sich seit 2005 in Bau und hat bereits Unsummen verschlungen. Zudem hat das Kraftwerk bei den EU-AKW-Stresstests im Jahr 2012 dramatisch schlecht abgeschnitten. Die ganze Kostentragödie kann hier nachgelesen werden).




Autor: Hans-Josef Fell

www.hans-josef-fell.de

Hans-Josef Fell war energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Mitglied des Bundestages von 1998 bis 2013. Er ist Präsident der Energy Watch Group (EWG) und Autor des EEG. Wir veröffentlichen regelmäßig einen Teil der wöchentlichen Infobriefe zum Thema Energiepolitik.



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Themenbereiche:

Energiepolitik | Unternehmen

Schlagworte:

Atomkraftwerke (18) | Kurzsichtigkeit | Kosten (126) | Kohlekraftwerke (28) | RWE (55) | Drecksschleuder | Investitionsverlust




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