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SolarContact-Index: Politik bestimmt PV-Nachfrage

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SolarContact-Index: Politik bestimmt PV-Nachfrage

26.09.14  10:27 | Artikel: 961941 | News-Artikel (Red)

SolarContact-Index: Politik bestimmt PV-NachfrageBereits seit 2012 erfasst die DAA die Anfrageintensität nach PV-Anlagen im kleinen und mittleren Leistungsbereich. Der SolarContact-Index gibt Einblicke in das aktuelle Online-Interesse an PV-Anlagen und lässt Rückschlüsse auf den kurzfristig zu erwartenden Auftragsbestand zu. Nach mehr als zwei Jahren lassen sich im Rückblick spannende Erkenntnisse zur Entwicklung des PV-Interesses festhalten. Insbesondere die Politik übt dabei einen deutlichen Einfluss aus

Rückblick 2012: Vermittlungsausschuss beflügelt PV-Nachfrage

Im Rückblick auf das Jahr 2012 wird deutlich, wie sehr die Nachfrage nach PV-Anlagen von den politischen Querelen um die Einspeisevergütung geprägt ist: Während die dem damaligen EEG entsprechende Kürzung der Einspeisevergütung zum 01. Januar trotzdem zu einem leicht steigenden PV-Interesse im Januar und Februar führte, setzte erst mit der Bekanntgabe der neuen Förderkürzungen am 23. Februar und den aufkommenden Protesten gegen die Pläne der Regierung im März Unsicherheit bei PV-Interessenten ein, woraufhin sich im April 2012 die Nachfrage nach Photovoltaik-Anlagen angesichts der in Kraft getretenen Kürzungen zum 01. April noch weiter abkühlte. Um rund ein Drittel ging die Nachfrage gegenüber dem Monatsmittel 2012 im April zurück.

Erst im Mai fassten Interessenten nach über zwei Monaten der Unsicherheit wieder etwas Vertrauen in den PV-Markt. Positive Signale kamen zu dieser Zeit vom Bundesrat, der am 11. Mai die EEG-Novelle 2012 stoppte und den Vermittlungsausschuss anrief. Sieben Wochen später, am 27. Juni 2012, einigte sich der Vermittlungsausschuss auf einen Kompromiss bei der Solarförderung. Mit einem gesicherten gesetzlichen Rahmen herrschte nun wieder Investitionssicherheit und die Nachfrage zog bis August weiter kräftig an und erreichte in diesem Monat mit 133 Indexpunkten den Jahreshöchststand beim SolarContact-Index.

Proteus-Statistik: SolarContact-Index 2012

Rückblick 2013: Bundestagswahl lässt PV-Interessenten kalt

2013 begann hingegen relativ stabil. Ein leichter Anstieg der Online-Nachfrage im Frühjahr ist vermutlich typisch saisonal zu begründen, da sich erfahrungsgemäß zu dieser Zeit viele mit dem Thema "Haus" beschäftigen. Das Abrutschen der Nachfrage in den Folgemonaten sowie der Anstieg gen Herbst kann im Vergleich zum deutlich volatileren Vorjahr durchaus als "normaler" Nachfrageverlauf gewertet werden.

Überraschend ist in diesem Zusammenhang, dass auch die Bundestagswahl am 22. September wenig Einfluss auf die PV-Nachfrage insbesondere im dritten Quartal sowohl in positiver als auch negativer Richtung ausübte. Ein negativer Trendverlauf wäre denkbar gewesen, da der als wahrscheinlich geltende Wahlsieg von CDU/ CSU mit Förderkürzungen einhergehen würde. Ebendies hätte allerdings auch zu Vorzieheffekten führen können. Ein überproportionaler Ausschlag sowohl "nach oben" oder "nach unten" war kurz vor als auch kurz nach der Wahl jedoch nicht auszumachen. Dies änderte sich jedoch nach Bekanntwerden der EEG-Änderungen.

Proteus-Statistik: SolarContact-Index 2013

Trendverlauf 2014: Konstante Nachfrage auf niedrigem Niveau

Im Januar bis März ist der SolarContact-Index wieder überdurchschnittlich angestiegen ist. Erst als konkrete Maßnahmen wie die jetzt beschlossene EEG-Umlage auf den Eigenverbrauch von Solarstrom im Raum stand, ist auch der Branchenindex bis heute stetig abgesunken. Dies ist vermutlich sowohl auf die erneute Belastung der Rentabilität als auch auf die bis heute unklaren Modalitäten zur Umsetzung der Eigenverbrauchsumlage in der Praxis zurückzuführen.
So überrascht es nicht, dass der tatsächliche Zubau bereits seit dem November 2013 einbrach und bezogen auf die Anzahl der installierten Anlagen bis heute auf einem Niveau von rund 6000 neuen PV-Anlagen pro Monat verharrt. Hieraus lässt sich folgern, dass ein Großteil der im ersten Quartal angeforderten Angebote nicht zum Auftrag führten, da sich offensichtlich nach einer Erstberatung bzw. Erstellung eines Angebots durch einen PV-Betrieb viele Privatinteressenten gegen eine Investition in eine PV-Anlage entschieden haben.

Der politische Einfluss auf die PV-Nachfrage wird aber auch im Jahr 2014 deutlich. Denn während der SolarContact-Index im zweiten und dritten Quartal relativ konstant verlief, stieg abrupt die installierte Leistung an Neuanlagen im Juli an. Dieser Vorzieheffekt lässt sich auf die nun auch gesetzliche Einführung des EEG zum 01. August zurückführen.

Proteus-Statistik: SolarContact-Index 2014

Hintergrund zum SolarContact-Index

Der Solarcontact-Index ist ein Stimmungsbarometer für die Investitionsfreudigkeit in kleine und mittelgroße Photovoltaikanlagen. Damit liefert der SolarContact-Index als erster Konsumklimaindex für den deutschen PV-Markt der gesamten PV-Branche und insbesondere Solarteuren, Installationsbetrieben und Großhändlern wichtige Anhaltspunkte, wie sich die Auftragslage in den kommenden ein bis drei Monaten entwickeln wird.
Erhoben wird der SolarContact-Index von der Deutschen Auftragsagentur GmbH (DAA) aus Hamburg. Die DAA ist einer der größten deutschen Internet-Anfragedienstleister für regenerative Energietechnik. Deutschlandweit vermittelt das Unternehmen jeden Monat mehrere tausend Projektanfragen von privaten und gewerblichen Interessenten an Solarteure und das SHK-Handwerk.

Proteus-Statistik: SolarContact-Index 2012-2014

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(Autor: DAA Deutsche Auftragsagentur GmbH | Robert Doelling)


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Themenbereiche:

erneuerbare Energien | Photovoltaik

Schlagworte:

PV-Interesse (17) | Anfrageaufkommen (17) | SolarContact-Index (20) | Investitionskostenrechnung (17) | Jahreswerte (2)




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