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Energiewende läutet Umkehr der Strommarkt-Liberalisierung ein

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Energiewende läutet Umkehr der Strommarkt-Liberalisierung ein

29.09.14  10:00 | Artikel: 961945 | News-Artikel (e)

Energiewende läutet Umkehr der Strommarkt-Liberalisierung einHohe Strompreise, steigende Emissionen und zunehmender finanzieller Druck auf die deutschen Stromerzeuger stellen große Herausforderungen dar - nach Auffassung von BCG muss die deutsche Politik schwierige Entscheidungen treffen und wird immer stärker in den Markt eingreifen

In Deutschland wurden bei der Energiewende bemerkenswerte Erfolge beim Ausbau von erneuerbaren Energien und eine zu Anfang beträchtliche CO2-Reduktion erzielt – aber ernsthafte Probleme beginnen sich aufzutürmen.

Diese führen laut der neuen Studie Germany's Energiewende: The End of Power Market Liberalization? der Boston Consulting Group (BCG) dazu, dass sich die Stromerzeugung konsolidiert, die produzierende Industrie zunehmend unter Druck gerät und die Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland und in anderen europäischen Ländern zurückgefahren wird.

Deutschland hat mit dem grundlegenden Umbau seines Stromsektors begonnen. Dabei geht es vor allem um den Ausstieg aus der Kernenergie und eine Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien. Bei der Energiewende wurden in diesen Dimensionen bereits beeindruckende Ergebnisse erzielt – zu diesem Ergebnis kommt die BCG-Studie. Beispielsweise hat sich Deutschland das Ziel gesteckt, im Jahr 2025 40 bis 45 Prozent seines Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien zu decken – und dieses Ziel dürfte erreicht oder sogar übertroffen werden. Gleichzeitig gehört Deutschland bei der Versorgungssicherheit noch immer weltweit zur Spitzengruppe.

Es treten aber zunehmend beträchtliche Herausforderungen zutage. Die Strompreise haben sich für die privaten Haushalte und zahlreiche industrielle Verbraucher deutlich erhöht (wenngleich sich der Strompreisanstieg für die Privathaushalte in den kommenden Jahren spürbar verlangsamen sollte). Deutschland wird seine Treibhausgasemissionen trotz der wachsenden Bedeutung erneuerbarer Energien nicht wie geplant senken können, da die Bundesrepublik aufgrund einer Reihe von Faktoren – darunter der Kernenergieausstieg, die anhaltend hohen Stromexporte in andere europäische Länder und die niedrigen Preise für CO2-Emissionszertifikate – weiterhin eine CO2-intensive Kohleverstromung betreibt.

Der finanzielle Druck auf wichtige Stromproduzenten, deren Geschäftsmodelle durch die Energiewende unrentabler werden, nimmt weiter zu. Nach Ansicht von BCG steuert der ganze Sektor auf eine grundlegende Umgestaltung zu – einschließlich beträchtlicher staatlicher Interventionen, einer Marktbereinigung und Konsolidierung.

Weiterhin greift die deutsche Regierung zunehmend in den Strommarkt ein, was eine Abkehr vom offiziell verfolgten Deregulierungskurs bedeutet. Die Politik läutet nach Auffassung von BCG faktisch eine Umkehr der Liberalisierung des Strommarktes in Deutschland und eventuell auch in anderen Ländern ein, da die Bundesrepublik für ganz Europa eine Schlüsselrolle bei der Stromerzeugung spielt.

"Die deutsche Politik wird richtungsgebende Entscheidungen treffen müssen", erläutert Philipp Gerbert, Senior Partner bei BCG und Co-Autor der Studie. "Betrachtet man die Lage am Strommarkt und den vorgesehenen Zeitplan, so erweist sich die Energiewende nicht nur als ein sehr ehrgeiziges, sondern gleichzeitig auch als ein mit Zielen überfrachtetes und somit teures Vorhaben. Die Politik wird entscheiden müssen, welche Ziele Vorrang genießen und an welchen Stellen Kompromisse und Zugeständnisse erforderlich sind."

Aus der Sicht von BCG türmen sich in Deutschland in wachsendem Maße die Probleme. So muss die Politik etwa entscheiden, wie bei den beträchtlichen laufenden Kosten der Energiewende die privaten Haushalte entlastet werden könnten, ohne dass die Industrie zu sehr belastet wird und abwandert. Sie muss auch entscheiden, ob die Emissionsziele, die sich die Bundesrepublik gesetzt hat, in der angestrebten Weise finanzierbar sind oder ob sie gelockert werden sollten.

Und schließlich muss sie festlegen, wie der notwendige Netzausbau, der auf Widerstand von Anwohnern und Lokalpolitikern trifft, am besten durchgeführt werden soll. "Diese Herausforderungen sind komplex und facettenreich, und leider gibt es keine einfachen Antworten", erklärt Harald Rubner, Senior Partner bei BCG und Mitautor der Studie.

Aufgrund der Schlüsselrolle, welche die Bundesrepublik im eng vernetzten europäischen Stromsystem innehat, werden die politischen Entscheidungen in Deutschland beträchtliche Auswirkungen auf andere Länder haben. Auch weltweit wird Deutschlands Kurs aufmerksam verfolgt, da sich die Bundesrepublik an die Spitze einer neuen globalen Bewegung gestellt hat, die erneuerbare Energiequellen stärker nutzen will.

Download Studie




(Quelle: Boston Consulting Group)


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Themenbereiche:

Energiepolitik | Studie

Schlagworte:

Energiewende (541) | Strommarkt (81) | Liberalisierung (3) | CO2-Reduktion (2) | Industrie (106) | Politik (54) | Versorgungssicherheit (50) | Geschäftsmodelle (20)




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